Rolls-Royce Phantom Hummingbird: Kennzeichen Kolibri

Die einzigartige Luxuslimousine entstand für einen Kunden in Dubai

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Theoretisch könnte man einen Rolls-Royce kaufen, wie er ist. Gewissermaßen das Basismodell. Aber kaum einer der solventen Kunden macht das. Ganz im Gegenteil: Die Individualisierung kennt bei der britischen Nobelmarke kaum Grenzen. Anschaulich zeigt das ein neues Unikat.

Rolls-Royce Motor Cars hat mit dem Phantom Hummingbird ein Einzelstück auf Basis des Phantom Extended vorgestellt. Das Fahrzeug entstand über das Private Office Dubai als Auftragsarbeit eines Kunden für seine Ehefrau. Der namensgebende Kolibri diente als gestalterisches Vorbild für das Thema der Natur und der Vogelwelt, das sich durch verschiedene Elemente des Automobils zieht.

Rolls-Royce Phantom Hummingbird (2026)

Eine Besonderheit dieses Modells ist der erstmals bei Rolls-Royce eingesetzte Werkstoff Abalone-Schale. Die schimmernde Innenseite dieser Muschel weist eine blau-grüne Färbung auf, die je nach Lichteinfall variiert. Das Material wurde zusammen mit Perlmutt verarbeitet, um das Gefieder des Kolibris nachzubilden. Bei den echten Tieren entsteht die Farbgebung durch mikroskopische Strukturen in den Federn, die das Licht wie kleine Prismen brechen. Ergänzend dazu ziert ein handgemalter Kolibri die seitliche Zierlinie an der Karosserie.

Handarbeit auf die Spitze getrieben

Die Einlegearbeiten erstrecken sich über zwei Bereiche im Innenraum. Auf den beiden Klapptischen im Fond ist jeweils ein fliegender Kolibri dargestellt, der aus 53 einzelnen Elementen aus Abalone-Schale und Perlmutt zusammengesetzt ist. Allein in den Flügeln verarbeiteten die Handwerker 18 Einzelteile.

Rolls Royce Phantom Hummingbird 2026 Rolls Royce Phantom Hummingbird 2026

Ein weiteres botanisches Motiv aus 84 Teilen befindet sich auf der Blende zwischen den beiden Rücksitzen. Die Entwicklung dieser Holz- und Muschelarbeiten dauerte mehr als neun Monate. Da Abalone-Schale extrem dünn und spröde ist, mussten die Handwerker spezielle Techniken zur Bearbeitung und Einpassung in das Furnier entwickeln. Erst nach sechs Versuchsdurchläufen stand das endgültige Verfahren fest. Dabei wurde die Stärke des Materials zunächst reduziert, um die Fragmente passgenau einzusetzen und anschließend zu lackieren.

Jedes Einzelteil wurde per Laser mit einem geringen Übermaß von 0,06 Millimetern zugeschnitten, um die Schnittkante des Lasers auszugleichen, und anschließend von Hand auf das exakte Maß gefeilt. Die Kanten wurden manuell so bearbeitet, dass zwischen den Elementen keine sichtbaren Fugen entstehen. Nach dem Schneiden und Einpassen nahm die Fertigstellung der beiden Klapptische und der hinteren Wandblende weitere 45 Arbeitsstunden in Anspruch.

Rolls Royce Phantom Hummingbird 2026

Als Hintergrund für die Einlegearbeiten dient Furnier aus Esche. Für die Holzmotive auf den Klapptischen kam zudem Holz der Sandbirke zum Einsatz, das aus einem einzigen Stamm ausgewählt wurde. Die Sitze sind in cremefarbenem Leder gehalten und mit braunen Details kombiniert. Den Fußraum kleiden hellgraue Teppiche aus, während der Dachhimmel als LED-Sternenhimmel ausgeführt ist. Außen ist die Karosserie im unteren Bereich im Farbton Wildberry und im oberen Bereich in White Sands lackiert, getrennt durch die von Hand aufgetragene Zierlinie.

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Autor: Roland Hildebrandt