Chery Q: Erstes Elektroauto der Marke für Europa vorgestellt

4,19 Meter langes Modell soll mit 89-kW-Antrieb und 41-kWh-Batterie nach Deutschland kommen, allerdings "zu einem späteren Zeitpunkt"

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Chery Q (2027)

Chery Q: Erstes Elektroauto der Marke für Europa vorgestellt

Omoda 5

Omoda und Jaecoo: Zwei neue Marken aus China für Europa

Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Chery präsentiert auf dem Pariser Autosalon den 4,19 Meter langen Chery Q, das erste reine Elektroauto des chinesischen Herstellers für Europa. Das Modell soll in Deutschland "zu einem späteren Zeitpunkt" eingeführt werden, wie Chery schreibt. Zum chinesischen Chery-Konzern gehören auch die Marken Omoda und Jaecoo.

Chery Q (2027)

Die Optik des Neulings wird von rundlichen, wenig aggressiven Formen bestimmt. Zu den Besonderheiten gehören die Lichtsignatur vorn mit je drei Punkten und einem Strich oben und unten, die zweifarbigen Außenspiegelkappen sowie die Felgen mit auffälliger Kreuz-Optik. Die Türen werden mit versenkten Klappgriffen geöffnet. Laut internationaler Website von Chery - eine deutsche gibt es noch nicht - umfasst die Farbpalette ein Beige, ein Pink, ein helles Violett, ein leuchtendes Rot sowie Silber und Weiß.

Mit 4,19 Meter Länge liegt der Neuling zwischen Klein- und Kompaktwagen. Der Hersteller stuft das Modell einfach als "Stadtwagen" ein. Mit 1,56 Metern ist das Auto so hoch wie der VW ID.3 Neo, doch Länge und Radstand sind deutlich kürzer:

  Länge Breite Höhe Radstand
Chery Q 4,19 m 1,81 m 1,56 m 2,70 m
VW ID.3 Neo 4,27 m 1,81 m 1,56 m 2,77 m

Das Cockpit fällt typisch chinesisch aus: Es gibt ein kleines Instrumentendisplay und einen großen Touchscreen, beides im Querformat. Die Fahrmodi P, N, R und D werden über einen Hebel rechts am Lenkrad aktiviert. Die Außenspiegel müssen wohl per Touchscreen eingestellt werden, denn an den Türinnenseiten gibt es nur vier Tasten für die Fensterheber. Ansonsten sind auf den Bildern zwei Schalen für Smartphones und bunt gerahmte Luftausströmer zu sehen:

Chery Q 2027

Der Kofferraum fasst 375 Liter; das Maximalvolumen ist noch nicht bekannt. Dazu kommt ein 70 Liter großer Frunk. Zum Vergleich: Der VW ID.3 Neo bietet 383-1.336 Liter Kofferraum, hat aber keinen Frunk.

Chery Q 2027

Der Elektromotor leistet laut Chery "rund 89 kW", der Antrieb erfolgt laut internationaler Chery-Website über die Hinterachse. Die Fahrleistungen wurden noch nicht verraten. Die Batterie speichert 41 kWh. Die angegebene Reichweite beträgt 400 Kilometer nach NEFZ. Der WLTP-Wert ist noch nicht bekannt, dürfte aber deutlich darunter liegen. Für Italien ist übrigens eine 52-kWh-Batterie eingeplant, wie Motor1 Italien berichtet.

Chery Q (2027)

Der Akku soll sich in weniger als 17 Minuten von 30 auf 80 Prozent aufladen lassen. Vorausgesetzt, 41 kWh sind die Nettokapazität, entspricht das einer Ladegeschwindigkeit von etwa 41 kWh × 0,5 / 17 min = 1,2 kWh/min oder einer durchschnittlichen Ladeleistung von 1,2 kWh/min × 60 min/h = 72 kW. Für ein Stadtauto ist das ein akzeptabler Wert. Die Basisversion des ID.3 Neo ist mit 1,5 kWh/min allerdings etwas besser.

Wie der VW besitzt auch der Chery eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L), sodass sich externe elektrische Geräte mit Energie aus der Fahrzeugbatterie versorgen lassen. Zu den weiteren Besonderheiten zählen laut internationaler Chery-Website konfigurierbare Anzeigen am Touchscreen, ein Haustier-Modus sowie diverse Accessoires für den Innenraum wie ein Halter fürs Smartphone sowie Haken zur Befestigung von Kleinkram.

Der Chery Q ist laut Hersteller "bereits auf zahlreichen internationalen Märkten verfügbar". Er wird in Rechtslenkermärkten wie Thailand und Südafrika angeboten, nicht jedoch in Großbritannien, Australien oder Neuseeland. Auch auf chery.cn und CarNewsChina haben wir das Modell nicht gefunden.

Unter dem Strich

Brauchen wir wirklich noch ein weiteres Elektroauto aus China, das außer ein paar Optik- und Ausstattungs-Besonderheiten wenig attraktiv wirkt? Zumindest den bisherigen Angaben nach ist der Chery Q ein weiteres Modell mit monitorlastiger Bedienung, wenig Reichweite und schwachem Antrieb. Und ist es wirklich klug vom Chery-Konzern, neben den Marken Omoda und Jaecoo auch noch die Stammmarke nach Deutschland zu bringen? Da sind wir skeptisch.

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Autor: Stefan Leichsenring