Nachdem A1 und Q2 eingestellt wurden, wird der A3 in diesem Jahr faktisch zum Einstiegsmodell von Audi bei den Verbrennern. Und da die Premiummarke das Ziel aufgegeben hat, bis 2032 vollständig elektrisch zu werden, bleibt noch Zeit für eine weitere Generation mit Verbrennungsmotoren. Die Arbeiten an einem neuen Kompaktmodell laufen bereits auf Hochtouren - und es wird mehr sein als nur eine neu eingekleidete Version des aktuellen Modells.
Der oben gezeigte Concept C von 2025 ist nicht nur ein Ausblick auf den Elektro-Sportwagen des kommenden Jahres, sondern auch eine Blaupause für die gesamte künftige Audi-Palette. Ingolstadt wird sein komplettes Portfolio mit einer neuen Designsprache überarbeiten, die wir bereits an einem Serienmodell gesehen haben: dem Nuvolari.
Während der Supersportwagen an der Spitze der Modellhierarchie steht und auf nur 499 Exemplare limitiert ist, bleibt der nächste A3 ein Volumenmodell - technisch eng verwandt mit Volkswagen Golf und Skoda Octavia.
Das britische Magazin Auto Express sprach mit Audis Technikvorstand, der einige Details zur fünften Generation des A3 verriet. Rouven Mohr betonte, dass exotische Modelle wie der serienreife Concept C und der Nuvolari ziemlich genau vorwegnehmen, welche Verbesserungen über die gesamte Baureihe hinweg zu erwarten sind. Und zwar einschließlich des günstigsten Audi.
Fotos: Audi
"Sie werden überrascht sein, wie viele Elemente Sie in den sogenannten Standardautos wiederfinden werden: das reduzierte Interieur, die mechanische haptische Rückmeldung, das runde Lenkrad, die Materialqualität."
Der nächste A3 ist Teil von Audis größerem Vorhaben, den Ruf der Marke bei der Innenraumqualität wieder zu stärken. Das Unternehmen hatte in einem Interview mit uns offen eingeräumt, dass die Innenräume zuletzt nicht immer dem Anspruch gerecht wurden, den man mit den vier Ringen verbindet. Nun will Audi Materialqualität, taktile Rückmeldung und intuitive Bedienung wieder stärker ins Zentrum seiner Cockpits rücken.
Fotos: Audi
Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit. Bis man sich daran erinnert, was Audi-Innenräume ursprünglich so attraktiv gemacht hat. Die Marke verstand es einst, selbst ihre günstigeren Modelle wie kleinere Versionen der höherklassigen Fahrzeuge wirken zu lassen.
Der Technikvorstand stellt eine Rückkehr zu mehr wahrgenommener Qualität und intuitiveren Bedienelementen in Aussicht. Idealerweise auch durch weniger Abhängigkeit von Bildschirmen und deren großen Rahmen, wie sie den jüngst modellgepflegten A3 prägen.
Die richtige Balance zwischen Tasten und Bildschirmen
Wir hoffen auf ein besseres Gleichgewicht zwischen Displays und physischen Bedienelementen. Der nächste A3 dürfte weiterhin große digitale Anzeigen behalten, denn so sieht nun einmal der Innenraum moderner Autos aus. Umso erfreulicher ist es, dass Audi offenbar neu bewertet, wie stark ein Cockpit von Bildschirmen dominiert werden sollte. Wenn der Concept C ein Hinweis ist, könnte die Marke das passende Verhältnis zwischen klassischen Schaltern und Displays gefunden haben.
Der erste Audi mit diesem neuen Ansatz wird die elektrische A4 e-tron Limousine sein, die 2028 kommen soll. Der nächste A3 dürfte gegen Ende des Jahrzehnts folgen. Er wird weiterhin auf der bewährten MQB-Plattform mit Verbrennungsmotoren basieren, auch wenn wir uns kaum vorstellen können, dass der Diesel über die aktuelle Generation hinaus erhalten bleibt. Angesichts strengerer Emissionsvorschriften und effizienterer Benzin-Hybridantriebe gibt es wenig Gründe, den Diesel in kleinen Autos weiterzuführen.
Motor1 meint: Audi muss den A3 nicht neu erfinden. Die Marke muss sich daran erinnern, warum die Menschen überhaupt einen A3 wollten. Das ursprüngliche Auto war nicht deshalb bemerkenswert, weil es einen riesigen Bildschirm oder einen irgendwo im Infotainmentsystem versteckten App-Store hatte. Es fühlte sich besonders an, weil Audi es geschafft hatte, einen überzeugenden Teil seiner größeren und teureren Modelle in ein kompaktes Format zu übertragen.
Diese Philosophie scheint über die Jahre verwässert worden zu sein. Wenn Audi tatsächlich bessere Materialien, überzeugendere Schalter, echtes haptisches Feedback und eine durchdachtere Mischung aus physischen und digitalen Bedienelementen zurückbringt, könnte der nächste A3 als Premium-Kompakter oder Limousine deutlich attraktiver werden. Und ganz ehrlich: Ein solches Qualitäts-Upgrade wäre mir jederzeit lieber als noch ein weiterer Bildschirm.
Die Ironie dabei: Audi muss möglicherweise zurückblicken, um nach vorn zu kommen.







