Mehr Komfort, Konnektivität und elektrische Performance für den Renault Scenic: Das elektrische Familien-SUV fährt mit neuen Batterien ins neue Modelljahr. Statt 60 und 87 kWh bieten sie nun 67 und 89 kWh. Konfigurierbar ist derzeit nur die Variante mit dem großen Akku, doch das soll sich "zu einem späteren Zeitpunkt" ändern. Der 125-kW-Antrieb der Basisversion entfällt offenbar; künftig haben alle Varianten einen 160-kW-Antrieb.
Antrieb und Batterien
Die Einstiegsversion erhält nun eine LFP-Batterie, die aus dem Megane Facelift bekannt ist. Damit steigt die WLTP-Reichweite von 423 auf 459 km. Die große Batterie hat wie bisher eine NMC-Chemie, speichert aber zwei Kilowattstunden mehr, womit die WLTP-Reichweite von 600 auf 621 bis 632 km steigt. Den Antrieb übernimmt ein fremderregter Synchronmotor mit 160 kW und 300 Nm. Der 125-kW-Antrieb aus dem alten Renault Scenic Electric wird offenbar nicht mehr angeboten.
| Renault Scenic 220 Comfort Range |
Renault Scenic 220 Long Range |
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| Antrieb | FWD 160 kW, 300 Nm | FWD 160 kW, 300 Nm |
| 0-100 km/h | 7,9 Sek. | 7,9 Sek. |
| WLTP-Verbrauch | 17,3 kWh/100 km | 17,0 kWh/100 km |
| Autobahnverbrauch | 23,0 kWh/100 km | 22,7 kWh/100 km |
| Höchstgeschwindigkeit | 170 km/h | 170 km/h |
| Akku netto | 67 kWh LFP | 89 kWh NMC |
| WLTP-Reichweite | 459 km | 621-632 km |
Auch die Ladeleistung steigt: Beide Batterievarianten laden laut Renault etwa 25 Prozent schneller als bisher. Die maximale Ladeleistung wird mit 165 bzw. 150 kW angegeben, die Ladedauer mit 24 min beim kleinen und 28 min beim großen Akku. Das bezieht sich allerdings auf den unüblichen Ladehub von 15 auf 80 Prozent:
| Renault Scenic 220 Comfort Range |
Renault Scenic 220 Long Range |
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| Max. DC-Ladeleistung | 165 kW | 150 kW |
| DC-Ladedauer 15-80 % | 24 min | 28 min |
| Durchschn. DC-Ladeleistung 15-80 % |
109 kW | 124 kW |
| Reichweite-Nachladen | 12,4 km/min | bis 14,7 km/min |
Dass die maximale Ladeleistung bei der kleinen Batterie höher ist als bei der großen, täuscht schnelleres Laden nur vor. Das zeigt sich, wenn aus der Nettokapazität und der Ladedauer die durchschnittliche Ladeleistung im Bereich von 15 bis 80 Prozent errechnet. Beim kleinen Akku ergeben sich hier 67 kWh × 0,65 / 24 min × 60 min/h = 109 kW, beim großen Akku sind es jedoch 124 kW. Offenbar hält der LFP-Akku die maximale Ladeleistung also nicht allzu lange.
Ähnlich sieht es beim Nachladen von Reichweite aus. Hier hilft der Long-Range-Version auch der niedrigere Verbrauch. So errechnen sich bis zu 632 km × 0,65 / 28 min = 14,7 km/min. Das heißt, pro Minute kann man Strom für knapp 15 km nachladen - während es beim kleinen Akku weniger als 13 km sind.
Wie eingangs erwähnt, ist bislang nur die Variante mit großem Akku konfigurierbar. Die LFP-Batterie nutzt eine Cell-to-Pack-Architektur (C2P) mit 232 Zellen. Die meisten C2P-Batterien haben prismatische Zellen, hier werden jedoch Pouch-Zellen eingesetzt; die Kombination bezeichnet man als Pouch 2 Cell. Dieses Layout soll für eine besonders hohe Packungsdichte sorgen.
Änderungen an Interieur, Farben und Felgen
Innen erhält der Scenic neue Bezüge und Verkleidungen. In der Ausstattungslinie Techno sind die Front und die Sitze mit einem neuen PET-Stoff bezogen, der zu über 95 Prozent aus Recyclingmaterial besteht. Zudem sollen die Sitze mehr Komfort und Unterstützung bieten. Das Armaturenbrett ist in Schwarz gehalten und weist Ziernähte in Form eines Blitzes auf. Auch die Ausstattung Esprit Alpine erhält ein aktualisiertes Interieur. Die Verkleidungen bieten einen changierenden Farbeffekt.
Das Interieur des Iconic ist weiterhin in zwei Farben erhältlich. Die schwarze Version erhält eine neue, kubische Verkleidung in Grau mit erhabener Oberfläche, die optionale hellgraue Variante besitzt Elemente in Holzoptik.
Bilder von: Renault
Für die Karosserie stehen nun sieben Lackierungen zur Wahl, darunter die beiden neuen Farben Schiefer-Blau Satiniert und Mineral-Grau. Die Dekoelemente im vorderen und hinteren Stoßfänger sind in glänzendem Schwarz gehalten. Ebenfalls neu im Programm sind zwei 19-Zoll- und 20-Zoll-Räder.
Verbesserte Assistenzsysteme
Zudem gibt es verbesserte Assistenzsysteme. Der serienmäßige Abstandsregeltempomat (ACC) und der je nach Ausstattung erhältliche Active Driver Assist (die Kombination aus ACC Spurhalteassistent) sollen die Umgebung nun detaillierter analysieren können.
Der Predictive Eco Driving Assistant empfiehlt bei vorausliegenden Kreisverkehren, Kurven und Kreuzungen, vom Gas zu gehen, um Energie zu sparen. Auch die Fahrmodusauswahl Multi-Sense wurde aktualisiert: Der neue Smart-Modus wählt je nach Fahrstil automatisch einen Modus. So soll man beim Überholen automatisch vom direkten Ansprechverhalten des Sport-Modus und im Stadtverkehr von den Effizienzvorteilen des Eco-Modus profitieren.
Alle Scenic-Varianten haben zudem künftig eine Fahrerüberwachung. Diese erkennt nicht nur Müdigkeit und Ablenkung, sondern kann beim Einsteigen auch automatisch personalisierte Einstellungen aktivieren - zum Beispiel Sitzposition, Multimediasystem, Navigation und Ambientebeleuchtung.
Als Alternative zum Sprachassistenten Google Assistant ist nun der KI-Assistent Google Gemini verfügbar; man kann wählen, ob man ihn aktivieren möchte oder nicht. Damit sollen natürlichere Gespräche und komplexere sowie kontextsensitive Anfragen möglich sein. Der vom Navi genutzte Dienst Google Maps bietet neue Optionen für die Routenplanung: So lassen sich Ladestationen entlang der Route nach Anbieter, Ladeleistung oder Zahlungsmethode filtern.
Für Smartphones gibt es ein neues kabelloses Smartphone-Ladegerät gemäß Qi2-Standard (bzw. MagSafe auf dem iPhone), und für alle Online-Funktionen sind drei Jahre lang 2 Gigabyte Datenvolumen pro Monat im Preis inbegriffen. Damit sind monatlich etwa 40 Stunden Audio-Streaming oder bis zu drei Stunden Video-Streaming möglich. Wer mehr Daten benötigt, kann einen größeren Datentarif abschließen oder weiterhin die Tethering-Funktion seines Smartphones nutzen.
Als Zubehör werden angeboten: ein kleines Ablagefach, ein neuer doppelter Kofferraumboden mit einem Staufach, eine große, zusammenklappbare Aufbewahrungsbox für die zweite Sitzreihe, eine neue "Handpresso"-Kaffeemaschine, eine "Aero Cargo Box" zur Montage auf der Anhängerkupplung, ein geschlossener Organizer für die Mittelkonsole sowie ein Autositz und eine Sicherheitsleine für Haustiere.
| Renault Scenic 220 Comfort Range |
Renault Scenic 220 Long Range |
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| Techno | 37.590 Euro | 42.590 Euro |
| Esprit Alpine | — | 44.790 Euro |
| Iconic | — | 45.990 Euro |
Die Preise für den aktualisierten Renault Scenic E-Tech elektrisch beginnen bei 37.590 Euro, die Version mit großer Batterie ist ab 42.590 Euro zu haben. Zum Vergleich: Bisher begannen die Preise bei 43.000 Euro (Techno mit 125 kW und 60-kWh-Batterie), die Version mit großer Batterie gab es ab 48.000 Euro (Techno mit 160 kW und 87-kWh-Batterie). Damit sinkt der Preis für die Long-Range-Version um über 5.000 Euro. Gebaut wird der Scenic im französischen Douai, das zur ElectriCity gehört. Die Batteriezellen kommen laut Renault aus Polen, der Motor wird in Cléon in der Normandie gefertigt.
Unter dem Strich
Bisher verwendete Renault ausschließlich NMC-Batterien, nun werden bei den Einstiegsversionen zunehmend LFP-Akkus eingesetzt. Das ist vernünftig: Die Chemie ist günstiger und sehr stabil. Jedenfalls gibt es nun generell günstigere Preise beim elektrischen Scenic: Für die Long-Range-Version zahlt man über 5.000 Euro weniger als bisher, und das trotz leicht erhöhter Reichweite.








