Der elektrische Supersportwagen Yangwang U9 Xtreme hat auf einer öffentlichen Straße die magische Grenze von 500 km/h durchbrochen. Es handelt sich um einen historischen Meilenstein, dem die Automobilindustrie seit einem Jahrhundert nachjagt.
Die beeindruckende Rekordfahrt fand am 1. November auf der Sheikh Khalifa Bin Zayed International Road in der Region Al Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Damit übertrumpft die Marke aus dem BYD-Konzern die bisherigen 490 km/h von Bugatti. Eine Marke, die aber bereits 2025 geknackt wurde.
Technische Spezifikationen und Antriebsarchitektur
Um die Leistung gegenüber den 1.287 PS der Standardversion drastisch anzuheben, entwickelte der Hersteller Elektromotoren mit einer Maximaldrehzahl von 30.000 Umdrehungen pro Minute. Diese nutzen einen 0,1 Millimeter dünnen Stator aus Siliziumstahl sowie einen Rotor aus hochfestem Spezialstahl mit einer Zugfestigkeit von 970 Megapascal.
Jede der vier Einheiten leistet 755 PS (555 kW), was eine Systemleistung von über 3.000 PS ergibt. Daraus resultiert ein Leistungsgewicht von 1.217 PS pro Tonne. Eine Hochleistungs-Drehmomentregelung passt die Kraftverteilung an jedem einzelnen Rad mehr als einhundertmal pro Sekunde an.
Als erstes Serienfahrzeug nutzt der Supersportwagen ein 1.200-Volt-Bordnetz, das Stromstärken von bis zu 1.000 Ampere verarbeiten kann. Als Energiespeicher dient eine weiterentwickelte LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) der Blade-Bauart. Die Leistungsdichte der einzelnen Zellen liegt um 170 Prozent über der des 800-Volt-Standardsystems, während die Entladerate die Werte herkömmlicher Antriebsbatterien um das Zehnfache übertrifft.
Das aktive Fahrwerkssystem DiSus-X stellt innerhalb von 120 Millisekunden Stellkräfte von bis zu 50 Kilonewton bereit. Dadurch durchfährt das Fahrzeug schnelle Kurven ohne Seitenneigung oder baut bei einer Querbeschleunigung von 0,3 g sogar einen negativen Rollwinkel von bis zu 2,43 Grad auf. Um den extremen Belastungen standzuhalten, entwickelte Giti Tire speziell auf das Fahrzeug abgestimmte Semi-Slick-Reifen.
Reaktionen und Markteinführung
Stella Li, Executive Vice President des Mutterkonzerns BYD, bewertete den Erfolg wie folgt: Während das Team im vergangenen Jahr noch die 496,22 km/h in Deutschland feierte, werteten die Ingenieure bereits die Daten aus, um das Potenzial der Plattform weiter auszuschöpfen. Der Wert von 503,17 km/h verschiebe die Grenzen des rein elektrischen Antriebs nochmals deutlich nach oben.
Pilot Marc Basseng hob die besonderen Anforderungen der Testumgebung hervor: Eine öffentliche Straße stelle völlig andere Bedingungen dar als eine abgesperrte Teststrecke. Präzision, Fahrzeugstabilität und das Vertrauen in die Technik spielten unter diesen Umständen eine noch entscheidendere Rolle.
Das erste Kundenfahrzeug der auf 30 Exemplare limitierten Kleinserie trägt den Namen "Dawn Moment" und zeichnet sich durch eine Speziallackierung mit mikrometrischem Goldstaub aus. Die ersten Käufer haben ihre individuellen Konfigurationen bereits finalisiert und die entsprechenden Kaufverträge unterzeichnet.








