VW ID. Tiguan mit neuer Optik und 600 km Reichweite

Neues Elektro-SUV erhält physische Tasten, ein Beifahrerdisplay und One-Pedal-Driving, Antriebe und Akkus kommen vom Vorgänger ID.4

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VW präsentiert den ID. Tiguan. Volkswagen stellt ihn als komplett neu designten Nachfolger des ID.4 und ID.5 vor, doch die Proportionen ähneln deutlich mehr denen des ID.4. Das bedeutet, dass der ID.5 mehr oder weniger ersatzlos entfällt.

Die Optik ist deutlich anders als bisher, aber als technische Basis dient wohl nach wie vor der Modulare Elektrobaukasten für Kompaktfahrzeuge MEB 31. So sind auch Antriebe und Batterien großenteils vom Vorgänger bekannt. Innen bekommt der ID. Tiguan das größere Instrumentendisplay, das unter anderem aus dem ID.3 Neo bekannt ist, sowie mehr physische Bedienelemente. Zudem gibt es One-Pedal-Driving, einen Assistenten, der das Auto bei Rot automatisch stoppt und Anzeigen im Retro-Design wie beim ID.3 Neo. Der Marktstart ist für Anfang 2027 geplant. Gebaut wird der ID. Tiguan in Emden.


Exterieur | Interieur | Antriebe/Batterien | Preise


Volkswagen ID. Tiguan (2027)

Exterieur

Die Maße ähneln denen des ID.4. Im Vergleich zum ID.4 ist der ID. Tiguan rund drei Zentimeter länger, aber auch etwas niedriger. Das Kofferraumvolumen ist fast identisch, genauso wie der Radstand. Anders als der Vorgänger besitzt der ID. Tiguan auch einen Frunk, dessen Volumen noch nicht mitgeteilt wurde.

  Länge Breite Höhe Radstand Kofferraum
VW ID. Tiguan 4.618 mm 1.855 mm 1.619 mm 2.765 mm 534-1.577 Liter
+ Frunk
VW ID.4 4.584 mm 1.852 mm 1.634 mm 2.771 mm 533-1.565 Liter
kein Frunk

Das weichere Crossover-Design des Vorgängers wurde durch ein kraftvolles und optisch präsenteres SUV-Design ersetzt, so VW. Die Front wirkt tatsächlich bulliger als beim ID.4; sie wirkt wie die Vorderseite einer Faust. Die Frontlichter erinnern deutlich an den ID. Cross.

VW Id.4 und Id.5 2024 Modellpflege Volkswagen ID. Tiguan 2027

Die T-förmigen Tagfahrleuchten springen ins Auge, während die darunter liegenden Scheinwerfer kaum auffallen. Bei den Tagfahrleuchten haben die Versionen mit "IQ.Light" drei schmale LED-Streifen, die einen 3D-Eindruck vermitteln.

Volkswagen ID. Tiguan 2027

Die Tagfahrleuchten sind in eine transparente Querspange integriert, in deren Mitte bei den Ausstattungen Style und R-Line ein beleuchtetes VW-Logo prangt. Links und rechts davon spannt sich ein illuminierter Querstreifen.

Volkswagen ID. Tiguan 2027 Volkswagen ID. Tiguan 2027 Bilder von: Volkswagen

Der in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger enthält stets Air-Curtain-Öffnungen, beim R-Line gibt es zusätzlich noch senkrechte LED-Lichter. Auch der untere Lufteinlass ist bei der Sportversion größer ausgeführt. Hier ist außerdem das "R"-Zeichen rechts in die Querspange integriert.

Seitlich wird die geschwungene Sicke des ID.4 durch eine gerade Charakterlinie ersetzt. Und während der ID.4 schwarze Dachlinien und schwarze C-Säulen hatte, ist der ID. Tiguan ganz in Karosseriefarbe gehalten. Außerdem werden die versenkten Klappgriffe durch Bügelgriffe ersetzt. Wie bisher weisen die Radhäuser eine schwarze Kratzschutzleiste auf. Räder gibt es in den Größen 19, 20 und 21 Zoll. Die Basisversion hat Stahlfelgen, alle anderen Leichtmetallräder. Zwischen den Radhäusern spannt sich eine dunkle, horizontale Blende.

Am Heck gibt es eine LED-Querspange. In der Version mit IQ.Light (Serie bei Style und R-Line) sind die zwei äußeren, nahezu rechteckigen LED-Elemente in einer speziellen 3D-Optik ausgeführt. Hier leuchten auch die drei Querstreifen in der Rücklichtspange und das VW-Zeichen. Unter den Rückleuchten prangt der Schriftzug "ID. Tiguan". Den unteren Abschluss bildet ein Diffusor. Bei der R-Line-Ausführung sind die Rückstrahler vertikal statt horizontal angeordnet und es gibt einen anderen Diffusor.

Serienmäßig wird der ID. Tiguan in Hellgrau lackiert. Gegen Aufpreis gibt es den auf unseren Bildern gezeigten dunklen Gelbton sowie Blau, Rot, Weiß, Silber und Schwarz.

Interieur

Innen wird das kleine 5,4-Zoll-Instrumentendisplay durch das 10-Zoll-Display aus dem ID.3 Neo ersetzt, und der Touchscreen misst nun 15 statt 12,9 Zoll. Optional kommt erstmals ein Beifahrerdisplay hinzu, das 12 Zoll misst. Ebenfalls optional gibt es nach wie vor ein Head-up-Display.

Volkswagen ID. Tiguan 2027

Ähnlich wie der ID.3 Neo hat auch der ID. Tiguan Retro-Anzeigen. Aktiviert man sie per View-Taste am Lenkrad, tauchen die blauroten Instrumente eines VW Golf IV auf. Alternativ lassen sich auch die Instrumente anderer Modelle wie des Golf I oder Käfer anzeigen. Durch ein einfaches Wischen kann man am Touchscreen ebenfalls eine Retro-Anzeige abrufen.

Am Lenkrad gibt es wieder physische Tasten statt Touchflächen und für die Klimafunktionen gibt es statt der oft kritisierten Touchslider eine Tastenleiste in der Mittelkonsole. Die Smartphones auf den zwei induktiven Ladeschalen werden nun von einem Magnetring festgehalten.

Antriebe und Batterien

Der neue ID. Tiguan startet in drei Antriebsvarianten, die großenteils aus dem VW ID.4 übernommen werden. Als Heckmotoren werden der altbekannten APP550 mit 210 kW und der neue APP350 verwendet. Beim Allradler kommt vorne noch der bekannte Asynchronmotor AKA150 von Magna hinzu.

Die Basisversion bekommt den 140-kW-Heckantrieb in Kombination mit der 58-kWh-Batterie mit LFP-Chemie aus dem ID.4 Pure. Alternativ gibt es den 210-kW-Heckantrieb aus dem ID.4 Pro. Er wird hier allerdings mit der 77-kWh-Batterie kombiniert, während der ID.4 Pro den 79-kWh-Akku hatte. Auch der Allradantrieb mit 220 kW und der 77-kWh-Batterie ist aus dem ID.4 bekannt, wo er in der Version Pro 4Motion zum Einsatz kam. Der 250 kW starke Allradantrieb aus dem ID.4 GTX fehlt noch; er dürfte wohl in einem (bislang nicht bestätigten) ID. Tiguan GTI folgen.

  ID. Tiguan 140 kW ID. Tiguan 210 kW ID. Tiguan AWD
Antrieb RWD 140 kW
(APP350)
RWD 210 kW
(APP550)
AWD 220 kW
(AKA150+APP350)
0-100 km/h / Vmax 8,5 Sek. / 160 km/h 6,6 Sek. / 180 km/h 6,3 Sek. / 180 km/h
WLTP-Verbrauch k.A. k.A. k.A.
Akku netto 58 kWh LFP 77 kWh NMC 77 kWh NMC
WLTP-Reichweite bis 450 km bis 600 km bis 560 km
Ladeleistung AC / DC 11 / 105 kW 11 / 165 kW 11 / 165 kW
DC-Ladedauer 10-80 % 26 min 29 min 29 min
Max. Anhängelast 1.800 kg 2.000 kg 2.000 kg

Preise und Ausstattung

Der ID. Tiguan wird in den vier Ausstattungsversionen Trend, Life, Style und R-Line auf den Markt kommen. Die 140-kW-Basisversion wird es als Trend, Life und Style geben, die zwei stärkeren Versionen als Life, Style und R-Line. Bestellstart ist am 13. Oktober 2026, die Preise beginnen dann bei 42.695 Euro. Damit fallen sie ähnlich aus wie beim ID.4. Bisher gab es die Basisversion Pure mit Infotainment ab 42.915 Euro. Ob VW von Anfang an einen Herstellerrabatt gibt wie beim ID.4, ist noch unklar. Bisher kostete die Basisversion mit ID-Kaufprämie 39.915 Euro.

Jede Ausstattungslinie hat ihren eigenen Innenraum-Look. Während Trend dunkle Stoffe und einen schwarzen Dachhimmel hat, sollen Life und Style wohnlicher wirken. Im Style setzen Ziernähte Akzente. Im R-Line gibt es Sportsitze mit integrierten Kopfstützen, Velourleder-Akzenten und Ziernähten sowie ein Lenkrad mit Mittenmarkierung.

Volkswagen ID. Tiguan 2027 Volkswagen ID. Tiguan 2027 Bilder von: Volkswagen

Zu den Technik-Neuheiten gehört, dass serienmäßig One-Pedal-Driving möglich ist. Ein weiteres Highlight ist der neue Connected Travel Assist, der auf der Autobahn einen assistierten Spurwechsel ermöglicht und den ID. Tiguan an roten Ampeln automatisch stoppt. Der ID. Tiguan hat auch eine Vehicle-to-Load-Funktion. Damit kann man über einen Adapter Strom aus der Traktionsbatterie für externe Verbraucher entnehmen. Mit dem neuen Digital Key kann man zudem das Smartphone zum Ver- und Entriegeln verwenden.

Darüber hinaus werden elektrisch einstellbare Vordersitze mit Massage-, Memory- und Belüftungsfunktion, ein Highend-Soundsystem von Harman Kardon mit 480 Watt und ein Glasdach angeboten.

Unter dem Strich

VW spendiert dem ID.4 im Grunde ein großes Facelift und nennt ihn künftig ID. Tiguan. Das soll aber nicht heißen, dass das Modell im Grunde ganz das alte ist. Die Optik außen änderte sich deutlich und im Innenraum blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Auch werden neue Technikfunktionen wie das oft vermisste One-Pedal-Driving eingeführt. Die Antriebe und Akkus waren größtenteils schon vom ID.4 bekannt. Die Preise haben sich kaum geändert.

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Autor: Stefan Leichsenring