Ein Klassiker aus der Frühphase von Lamborghini wird 60 Jahre alt: Im März 1966 präsentierte der italienische Sportwagenhersteller auf dem Genfer Autosalon den 400 GT. Das Fahrzeug basierte auf dem ersten Serienmodell der Marke, dem 350 GT, und markierte einen wesentlichen Schritt in der Modellentwicklung des noch jungen Unternehmens aus SantAgata Bolognese, das erst 1963 von Ferruccio Lamborghini gegründet worden war.
Im Vergleich zum zweisitzigen Vorgänger zeichnete sich der Lamborghini 400 GT vor allem durch ein verändertes Raumkonzept aus. Als sogenannte 2+2-Sitzer-Ausführung (oft auch als 400 GT 2+2 bezeichnet) verfügte die von Carrozzeria Touring gestaltete Aluminiumkarosserie über eine leicht erhöhte Dachlinie. Diese Anpassung schuf mehr Kopffreiheit im Innenraum, ermöglichte zwei zusätzliche Notsitze im Fond und erweiterte das Kofferraumvolumen, was den Langstreckenkomfort des Gran Turismo steigerten.
Ein V12 als Kunstwerk
Auch in technischer Hinsicht erfuhr das Modell grundlegende Überarbeitungen. Der von Giotto Bizzarrini entworfene Zwölfzylindermotor wurde von ursprünglich 3,5 Litern auf knapp vier Liter Hubraum (3.929 cm³) vergrößert. Bei Bohrung und Hub von 82 × 62 Millimetern, zwei obenliegenden Nockenwellen pro Zylinderbank und der Gemischaufbereitung über sechs Weber-Doppelvergaser (Typ 40 DCOE) leistete der 60-Grad-V12-Saugmotor nun 320 PS.
Das maximale Drehmoment belief sich auf 374 Nm bei 4.500 U/min. Die Kraftübertragung erfolgte über ein neues, im eigenen Werk gefertigtes Fünfgang-Schaltgetriebe, das die bisher zugekauften Borg-Warner-Einheiten ersetzte. Zudem erhielten die Schalthilfe und die Einzelradaufhängung an den beiden Achsen eine Überarbeitung.
Von der 4-Liter-Variante entstanden bis zum Produktionsende im Jahr 1968 insgesamt 274 Exemplare (darunter 23 Einheiten der seltenen Zwischenversion 400 GT Interim mit der ursprünglichen 350 GT-Karosserie). Der 400 GT trug maßgeblich dazu bei, die finanzielle Basis des Unternehmens zu konsolidieren und Lamborghini als ernsthaften Konkurrenten zu Ferrari im Segment luxuriöser Sportwagen zu etablieren.
Die historische Bedeutung des Fahrzeugs erstreckt sich auch auf die Populärkultur der späten 1960er-Jahre. Ein rotes Exemplar im Farbton Rosso Alfa stand beispielsweise am 30. Januar 1969 in der Londoner Savile Row direkt vor dem Gebäude, auf dessen Dach die Beatles ihr bekanntes, letztes Live-Konzert gaben.
Für den Erhalt und die Dokumentation verbliebener Fahrzeuge zeichnet heute die werkseigene Klassikabteilung Lamborghini Polo Storico verantwortlich, die Restaurierungen durchführt und Zertifikate zur Fahrzeugauthentizität ausstellt.








