Avenger - da mag so mancher an die Marvel-Kinofilme denken. Doch mit ähnlichem Erfolg existiert seit 2023 das kleinste SUV-Modell der Marke Jeep. Bis heute wurden rund 270.000 Bestellungen verzeichnet, in Ländern wie Italien sieht man den Avenger sogar im Staatsdienst. Nun hat man ihm eine Modellpflege verpasst. Wir haben sie unter die Lupe genommen.
| Schnelle Daten | Jeep Avenger 1.2 e-Hybrid (2026) |
| Antrieb | Dreizylinder-Turbobenziner, 1.199 ccm plus E-Motor |
| Getriebe | eDCT-Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe |
| Leistung / Drehmoment | Benziner: 74 kW (100 PS); E-Motor: 21 kW (29 PS); Systemleistung: 81 kW (110 PS) |
| 0 - 100 km/h | 10,4 Sek. |
| Höchstgeschwindigkeit | 184 km/h |
| Verbrauch (WLTP) / CO2-Emissionen | 4,9 - 5,0 Liter/100 km, 110 - 113 g/km |
| Basispreis | 28.600 Euro |
Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Verbrauch/Preis | Fazit
Karosserie/Design
Das Facelift beziehungsweise das Modelljahr 2027 des in Polen gebauten Jeep Avenger bewahrt die kompakten, charakteristischen Proportionen des B-SUVs auf knapp über vier Meter Länge, setzt jedoch auf technisch wie optisch spürbar geschärfte Akzente. Radikal anders sieht der Avenger damit zwar nicht aus, doch insbesondere die Frontpartie gibt sich nun kantiger, der Wagen wirkt weniger rundlich.
Neu gestaltete Stoßfänger optimieren den 360-Grad-Schutz der Karosserie und verringern zusammen mit der unverbauten Schwellerschutz-Beplankung sowie den in Wagenfarbe gehaltenen Unterfahrschutz-Elementen das Risiko von Beschädigungen im Alltag. Ein eher unpraktisches Detail sind die Klapptürgriffe hinten.
Ein optisches Highlight der Überarbeitung ist der nun je nach Ausstattung illuminierte 7-Slot-Kühlergrill. Dieses vom neuen Compass inspirierte Feature verleiht dem Avenger eine unverwechselbare Nachtsignatur. Ergänzt wird die überarbeitete Front durch den erstmaligen Einsatz von modernen LED-Matrix-Scheinwerfern.
Die Außenoptik profitiert zudem von neu gestalteten 17- und 18-Zoll-Leichtmetallrädern mit Radnabenkappen, die ein stilisiertes Jeep-Willys-Profil zeigen. Neben den bekannten Farbtönen stehen mit den Varianten Forest und Bamboo zwei neue Natur-Farbtöne bereit, wobei das Dach weiterhin kontrastierend in Schwarz geordert werden kann.
Bilder von: Jeep
Besonders exklusiv präsentiert sich die neue Sonderedition "85th ANNIVERSARY", die der 85-jährigen Markengeschichte Tribut zollt. Sie zeichnet sich außen durch spezifische Goldakzente an den Stoßfängern und den 18-Zoll-Felgen aus. Ein Dekor-Aufkleber im Tartan-Design auf der Motorhaube samt "85 Years of Adventure"-Schriftzug sowie Jubiläums-Embleme an den Kotflügeln runden den Auftritt ab.
| Abmessungen | Jeep Avenger 1.2 e-Hybrid (2026) |
| Länge x Breite x Höhe | 4.084 x 1.798 x 1.541 mm |
| Radstand | 2.557 mm |
| Kofferraumvolumen | 380 - 1.277 Liter |
| Leergewicht | 1.280 kg |
| Zuladung | 460 kg |
| Anhängelast | 1.100 kg |
Innenraum
Im Cockpit bringt das Modelljahr 2027 deutliche Verbesserungen bei Haptik und Materialanmutung. Die Türverkleidungen bestehen nun aus einem spürbar weicheren Material und der untere Teil des Armaturenbretts wurde mit einer gepolsterten Einlage aufgewertet. In den höheren Ausstattungslinien Altitude und Summit halten zudem neue Premium-Sitzbezüge aus Stoff und Vinyl Einzug.
Die Offroad-DNA wird auch im Innenraum betont, da die zentrale Selec-Terrain-Steuerung beim Modelljahr 2027 gummibeschichtet und rot umrandet ist, was die Griffigkeit und Erkennbarkeit während der Fahrt erhöht. Während die vordere Passagierreihe nun spürbar wertiger auftritt, bleibt der Fondbereich bauartbedingt von einfacherem Hartplastik geprägt.
Bilder von: Jeep
Das Platzangebot auf den hinteren Sitzplätzen ist B-Segment-typisch überschaubar gehalten. Nur bis etwa 1,80 Meter Körpergröße finden die Beine genug Platz vor. Beim Ablagenkonzept sammelt der Avenger weiterhin Pluspunkte, denn insgesamt 34 Liter Stauraum verteilen sich auf flexible Fächer im Innenraum.
Der quadratisch geschnittene Kofferraum bietet zwischen 380 Liter und 1.277 Liter Volumen bei einer einen Meter breiten Heckklappe und einer niedrigen Ladekante von 730 Millimetern. Der Ladeboden ist zudem wendbar und besitzt eine leicht zu reinigende, waschbare Unterseite.
Das digitale Cockpit umfasst ein 10,25-Zoll-Infotainmentsystem mit kabelloser Integration von Apple CarPlay und Android Auto sowie Over-the-Air-Updates. Erstmalig im überarbeiteten Modell verbaut Jeep eine Frontkamera mit 360-Grad-Parkansicht, welche das Fahrzeug aus der Vogelperspektive digital auf dem Touchscreen darstellt. In der Sonderedition "85th ANNIVERSARY" wird der Innenraum zusätzlich durch Stoff-Vinyl-Sitze im Tartan-Muster mit eingeprägtem 85-Jahre-Logo, goldfarbenen Ziernähten am Armaturenbrett, einer mehrfarbigen Ambientebeleuchtung sowie einer magnetischen Tunnelabdeckung veredelt.
Antrieb/Fahreindrücke
Beim Antrieb bietet Jeep eine breite Auswahl für unterschiedliche Bedürfnisse. Neben der bekannten Mild-Hybrid-Variante (e-Hybrid) mit 81 kW beziehungsweise 110 PS, die einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit einem ins 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe integrierten Elektromotor kombiniert, steht neu ein rein mechanischer Turbo-100-Benziner mit 6-Gang-Schaltgetriebe und 101 PS bereit. Dieser Motor setzt auf eine wartungsarme Steuerkette, ein 350-bar-Direkteinspritzsystem sowie optimierte Wartungsintervalle von zwei Jahren oder 25.000 Kilometern.
Für maximalen Grip sorgt die elektrifizierte Allradversion 4xe mit 145 PS und einem zusätzlichen E-Motor an der Hinterachse, der bis zu 1.900 Nm Drehmoment liefert. Das vollelektrische Topmodell leistet weiterhin 156 PS mit einer 54-kWh-Batterie und erreicht eine WLTP-Reichweite von bis zu 400 Kilometern.
Der Mildhybrid-Antrieb verhält sich im Alltag sehr gut abgestimmt, spritzig und ermöglicht kurze, rein elektrische Fahrpassagen bei niedrigen Geschwindigkeiten, etwa beim Rangieren oder im städtischen Stop-and-Go-Verkehr. Dadurch bleibt der Realverbrauch auf einem angenehm niedrigen Niveau. Unter Volllast wirkt der Dreizylinder allerdings etwas angestrengt und wird dröhnend lauter.
Fahrwerksseitig zeigt sich der Avenger beim Ausfedern straff und verbindlich, ohne dabei unkomfortabel zu wirken. Für Ausflüge ins Gelände bieten alle Varianten dank Selec-Terrain, Bergabfahrhilfe, 210 Millimetern Bodenfreiheit und günstigen Böschungswinkeln eine hohe Geländegängigkeit. Die Lenkung arbeitet leichtgängig, wirkt bei dynamischer Fahrweise jedoch mitunter etwas synthetisch.
Verbrauch/Preis
Der Mildhybrid-Strang ermöglicht vor allem im Stadtverkehr und beim Rangieren kurze rein elektrische Fahrpassagen, was den Realverbrauch auf einem angenehm niedrigen Niveau hält. Jeep gibt exakt 5,0 Liter an, die Fünf vor dem Komma ist im Alltag erreichbar. Preismäßig startet der Avenger bei 26.600 Euro, der Mildhybrid ist 2.000 Euro teurer, hat aber auch die DCT-Automatik inklusive.
Die Basisausstattung namens "Longitude" ist bereits ordentlich ausgestattet inklusive einer Klimaautomatik. Sinnvoll erscheint uns die nächsthöhere Altitude-Stufe für 30.800 Euro. Ob es die 32.400 Euro für das 85-Jahre-Sondermodell sein müssen, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen.
Fazit: 8/10
Das Facelift beziehungsweise die Überarbeitung zum Modelljahr 2027 tut dem Jeep Avenger spürbar gut. Die dezenten Designretuschen, die feinen Haptik-Upgrades im Interieur sowie neue Technologiemerkmale wie LED-Matrix-Licht und die 360-Grad-Kamera schärfen das Profil des kompakten Erfolgsmodells nachhaltig nach.
Der Avenger bleibt ein optisch gelungener, wendiger und spritziger Begleiter für die Stadt und leichte Ausflüge ins Gelände, sofern man mit dem überschaubaren Platzangebot in der zweiten Reihe leben kann. Hinzu kommt eine faire Einpreisung auf dem deutschen Markt.








