KTM 690 Rally: Neue Rallye-Enduro mit 79 PS

Die 690 Enduro R bekommt Rallye-Tower, mehr Reichweite und erinnert damit ziemlich deutlich an einen berühmten LC4-Vorfahren

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KTM holt einen alten Gedanken zurück. Die neue 690 Rally verbindet den kräftigen Einzylinder der 690 Enduro R mit Rallye-Verkleidung, größerem Tankvolumen und entsprechend mehr Reichweite. Das Modelljahr 2027 soll ab September in Mattighofen produziert werden und bereits im Oktober 2026 zu den Händlern kommen.

Der Name weckt Erinnerungen. Die großen LC4-Einzylinder von KTM spielten über Jahre eine wichtige Rolle im Rallyesport. Gleichzeitig machte sich vor allem die 640 Adventure unter Fernreisenden einen Namen. An diese Tradition knüpft KTM mit der 690 Rally an, auch wenn das neue Motorrad seinen Schwerpunkt stärker auf sportliche Geländeeinsätze legt.

KTM 690 Rally (2027)

Bekannte Technik mit 79 PS

Die technische Grundlage liefert die aktuelle KTM 690 Enduro R. Ihr 692,7 Kubikzentimeter großer Einzylinder kommt auch in der Rally zum Einsatz. Der flüssigkeitsgekühlte Motor leistet 79 PS bei 8.000 U/min und entwickelt maximal 73 Nm. Die Kraft gelangt über ein Sechsganggetriebe und eine Kette ans Hinterrad.

Auch Rahmen und Fahrwerk stammen im Wesentlichen von der Enduro R. Vorne bietet die einstellbare WP-XPLOR-Gabel 265 Millimeter Federweg, hinten sind es 250 Millimeter. Dazu kommen 265 Millimeter Bodenfreiheit und die für kleinere Fahrer durchaus angsteinflößende Sitzhöhe von 935 Millimetern.

KTM 690 Rally 2027

KTM gibt das Gewicht ohne Kraftstoff mit 161,5 Kilogramm an. Die Speichenräder messen endurotypische 21 Zoll vorne und 18 Zoll hinten. Damit bleibt die 690 Rally trotz ihrer zusätzlichen Ausstattung wesentlich näher an einer großen Enduro als an den deutlich schwereren zweizylindrigen Adventure-Modellen.

Rallye-Tower und 20 Liter Tankvolumen

Den entscheidenden Unterschied zur 690 Enduro R erkennt man ohnehin sofort. Vor dem Lenker sitzt ein Rallye-Tower mit hohem Windschild und entsprechend angepasstem Cockpit. Vor allem auf schnellen und längeren Etappen soll die Verkleidung besseren Windschutz bieten.

Wichtiger für die Reichweite sind zwei zusätzliche Kraftstoffbehälter im vorderen Bereich. Zusammen mit dem 13,3 Liter großen Haupttank steigt der Benzinvorrat auf rund 20 Liter. Eine konkrete Reichweite nennt KTM bislang nicht.

KTM 690 Rally 2027

Eine Besonderheit bleibt die Konstruktion des Hecks. Wie bei der 690 Enduro R bildet der Kunststofftank gleichzeitig die tragende Heckstruktur. Klassische große Kofferträger lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres montieren. Wer die Rally für längere Reisen nutzen möchte, dürfte eher zu Softgepäck greifen.

Keine neue 640 Adventure

Genau hier unterscheidet sich die neue 690 Rally von der früheren 640 Adventure. Die Zutaten ähneln sich zwar mit großem Einzylinder, langen Federwegen und mehr Kraftstoff an Bord. KTM legt das neue Motorrad aber stärker für Rallyes, Rallye-Raids und lange Geländetouren aus als für klassische Fernreisen mit umfangreichem Gepäck.

Interessant ist dabei die Position zwischen den Kategorien. Mit knapp 700 Kubikzentimetern und 79 PS bietet die 690 deutlich mehr Hubraum als spezialisierte 450er-Rallyemaschinen. Gleichzeitig bleibt sie schlanker und leichter als die großen Adventure-Bikes mit Zweizylindermotor.

KTM 690 Rally 2027

Für Fahrer, denen eine klassische Reiseenduro zu groß und schwer und eine Sportenduro zu kompromisslos ist, könnte genau diese Kombination interessant sein. Die hohe Sitzposition und die langen Federwege zeigen allerdings auch recht deutlich, wo KTM die Prioritäten gesetzt hat.

Die Produktion der KTM 690 Rally des Modelljahres 2027 soll im September 2026 im österreichischen Werk Mattighofen beginnen. Ab Oktober ist die Auslieferung an die KTM-Händler vorgesehen. Einen Preis hat der Hersteller bislang noch nicht genannt.

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Autor: Christopher Otto