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Unsere BMW 128 Meldungen

BMW 128ti (2021)

Neuer BMW 128ti: So kommt der bayerische Hot Hatch

"Pur, analog, zugänglich" und ... ähm rot
Mit dem neuen 128ti bringt BMW erstmals einen echten Konkurrenten für Golf GTI, Hyundai i30 N und Co. Was der Hot-Hatch-1er kann und was er kostet.
BMW 128 ti (2020) im Test

Vorab-Test BMW 128ti: Was kann der bayerische i30 N-Gegner?

Die Münchner überraschen mit einem "puren Hot Hatch". Wir durften bereits fahren. Auf der Nordschleife
BMW überrascht mit einem puren FWD-Hot Hatch. Der 128ti will mechanisch, echt und erreichbar sein. Erste Fahrt im Prototypen.
Preisangaben in den Meldungen gelten für Deutschland. Quelle: Auto-News

BMW 128 Gebrauchtwagen News und Bilder im Automagazin

Neuer BMW 128ti: So kommt der bayerische Hot Hatch

"Pur, analog, zugänglich" und ... ähm rot

Da ist er nun also, in all seiner rot akzentuierten Pracht - der neue BMW 128ti. Das Auto, das BMW uns beim ersten Aufeinandertreffen vor einigen Wochen als "puren, analogen, echten Hot Hatch" vorstellte. 265 PS, Frontantrieb, mechanische Sperre, analoge Dämpfer, große Bremse, Sportreifen. Ein echter Gegner für Golf GTI, Hyundai i30N und Ford Focus ST. Klingt nicht so verkehrt, oder?

Fahren konnten wir ihn auch schon. Als nahezu serienreifen Prototypen. Wie sich das anfühlte, lesen Sie hier. Zu diesem Zeitpunkt waren die charakteristischen Merkmale noch abgeklebt. Jetzt wissen wir: Besagte Merkmale sind ziemlich .. ähm .. rot.

Exterieur

Der 128ti kommt serienmäßig mit dem M-Sportpaket, kriegt vorne speziell geformte Lufteinlässe mit roten Abdeckungen. Auch an Heck und Seitenschwellern gibt es rote Akzente. Dazu prangt über letzterem ein roter "128ti"-Schriftzug. Wer es subtiler mag, kann die Farbe der Liebe aber auch abbestellen und stattdessen schwarze Details ordern.

Niere und Spiegelkappen sind beim 128er grundsätzlich schwarz, die Scheinwerfer sind leicht abgedunkelt. Am Heck hauen zwei 90mm-Endrohre den geschärften Sound der überarbeiteten Auspuffanlage in die Umwelt.

Serienmäßig steht das Auto auf eigens für ihn gebauten 18-Zöllern "Y-Speiche 553M Bicolor". Auf Wunsch sind diese ohne Aufpreis mit Michelin Pilot Sport 4-Pneus bezogen. Optional sind auch 19-Zöller zu haben.

Interieur

Haufenweise rote Spielereien gibt es auch im Innenraum. Auf den hervorragenden Sportsitzen etwa oder in Form von Kontrastnähten an Armlehne, Türverkleidungen, Instrumententafel, Lenkrad und Fußmatten. Auf der Mittelarmlehne ist ein rotes "ti" eingestickt. Auf Wunsch gibt es die M-Sitze mit integrierter Kopfstütze aus dem M135i.

Fahrwerk

Hier ist wirklich einiges passiert, um den 128er von den normalen 1er-Varianten abzugrenzen, aber auch, um ihm gegenüber dem stärkeren M135i-Allradler einen eigenen Charakter zu spendieren. Folgende Auflistung verdeutlicht den betriebenen Aufwand:

  • Zusätzliche Versteifungen durch Domstirnwandstrebe, Domdomstrebe vorne und Boomerangstrebe an der Hinterachse
  • M Sportfahrwerk mit 10 mm Tieferlegung
  • Federn und Dämpfer zwischen 5-10 Prozent straffer (Hinterachse wird neutraler, vorne wird schneller angelenkt)
  • Geänderter Achsträger hinten, um das Auto drehwilliger beim Einlenken zu machen
    Lenkung etwas weniger direkt als im M135i (als Ausgleich, weil das Auto insgesamt direkter ausgelegt ist)
  • Torsen-Vorderachssperre mit etwas weniger Sperrgrad als im M135i (das Auto soll sich beim Lenken weniger eindrehen, weil hier ja zur Kompensation keine Kraft nach hinten geleitet werden kann)
  • Etwas spitzere Abstimmung der Regelsysteme
  • Bremse und Stabilisatoren vom M135i

Ein Vorteil des 128ti ist natürlich, dass er durch den Wegfall des Allradantrieb gute 80 Kilo leichter ist als der 135er.

Für die Nerds unter uns sei noch erwähnt, dass das Torsen-Sperrdifferenzial mit Sperrgraden von 31 Prozent in Zugrichtung (BMW M135i xDrive 36 Prozent) und 26 Prozent in Schubrichtung arbeitet.

Die Bremse kommt mit roten Vier-Kolben-Sätteln und 360-mm-Scheiben vorne, hinten sind ein Faustsattel und 300-mm-Scheiben verbaut.

Antrieb

Der Zweiliter-Turbo des 128ti ist im Prinzip identisch mit dem des M135i. Dass er im reinen Fronttriebler 41 PS und 50 Nm weniger leistet, macht Sinn. Hier kommt er nun auf 195kW(265 PS) in einem Drehzahlbereich von 4.750 bis 6.500 U/min, die 400 Nm Drehmoment liegen von 1.750 bis 4.500 U/min an.

Den Sprint aus dem Stand auf 100km/h erledigt das Auto in 6,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei abgeregelten 250 km/h. Der Normverbrauch liegt laut Hersteller bei 6,4 bis 6,1 Liter.

Wer im analogen, puren, echten BMW-Hot-Hatch mit einem Handschalter gerechnet hat, schaut allerdings in die Röhre. Der 128ti ist ausschließlich mit dem bekannten 8-Gang-Steptronic-Sport-Getriebe zu haben. Schaltpaddles am Lenkrad sind Serie.

Marktstart und Preis

Der Marktstart desBMW 128ti erfolgt im November 2020. Die Preise starten inklusive 16 Prozent Mehrwertsteuer bei 41.574,79 Euro. Damit ist er gut 7.000 Euro günstiger als ein M135i xDrive. Der 178 PS starke 120i kostet wiederum 7.000 Euro weniger, kommt aber auch mit wesentlich weniger Ausstattung. Im 1er-Portfolio könnte der 128er daher sowas wie der Geheimtipp werden.

Zum Vergleich: Der neue VW Golf 8 GTI startet bei rund 35.000 Euro. der Hyundai i30N Performance kostet mindestens 33.435 Euro und für den Ford Focus ST werden mindestens 32.363 Euro.


Vorab-Test BMW 128ti: Was kann der bayerische i30 N-Gegner?

Die Münchner überraschen mit einem "puren Hot Hatch". Wir durften bereits fahren. Auf der Nordschleife

Wissen Sie, wann ein Hersteller, respektive seine Presseabteilung, einen richtig guten Job gemacht hat? Wenn wir, die Medien, mit all unseren Erlkönigjägern und oft sehr zweifelhaften Leak-Quellen bis zuletzt keinen blassen Schimmer von einem neuen Modell haben.

Umso mehr wenn es sich dabei um eine Performance-Variante handelt. Da stürzen wir uns ja im Regelfall drauf wie die hungergeplagten Geier. Respekt also an die Herrschaften bei BMW. Und jetzt ein großes Hallo dem neuen 128ti. Auch wenn er hier noch in leicht getarnter Erlkönig-Form herum fährt.

Dass man das gute alte ti-Label aus der inzwischen wohl reichlich zugestaubten Schublade geholt hat, hat einen Grund. "Einen puren, analogen, echten Hot Hatch" wollen die Münchner hier auf die Räder gestellt haben. Aber natürlich geht den hippen Hengsten aus der Marketing-Abteilung auch tierisch einer ab, wenn sie die Verbindung zu (mehr oder weniger) legendären Autos aus der Firmenhistorie herstellen können.

Daher muss man in echt natürlich aufpassen mit Vergleichen zu kleinen leichten Spaßkisten wie dem 2002 TI von 1968 (ziemlich legendär) oder dem 1997er 323 ti Compact (etwas weniger legendär). Allein schon, weil der neueste ti über Frontantrieb verfügt und man weder für Geld noch gute Worte drei Pedale und einen Schalthebel bekommt.

Spaß statt Rundenzeiten

Sollten Sie jetzt ein bisschen enttäuscht sein, dann seien Sie es besser nicht, denn der neue 128er wurde mit ziemlich viel Aufwand auf Fahrerlebnis getrimmt und kommt mit einer Konfiguration, die durchaus Spannung verspricht. Inklusive mechanischer Vorderachssperre, analoger Dämpfer und aufpreisfreier Michelin PS 4-Sportreifen.

Vor gut zwei Jahren habe man recht heimlich, still und leise mit dem Projekt begonnen, sagt Fahrwerks-Ingenieur Andreas Stumm. In der ursprünglichen Modell-Strategie für den 1er sei das Auto gar nicht vorgesehen gewesen, aber im Vorstand fanden sich offenbar einige Herrschaften, die meinten: Es wäre doch ziemlich schön, wenn wir sowas hätten. Außerdem ist die Lücke zwischen dem 120i mit 184 PS und dem M135i mit 306 PS natürlich relativ gewaltig.

Die Herangehensweise klingt dabei so unglaublich unteutonisch, dass man fast zweimal hinhören muss. Man werde sicher nicht der schnellste im Segment sein, aber das wäre auch gar nicht das Ziel gewesen. Einen puren Hot Hatch habe man bauen wollen, zugänglich auch für eine jüngere Kundschaft, erläutert Produktsprecher Florian Moser.

Wie das heutzutage so ist, stellt der Name natürlich keinerlei Verbindung zum Motor her. Das Ding könnte also auch genauso gut 124, 167 oder 12345 heißen. Unter der Haube befindet sich der 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder aus dem M135i, hier jedoch zwecks der Abgrenzung elektronisch auf 265 PS und 400 Nm gedrosselt. Die 8-Gang-Sportautomatik kommt ebenfalls aus dem 35er. Dessen Allradsystem fliegt jedoch raus, was gut 80 Kilo Gewicht einspart. 1.445 Kilo wiegt der 128er leer. Nicht wirklich asketisch, aber es ist ein Anfang.

Jede Menge Feintuning hat man schließlich ins Fahrwerk gesteckt. Gefühlt stand ich mit Fahrdynamiker Stumm eine halbe Stunde unter dem Auto, bis wir alle Änderungen durchexerziert hatten. Wie gesagt, hier ist wirklich einiges passiert. Um das Ganze ein wenig einfacher verdaulich zu machen, hier die Kurzform:

  • Zusätzliche Versteifungen durch Domstirnwandstrebe, Domdomstrebe vorne und Boomerangstrebe an der Hinterachse
  • M Sportfahrwerk mit 10 mm Tieferlegung
  • Federn und Dämpfer zwischen 5-10 Prozent straffer (Hinterachse wird neutraler, vorne wird schneller angelenkt)
  • Geänderter Achsträger hinten, um das Auto drehwilliger beim Einlenken zu machen
  • Lenkung etwas weniger direkt als im M135i (als Ausgleich, weil das Auto insgesamt direkter ausgelegt ist)
  • Torsen-Vorderachssperre mit etwas weniger Sperrgrad als im M135i (das Auto soll sich beim Lenken weniger eindrehen, weil hier ja zur Kompensation keine Kraft nach hinten geleitet werden kann)
  • Etwas spitzere Abstimmung der Regelsysteme
  • Bremse und Stabilisatoren vom M135i

Der Mini GP 3 lässt grüßen

Die Auswirkungen aufs Fahrverhalten sind wenig überraschend beträchtlich. Mit einem 118i von der Stange hat dieses Auto absolut gar nichts mehr zu tun. Auf den wie immer grandiosen Landstraßen rund um den Nürburgring erinnerte mich der 128ti eher an den neuen Mini JCW GP. Nicht ganz so extrem und definitiv nicht so schnell, aber vom Wesen her doch recht ähnlich.

"Auf der Straße wie auch auf der Nordschleife gibt sich der 128ti nämlich stockneutral, kreuzbrav und extrem sicher."

Dem Fahrwerk würde ich jetzt einfach mal eine gesunde Härte attestieren. Das fühlt sich auf gutem Belag alles satt gedämpft und völlig okay an. Auf schlechteren Straßen allerdings wähnt man sich im ti schnell wie in einem Flipperautomaten. Als Kugel wohlgemerkt.

Auch die Vorderachse trägt ihren Teil zum sehr umtriebigen Fahrverhalten bei. Die Lenkung ist schnell, aber nicht übernervös und liefert nicht so viel Gefühl. Dennoch wirkt der 128 sehr direkt und fokussiert. Das liegt zu einem guten Teil an der auch hire recht aggressiven Vorderachs-Sperre.

Die Sog-Wirkung des Sperrdifferenzials ist nicht ganz so ausgeprägt wie beim Mini oder dem M135i, aber das Lenkrad sollte man auch hier immer ziemlich gut festhalten. In Kurven ist das natürlich genial, weil man vom Scheitel förmlich aufgesaugt wird. Auf der anderen Seite tanzt das Auto zwischen Bodenwellen oder Unebenheiten natürlich ganz schön durch die Gegend.

Hier ist also die meiste Zeit mächtig was los. Wenn das ein Indikator für einen guten Hot Hatch ist, dann hat BMW definitiv abgeliefert.

Stabil, nicht verspielt

Die Fraktion, die auch mal einen eher instabilen Fahrzustand zu schätzen weiß, wird bei Münchens erstem Performance-Fronttriebler aber sicher nicht so glücklich. Auf der Straße wie auch auf der Nordschleife gibt sich der 128ti nämlich stockneutral, kreuzbrav und extrem sicher.

Das hier mal der Hintern geflogen kommt, wenn man in der Kurve das Gas lupft, wird nicht passieren. Dafür lässt sich das Auto auch an den fiesen Stellen der Schleife durch nichts aus der Ruhe bringen. Neutralität ist Trumpf, bis es an der Grenze irgendwann ins Untersteuern geht.

Fehlt noch der Motor, der auch mit 265 PS und 400 Nm (40 PS und 50 Nm weniger als im M135i und Mini GP) einen sehr stämmigen Eindruck hinterlässt. Von 0-100 km/h geht es in 6,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt offiziell bei 250 km/h.

Mehr wünscht man sich eigentlich nur, wenn man - wie in meinem Fall - auf der Nordschleife einem Instruktor im M2 hinterher hechelt. Ansonsten hat man es mit einem sehr guten Vierzylinder zu tun, der spontan Gas annimmt und homogen dreht. Außerdem haben die Ingenieure dem 128ti eine spezielle Auspuffanlage gegönnt, die gerade im Sport-Modus recht frivol krakeelt.

Das mit der Achtgang-Automatik ist dann auch noch so eine Sache. In 90 Prozent der Fälle ist sie richtig gut, aber unter Volllast auf der Strecke überlegt sie oft einen Ticken zu lang. Ganz abgesehen davon, dass für viele Fans in einen "puren, analogen" Kompaktsportler schlicht und einfach ein Handschalter gehört. Zumindest als Option.

Der Geheimtipp der Baureihe?

Was nach einer guten Stunde Eifel-Landstraßen und drei Runden Nordschleife mit dem zu 95 Prozent fertigen Prototypen hängenbleibt? Dass der 128ti fahrdynamisch ein ganz anderes Kaliber sein wird, als ein herkömmlicher 1er. Er ist sicher nicht so extrem positioniert wie ein Renault Mégane R.S. oder ein Honda Civic Type R, aber da geht schon was. Auch auf der Rennstrecke übrigens, wo man ihn, unter anderem aufgrund der guten Bremse, einwandfrei bewegen kann, wenn man das möchte.

Den etwas herzhaften Federungskomfort und den teils heftigen Zug in der Lenkung muss man halt mögen. Auch, dass er eher neutral als richtig extrovertiert abgestimmt ist. Ansonsten kriegt man hier natürlich alles, was einen 1er ausstattungs- und bedientechnisch ausmacht.

Und so könnte sich der ti für ambitioniertere Kunden als Geheimtipp der Baureihe entpuppen. Zu Ausstattung und Optik darf ich zwar noch nichts sagen, weil das Auto offiziell erst am 7. Oktober vorgestellt wird. Aber die Serienausstattung inklusive aller möglichen M-Umfänge, hervorragender Sportsitze und Co. ist ziemlich umfangreich und das Auto wird etwa 7.000 Euro günstiger sein als ein M135i. Damit läge der ti bei knapp 41.000 Euro.

Klingt auf den ersten Blick vielleicht nicht so pur und erreichbar, könnte sich aber im Vergleich mit den schwächer motorisierten 1ern als ziemlich guter Deal herausstellen.

Vorbehaltlich Irrtümer, Schreibfehler und Zwischenverkauf. automobile.at übernimmt entsprechend den Nutzungsbedingungen keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch, zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und ggf. zum Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) unentgeltlich erhältlich ist.
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