Audi RS 3 Competition Limited (2026): Der 100.000-Euro-Hot Hatch

Gewindefahrwerk, mehr Sound, viel Carbon und heiße Farben zum 5-Zylinder-Jubiläum. Es dürfte der Schwanengesang des 2.5 TFSI sein.

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Wir haben ja schon viel erlebt, unter anderem ein VW Golf R-Sondermodell für 76.000 Euro, aber dass ein Kompaktsportler die 100.000 Euro Basispreis knackt, ist dann doch speziell. Wie das ganze Auto übrigens, so fair sollte man schon sein. Sagen Sie Hallo zum neuen Audi RS 3 Competition Limited. 50 Jahre Audi-Fünfzylinder werden hier mit einigen überaus interessanten Neuerungen gefeiert.

Wir sehen hier zweifelsfrei die Krönung der aktuellen RS 3-Baureihe 8Y. Und wir wissen: Wenn sie weg ist, ist auch der Fünfzylinder in dieser Form Geschichte. Seine unverkennbaren Zündfolge 1-2-4-5-3 hat sich tief in die DNA der Marke mit den vier Ringen eingebrannt. Doch wir müssen der Realität ins Auge blicken: Strenge Abgasnormen und die fortschreitende Elektrifizierung bedeuten, dass die Tage des 2.5 TFSI gezählt sind. 

Doch bevor der Vorhang in absehbarer Zeit endgültig fällt, lässt Audi Sport es noch einmal ordentlich krachen. Zum 50-jährigen Jubiläum des Motors präsentieren die Ingolstädter den Audi RS 3 Competition Limited. Weltweit wird es 750 Einheiten geben - aufgeteilt in 585 RS 3 Sportback und 165 RS 3 Limousinen. Deutschland bekommt 187 Autos, 158 davon sind Sportbacks. 

Um zu verstehen, was die Motivation hinter diesem neuen Über-RS 3 ist, müssen wir die Uhr um 50 Jahre zurückdrehen. 1976 debütiert der erste Fünfzylinder im Audi 100 der zweiten Generation. Richtig berühmt wird das Konzept in den 1980er-Jahren mit Urquattro und Sport Quattro. 1994 bringt der von Porsche mitentwickelte Avant RS2 den Fünfzylinder in die High-Performance-Kombi-Liga.

Ab 2011 quetscht Audi dann den neuen 2.5 TFSI in die Kompaktklasse und erfindet den ersten RS 3 (Generation 8P). Inzwischen sind wir im Spätherbst der dritten RS 3-Generation angekommen und der Fünfzylinder wird nach wie vor für seine bullige Kraftentfaltung und seinen unkopierbaren Sound verehrt. 

Apropos: Unter der Haube bleibt es auf dem Papier bei den bekannten Werten: 2,5 Liter Hubraum, 400 PS (294 kW) und 500 Nm Drehmoment. Der Sprint auf Landstraßentempo ist in 3,8 Sekunden erledigt, bei 290 km/h schiebt die Elektronik den Riegel vor.

Doch emotional legt der Competition Limited die Latte wohl noch ein wenig höher. Durch eine reduzierte Stirnwanddämmung (die Trennwand zwischen Motor und Innenraum) soll das mechanische Sägen des R5-Motors noch deutlich ungefilterter zu den Insassen durchdringen. Vier Kilo Dämmung hat man insgesamt entfernt.

Zudem wurde die Klappensteuerung der RS-Sportabgasanlage modifiziert: In den dynamischen Modi (dynamic, RS Performance, RS Torque Rear) öffnen die Klappen früher und sorgen für ein voluminöseres Klangbild.

Ein weiterer Grund, warum fahrdynamische Feinschmecker bei diesem Modell hellhörig werden sollten, findet sich in den Radhäusern. Erstmals verbaut Audi beim RS 3 ab Werk ein spezifisch abgestimmtes Gewindefahrwerk.

Die Dämpfer sind dreifach einstellbar: zweifach in der Druckstufe (High- und Low-Speed) sowie einfach in der Zugstufe. Das Auto ist 10 mm tiefer als ein herkömmlicher RS 3 und wird im Zustand einer festgelegten Straßeneinstellung ausgeliefert. Wer die umfangreichen Verstellmöglichkeiten des Gewindefahrwerks nutzen möchte: Ein passendes Werkzeugset samt Anleitung liegt dem Auto bei.

Um die Agilität weiter zu steigern, verbaut Audi an der Hinterachse einen dickeren, steiferen Rohrstabilisator und erhöht die Federrate hinten. An der Vorderachse ist die Keramikbremse mit roten Bremssätteln Serie. Dazu kommen optional Pirelli PZero Trofeo R Semi-Slicks. Wie sehr sich diese Maßnahmen aufs Fahrspaß-Potenzial des Edel-Kompaktsportlers auswirken, können wir Ihnen Ende April nach der ersten Testfahrt sagen.

Audi RS 3 competition limited (2026)

Optisch ist der Competition Limited sicher die bisher auffälligste und unserer Meinung nach auch eine überaus gelungene Variante des RS 3. Das liegt zum einen am Sturz in den großen Mattcarbon-Topf: an der geteilten Frontspoilerlippe, den neuen Flics an der Schürze, den Seitenschwellern, am Diffusor und dem auffälligen Dachspoiler ist Kohlefaser angesagt. In den Radhäusern drehen sich exklusive 19-Zoll-Schmiedefelgen im matten Farbton "Neodymgold".

Besonders reizvoll sind die Lackierungen. Neben Daytonagrau und dem neuen Gletscherweiß matt bietet Audi exklusiv die Farbe Malachitgrün an - eine direkte Hommage an den originalen Audi Sport quattro von 1983. Typisch Audi: Nerdige Licht-Details dürfen nicht fehlen. Öffnet oder schließt man das Fahrzeug, leuchtet das Tagfahrlicht der Matrix-LED-Scheinwerfer in der Zündfolge 1-2-4-5-3 auf.

Ungewohnt farbenfroh präsentiert sich der Innenraum der Sonderedition. Die tiefen RS-Schalensitze mit Carbon-Rückwand tragen Mittelbahnen aus neodymgoldenem Dinamica-Mikrofaserstoff. Nähte, Sitzgurte und die 12-Uhr-Markierung am Microfaser-Lenkrad sind in Ingwerweiß ausgeführt. Wer auf das Virtual Cockpit blickt, sieht weiß hinterlegte digitale Ziffernblätter. So machte man das bereits 1994 im analogen Cockpit des Audi RS2. Eine Plakette in der Mittelkonsole weist zudem auf die jeweilige Nummer der auf 750 Stück limitierten Serie hin.

Derart viel Exklusivität und Hardware-Upgrades kommen nicht "für Umme". Wir erwähnten es bereits, der Preis hat es in sich. Für den Sportback ruft Audi in Deutschland einen Startpreis von 100.680 Euro auf, die Limousine startet bei 102.680 Euro. Natürlich ist jeder Competition Limited damit voll bis unters Dach, aber das sollte er besser auch - bei einem Aufschlag von gut 44.000 Euro gegenüber dem Basispreis des Serienmodells. Die Auslieferungen starten im Juni 2026. 

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Autor: Stefan Wagner