VW Polo: Wie lange wird es den Kleinwagen noch mit Verbrenner geben?

Einen direkten Nachfolger gibt es nicht, vieles hängt von Euro 7 und dem ID. Polo ab

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Seit 1975 gibt es den Polo im VW-Programm, womit der Kleinwagen einer der langlebigsten Namen der Marke ist. Aktuell befindet sich der Verbrenner in seiner sechsten Modellgeneration, 2017 wurde der Polo VI präsentiert. Doch wie sieht seine Zukunft aus? Wir werfen einen Blick auf die bekannten Fakten.

Aktuell gibt es VW Polo mit folgenden Benzinern: 1.0 Sauger, 80 PS sowie den 1.0 TSI mit 95 oder 116 PS. Der GTI lief Ende 2025 aus, der Diesel bereits im Jahr 2020. Als Nachfolger ist seit 2026 der rein elektrische ID. Polo am Start. Seine Leistungsdaten reichen von 116 PS bis zu 226 PS in der GTI-Variante.

VW ID. Polo (2026) vs. VW Polo (2026)

Mit ähnlicher Ausstattung ist der ID. Polo günstiger

Interessant ist der Blick auf die Preise in Deutschland: 20.380 Euro für die Basisversion des Polo mit 80 PS, 24.995 Euro für den günstigsten ID. Polo mit 116 PS. Mit 115 PS und Automatik kostet der Verbrenner-Polo indes bereits 28.220 Euro. Gebaut wird der Polo inzwischen in Südafrika, der ID. Polo im spanischen Martorell.

Immerhin: VW begeht nicht den Fehler von Ford, wo man den Fiesta ohne direkten Nachfolger einstampfte. Denn der Verbrenner-Polo erfreut sich in Deutschland noch immer großer Beliebtheit. Bis September wurden rund 23.000 Neuzulassungen verbucht. Ein Pfund, welches man nicht so einfach aufgibt, zumal ein Polo Neukunden zur Marke bringen kann.

Kein neuer Polo mit Verbrenner

VW-Markenchef Thomas Schäfer hatte bereits klargestellt, dass es für die aktuelle Generation des Polo (Typ AW / VI) keinen neuen Nachfolger mit Verbrennungsmotor mehr geben wird. Das ist de facto der ID. Polo. Vieles hängt von seinem Erfolg ab, für die gesamte Elektro-Kleinwagen-Familie mit ID. Cross, Skoda Epiq und Cupra Raval stehen angeblich bereits 150.000 Bestellungen im Raum.

VW ID. Polo 2026 Vs. VW Polo 2026

Jedoch wird VW noch abwarten, wie sich der Absatz des ID. Polo ohne staatliche Elektroprämien entwickeln wird. Der Verbrenner-Polo ist quasi das Sicherheitsnetz. Ein wichtiger Faktor für seine Zukunft ist die kommende Euro-7-Norm. Das Einhalten strengerer EU-Emissions- und Sicherheitsvorschriften erfordert komplexe Abgasreinigungssysteme und Fahrerassistenzsysteme. Im Kleinwagensegment lassen sich diese Mehrkosten bei den ohnehin geringen Margen kaum noch auf den Verkaufspreis umlegen. 

Euro 7, Mildhybrid und der ID. Up

Für bestehende Baureihen (also bereits auf dem Markt befindliche Modelle, die über eine laufende Typgenehmigung verfügen) gilt die Abgasnorm Euro 7 ab dem 29. November 2027 für alle Neuzulassungen. Spätestens dann könnte sich der Verbrenner-Polo trotz der günstigeren Produktion in Südafrika preislich noch stärker dem ID. Polo annähern. Möglicherweise entfällt die 80-PS-Basis. VW dürfte aber die Nachfrage bis November 2027 im Blick behalten. 

VW Id.every1 2025 Live Bilder von der Weltpremiere

Indes folgt 2027 noch die Serienversion des ID. Every1, dann wohl unter dem Namen ID. Up. Sie soll bei rund 20.000 Euro starten, könnte also den 80-PS-Polo ersetzen. Hinsichtlich der Verbrenner-Zukunft der Konzern-Kleinwagen liefert Seat einen interessanten Hinweis: 2027 ist die Einführung von Mild-Hybrid-Versionen des Ibiza und des Arona geplant.

Diese dürften auch ihren Weg unter die Haube des Verbrenner-Polo (und dessen Konzernverwandten) wandern, Stichwort Euro 7. Ein klares Zeichen, dass Polo, Ibiza, Arona und Co. noch nicht auf dem Sterbebett liegen. Wahrscheinlich bleiben diese Kleinwagen noch solange im Programm, wie die Nachfrage seitens der Kundschaft vorhanden ist. Und es sich für den Konzern rechnet. 

Bis 2030 könnte der Verbrenner-Polo noch existieren

Unsere Prognose: Mildhybrid ab 2027, eventuell verbunden mit einem Facelift im Stil des ID. Polo. Und eine Fertigung bis etwa 2030. Spätestens dann dürfte auch insgesamt der Drops für Verbrenner-Kleinwagen in Europa gelutscht sein.

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Autor: Roland Hildebrandt