Der Mitsubishi Pajero ist zurück. Rund fünf Jahre nach dem Ende der vierten Generation hat Mitsubishi sein traditionsreiches Geländewagen-Flaggschiff komplett neu aufgelegt. Und es wird kein weichgespültes SUV, sondern gemäß der Tradition ein handfester Offroader.
Der neue Pajero setzt auf einen 2,4-Liter-Diesel, Leiterrahmen, sieben Sitze und umfangreiche Allradtechnik. Eine entscheidende Frage bleibt allerdings offen: Kommt er auch nach Deutschland?
Mitsubishi baut die fünfte Generation in Thailand und bringt sie dort zuerst auf den Markt. Noch im Geschäftsjahr 2026 sollen Japan und Australien folgen. Ab dem Geschäftsjahr 2027 will der Hersteller den Pajero in rund 100 Ländern anbieten. Genannt werden unter anderem Märkte in Südostasien, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Europa erwähnt Mitsubishi bislang nicht.
Das ist insofern bemerkenswert, weil der Pajero über Jahrzehnte auch hierzulande zum festen Programm gehörte. 1982 kam die erste Generation auf den Markt. Über vier Generationen produzierte Mitsubishi mehr als 3,29 Millionen Exemplare und verkaufte den Geländewagen in mehr als 170 Ländern und Regionen.
Knapp fünf Meter langer Geländewagen
Mit 4.920 mm Länge, 1.925 mm Breite und 1.910 mm Höhe ist der neue Pajero ein stattliches Auto. Der Radstand beträgt 2.870 mm, die Spurweite vorne und hinten jeweils 1.630 mm. Mitsubishi verspricht dennoch eine gute Handlichkeit im Alltag und offroad.
Dafür nennt der Hersteller einige Werte fürs Gelände. Die Bodenfreiheit beträgt 230 mm. Der Böschungswinkel liegt vorne bei 30,4 und hinten bei 25,8 Grad, der Rampenwinkel bei 22,6 Grad. Die Gewichtsverteilung beträgt 52 zu 48 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse.
Technisch bleibt Mitsubishi einem klassischen Offroader-Konzept treu. Ein Leiterrahmen bildet die Basis. Der Hersteller verwendet mehr hochfesten Stahl und hat unter anderem die Querschnitte des Rahmens vergrößert. Das soll sowohl die Torsions- als auch die Biegesteifigkeit verbessern, ohne unnötig Gewicht draufzupacken.
Starrachse hinten, Einzelradaufhängung vorne
Vorne arbeitet eine Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenkern. Hinten bekommt der Pajero eine neu entwickelte Starrachse mit fünf Lenkern. Verstärkte Karosserieaufnahmen sollen Vibrationen auf schlechten Straßen reduzieren. Mitsubishi nennt dabei ausdrücklich den Komfort abseits befestigter Straßen als eines der Entwicklungsziele.
Beim Design orientiert sich die Neuauflage sichtbar an ihren Vorgängern, ohne deren Formen direkt zu kopieren. Die Karosserie steht aufrecht, horizontale Linien bestimmen die Seitenansicht und deutlich ausgestellte Radhäuser sorgen für entsprechende Breite.
Auch einige kleinere Details greifen die Pajero-Historie auf. Die Gestaltung der C-Säule erinnert laut Mitsubishi an den Überrollbügel der ersten Generation. Am Heck findet sich ein sechseckiges Motiv, das wiederum das außen montierte Reserverad älterer Pajero-Modelle zitieren soll.
An der Front gibt es je nach Ausführung zwei unterschiedliche Kühlergrills. Einer trägt horizontale Streben, die zweite Variante verwendet eine Wabenstruktur. Dazu kommen T-förmige Scheinwerfer. Bei den Farben hebt Mitsubishi zunächst Armor Copper Metallic und Phantom Blue Metallic hervor.
2,4-Liter-Diesel mit 480 Nm
Unter der Haube steckt ein neu entwickelter 2,4-Liter-Turbodiesel. Er arbeitet mit einem variablen Turbolader und entwickelt maximal 480 Nm. Eine Leistungsangabe nennt Mitsubishi bei der Premiere interessanterweise noch nicht.
Der Motor ist an eine ebenfalls neue Achtgang-Automatik mit Sportmodus gekoppelt. Weitere Antriebe hat Mitsubishi bislang nicht angekündigt. Von einem Benziner, Hybrid oder Plug-in-Hybrid ist in den technischen Informationen zur Premiere keine Rede.
Gerade für Europa dürfte die Motorenfrage interessant werden. Ein großer Geländewagen mit 2,4-Liter-Diesel ist auf vielen internationalen Märkten weiterhin ein naheliegendes Angebot. Bei einer möglichen EU-Version wären dagegen unter anderem die hiesigen Emissionsvorgaben zu berücksichtigen. Mitsubishi hat bislang weder eine europäische Variante noch eine dafür angepasste Motorisierung bestätigt.
Super Select 4WD-II bleibt an Bord
Beim Allradantrieb greift der Pajero auf Super Select 4WD-II zurück. Der Fahrer kann zwischen vier Einstellungen wählen. In 2H fährt der Mitsubishi mit Hinterradantrieb, 4H aktiviert den permanenten Allradantrieb. In 4HLc wird das Mittendifferenzial gesperrt, 4LLc kombiniert die Sperre mit einer Geländeuntersetzung.
Neu ist die Kombination mit Mitsubishis S-AWC. Das System koordiniert unter anderem die Active Yaw Control, Stabilitäts- und Traktionskontrolle sowie ABS. Die AYC beeinflusst über Bremseingriffe an den Vorderrädern die Drehmomentverteilung zwischen links und rechts.
Zusätzlich gibt es sieben Fahrprogramme. Neben Normal und Eco stehen Gravel, Snow, Mud, Sand und Rock zur Wahl. Große 18-Zoll-Bremsscheiben und ein elektrischer Bremskraftverstärker gehören ebenfalls zum Paket.
Sieben Sitze und zwei 14,3-Zoll-Displays
Im Innenraum setzt Mitsubishi auf drei Sitzreihen und sieben Plätze. Die zweite Reihe lässt sich um 150 mm verschieben und besitzt einen Klappmechanismus, der den Einstieg nach hinten erleichtert. Für die dritte Reihe verspricht Mitsubishi genügend Kopffreiheit für Erwachsene. Unter den Sitzen der zweiten Reihe bleibt zudem Platz für die Füße.
Vorne und in Reihe zwei gibt es belüftete Sitze. Eine Drei-Zonen-Klimaautomatik kann die Temperatur für unterschiedliche Bereiche des Innenraums separat regeln. Für mehr Ruhe verwendet Mitsubishi Akustikglas nicht nur an der Windschutzscheibe, sondern auch an den vorderen und hinteren Seitenscheiben.
Das Cockpit ist erheblich digitaler als bei jedem bisherigen Pajero. Zwei jeweils 14,3 Zoll große Bildschirme sitzen optisch in einer gemeinsamen Einheit. Mitsubishi integriert dabei eine digitale Neuinterpretation der früheren drei Zusatzinstrumente.
Der sogenannte Multi-Meter kann unter anderem Höhe, Himmelsrichtung, Außentemperatur sowie Nick- und Wankwinkel des Fahrzeugs anzeigen. Auch Informationen zur AYC-Regelung lassen sich darstellen. Für die Bildschirmhintergründe stehen 16 Designs zur Verfügung, die sich abhängig von der Tageszeit verändern.
Kamerablick unter die Fahrzeugfront
Das Kamerasystem kombiniert Bilder von vier Kameras mit einem dreidimensionalen Fahrzeugmodell. Interessanter fürs Gelände dürfte die Ansicht unterhalb der Fahrzeugfront sein. Sie zeigt Bereiche unmittelbar vor und unter dem Auto, die der Fahrer vom Sitz aus nicht sehen kann.
In den Allradmodi 4HLc und 4LLc kann diese Darstellung automatisch aktiviert werden. Sie soll etwa auf steilen Passagen oder zwischen größeren Steinen helfen. Manuell lässt sich die Ansicht ebenfalls einschalten.
Bei den Assistenzsystemen fährt Mitsubishi ebenfalls auf. An Bord sind unter anderem ein Notbremssystem mit Erkennung von Fußgängern, Radfahrern und Motorrädern, ein Querverkehrswarner vorne und ein Notfall-Spurassistent. MI-PILOT kombiniert auf Autobahnen den adaptiven Tempomaten mit einer aktiven Spurführung.
Acht Airbags gehören zur Sicherheitsausstattung. Erstmals verwendet Mitsubishi außerdem einen Center-Airbag zwischen Fahrer und Beifahrer. Für Musik ist optional ein gemeinsam mit Yamaha entwickeltes Audiosystem mit zwölf Lautsprechern und zwei Verstärkern vorgesehen.
Und was ist jetzt mit Deutschland?
Diese Frage beantwortet Mitsubishi bei der Weltpremiere noch nicht. Thailand macht den Anfang, Japan und Australien folgen im Geschäftsjahr 2026. Ab 2027 soll der neue Pajero schrittweise in rund 100 Ländern angeboten werden. Mitsubishi nennt dabei ausdrücklich Südostasien, Lateinamerika und den Nahen Osten.
Deutschland und Europa tauchen in dieser Ankündigung nicht auf. Einen europäischen Verkaufsstart hat Mitsubishi ebenso wenig bestätigt wie Preise oder eine mögliche EU-Motorisierung. Vorerst bleibt also nur festzuhalten, dass der Pajero tatsächlich wieder da ist. Nur eben noch nicht bei uns.








