Leapmotor überarbeitet den C10 für das neue Modelljahr ziemlich gründlich. Besonders spannend: der C10 Hybrid EV mit Range Extender. Der bekommt etwas mehr Leistung, eine höhere Gesamtreichweite und vor allem eine komplett neue Elektronik-Architektur. Rein elektrisch bleibt es dagegen bei bis zu 145 Kilometern.
Und genau diese neue Architektur dürfte für viele Besitzer des bisherigen C10 fast interessanter sein als fünf zusätzliche PS. In unserem zweiten Teil des Leapmotor C10 Hybrid EV Dauertests hatten wir uns ausführlich damit beschäftigt, dass Apple CarPlay und Android Auto fehlen und sich offenbar auch nicht einfach per Software-Update nachrüsten lassen.
Beim neuen Modelljahr ist dieses Kapitel nun erledigt: Beide Systeme funktionieren künftig kabellos. Am grundsätzlichen Antriebskonzept ändert sich nichts. Der C10 Hybrid EV bleibt ein Range-Extender, bei dem ein Elektromotor das Auto antreibt und ein 1,5-Liter-Vierzylinder bei Bedarf Strom erzeugt. Leapmotor nennt für das neue Modelljahr nun 220 PS statt bislang 215 PS.
Die rein elektrische Reichweite verändert sich dagegen nicht. Sie liegt weiterhin bei bis zu 145 Kilometern laut Herstellerangaben. Interessanter ist die Gesamtreichweite: Hier nennt Leapmotor künftig 986 Kilometer. Das ist also kein kompletter Neustart beim Antrieb, sondern eher Feinarbeit.
Bilder von: Leapmotor
Im Alltag lässt sich der C10 weiterhin über ziemlich ordentliche Strecken wie ein Elektroauto bewegen, während der Benziner auf längeren Etappen die Reichweitenfrage deutlich entspannter macht. Deutlich größer fällt der Umbau an anderer Stelle aus. Leapmotor stellt den C10 auf die neue E/E-Architektur 3.5 um, also die Plattform, auf der bereits der B10 basiert.
Sie bildet die Basis für LEAP OS 4.0 Plus und bringt nicht nur neue Funktionen, sondern offenbar auch die Hardware-Voraussetzungen für Dinge mit, die dem bisherigen C10 fehlen. Allen voran eben Apple CarPlay und Android Auto. Beide lassen sich künftig drahtlos nutzen. Gerade das war beim aktuellen C10 ein ziemlich auffälliger Schwachpunkt, weil man bei Navigation, Musik oder Podcasts stärker auf das bordeigene System angewiesen ist.
Bilder von: Leapmotor
Leapmotor überarbeitet gleichzeitig den Sprachassistenten. Dieser soll natürliche Sprache besser verstehen und kann bei Online-Abfragen unter anderem auf ChatGPT zurückgreifen. Bedient wird das Ganze weiterhin über den zentralen 14,6-Zoll-Touchscreen.
Auch beim Gepäck legt der Hybrid EV zu. Das Kofferraumvolumen wächst von bislang 400 auf künftig 440 Liter. Bei umgeklappter Rücksitzbank sollen bis zu 1.845 Liter zur Verfügung stehen. Zum Vergleich: Für das bisherige Modell waren es 1.375 Liter bei umgelegter Rücksitzbank. An der Ladeklappe gibt es ebenfalls ein neues Detail. Das beleuchtete Leapmotor-Logo zeigt künftig mit verschiedenen Farben den Ladezustand an. Dazu kommt ein Smart Key mit schlüssellosem Zugang und Startfunktion.
Mit der neuen Elektronik-Architektur wächst auch das Assistenzpaket. Insgesamt nennt Leapmotor nun 22 Funktionen. Neu hinzu kommen unter anderem ein automatischer Spurwechsel, eine Warnung, wenn das vorausfahrende Auto im Stau wieder anfährt, sowie eine Front-Querverkehrswarnung mit automatischem Bremseingriff.
Auch die Hardware wird erweitert. Das neue System arbeitet mit einer Frontkamera und insgesamt fünf Radarsensoren. Zwei zusätzliche Radare sitzen an den vorderen Fahrzeugecken, ein weiterer überwacht den Bereich vor dem Auto.
Bilder von: Leapmotor
Optisch bleibt der Umbau dagegen überschaubar. In der Ausstattung Design erhält der C10 vorne ein durchgehendes LED-Lichtband. Innen kommen unter anderem ein rahmenloser automatisch abblendender Rückspiegel, eine elektrisch einstellbare Vier-Wege-Lordosenstütze für den Fahrersitz und zweilagiges Akustikglas an den vorderen Seitenscheiben hinzu.
Auch die rein elektrischen Varianten werden überarbeitet. Beim C10 mit 69,9-kWh-Batterie steigt die Leistung auf 224 PS, die Reichweite leicht auf 430 Kilometer. Gleichzeitig wächst die maximale DC-Ladeleistung von 84 auf 120 kW. Beim C10 Pro Max RWD bleibt es bei 299 PS, während die Reichweite auf 519 Kilometer steigt. Interessant ist der AWD: Der leistet künftig mit 571 PS sogar weniger als bisher, kommt dafür aber statt 437 nun bis zu 479 Kilometer weit.
Bilder von: Leapmotor
Die Prioritäten sind also ziemlich klar verteilt: etwas weniger Show bei den Leistungswerten, dafür mehr Reichweite, bessere Software und endlich eine vernünftige Smartphone-Anbindung. Wann der neue Leapmotor C10 Hybrid EV in Deutschland startet und was er kosten wird, verrät der Hersteller bislang noch nicht.
Beim aktuellen Modell beginnt die C10-Baureihe derzeit bei 38.600 Euro. Beim Hybrid EV dürfte für viele Käufer am Ende aber ohnehin weniger die zusätzliche Leistung entscheidend sein als die neue Elektronik-Architektur. Denn ausgerechnet Android Auto und Apple CarPlay waren Punkte, die uns im bisherigen C10 während des Dauertests immer wieder gefehlt haben.








