Update vom 28. Juli 2026: 02. Eine Nummer, bei der BMW-Fans ganz nostalgisch werden. Doch dieser "Null-Zwo" kommt aus China. Und ist weit weniger beliebt. Ganze 67 Neuzulassungen konnte der Lynk & Co 02 im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland auf sich verbuchen.
Dabei hat er durchaus erfolgreiche Familienmitglieder: Wie weitere Modelle des Geely-Konzerns (etwa Smart #1, Volvo EX30 oder Zeekr X) nutzt das SUV die Elektro-Plattform "Sustainable Experience Architecture" (SEA). Liegt es am Auto?
Eher am Händlernetz. In Deutschland zählt das Vertriebsnetz von Lynk & Co derzeit 23 Handelspartner. Ergänzt wird dieses Retail-Netzwerk durch 84 autorisierte Servicestandorte. Klingt gut, aber es gibt noch genügend große weiße Flächen.
So fährt er sich
Wir hatten jetzt einen 02 in der Redaktion. Quasi ein Teil-Facelift, noch ohne gelbe Gurte, aber mit "Hey Honk"-Funktion. "Honk" bezieht sich auf das englische Wort für hupen. Alternativ gibt es nämlich im Lynk per Knopfdruck ein "Hallo", fröhliches Pferdegewieher oder eine Posaune. Michael Knight würde es gefallen. Uns eher weniger.
Klar, Spaß muss sein. Der hat aber seine Ecken, wenn das Auto den Fahrer permanent überwacht und schon bei einem Gähnen zur Mega-Mutti wird. Man aber gleichzeitig viele Funktionen ablenkend auf dem großem 15,4-Zoll-Touchscreen bedienen muss. Bis hin zur Einstellung der Lüftungsdüsen. Beim Öffnen der Tür mit ihren rahmenlosen Scheibe blickt man auf ein "Drive Safe" in der Türtafel. Zu Befehl!
Immerhin: Der Lynk hat im Gegensatz zu seinem Volvo-Cousin noch ein Instrumentendisplay. Große Ablagen gibt es auch, die Materialien sind irgendwo zwischen "Einbauküche 1975" und "kann sich sehen lassen" angesiedelt. Das soll sich aber zum 27er-Modelljahr ändern, wir hatten noch die 26er-Version.
Aber auf der Straße bekommt man das Gefühl, bei Volvo hat man mehr Hirnschmalz investiert. 1.820 Kilogramm wiegt der 4,46 Meter lange 02, fühlt sich aber schwerer an. Dafür sorgt das zum eckigen Lenkrad passende Fahrverhalten und der frappant große Wendekreis.
Und die Ladekurve? 96 kW in der Spitze, im Testmittel 80 kW. Offiziell soll der 02 mit bis zu 150 kW laden können. Immerhin, die offiziellen 17,6 kWh im Verbrauch sind machbar, maximal 445 Kilometer Reichweite aber höchstens solides Mittelfeld. Nicht schlecht hingegen; Er hat eine Anhängelast von 1.600 kg und bis zu 440 Liter Kofferraumvolumen.
Unser Testwagen startete bei 39.995 Euro mit sehr guter Serienausstattung. Trotzdem eine Summe, die man erstmal haben muss. Schlecht ist der 02 nicht, aber auch nicht überragend gut. Hauptknackpunkte bleiben das dünne Servicenetz und die immer größer werdende Konkurrenz, auch und gerade aus China.
Im Oktober 2024 fassten wir zusammen: Der 02 "hat das Zeug dazu, Lynk & Co in Deutschland erfolgreich wiederzubeleben". Geklappt hat das nur so semi-gut für das schwedisch-chinesische Joint Venture. 2025 wurden in Deutschland ganze 49 Einheiten zugelassen. Immerhin 2026 geht es aufwärts. Nach nur fünf Monaten (Januar bis Mai) wurde dieser Wert mit 51 Exemplare auf hiesige Straßen bereits übertroffen.
Damit der leichte Aufwärtstrend für das Kompakt-SUV anhält, spendiert Lynk & Co dem 02 für das Modelljahr 2027 ein Update. Dafür wurde explizit auf Kundenfeedback und Erfahrungen aus der alltäglichen Nutzung eingegangen. Das Ergebnis zeigt eine Reihe von Anpassungen beim Komfort und eine verbesserte Benutzerfreundlichkeit.
Äußerlich bleibt der Lynk & Co 02 im Grunde unangetastet. Einzig die neue Lackierung "Onyx Black" erweitert die Farbpalette und soll dem Fahrzeug einen etwas gedeckteren, unauffälligeren Auftritt verschaffen. Spannender wird es da schon im Innenraum.
Bei unserer ersten Fahrt monierten wir den "strengen Geruch" und die "klapprige Hartplastikbox" zwischen den Vordersitzen. Hier hat der Hersteller Hand angelegt. Für das kommende Modelljahr wurden das Armaturenbrett sowie die Türverkleidungen mit Mikrofaser-Oberflächen bezogen. Gleichzeitig wurde die Mittelkonsole neu gestaltet, um den vorhandenen Stauraum etwas cleverer und alltagstauglicher nutzbar zu machen. Als optischer Kontrast zu den ansonsten eher dunklen Materialien kommen auffällige, gelbe Sicherheitsgurte zum Einsatz, die den Innenraum optisch auflockern.
Schnelleres System und "Spielereien"
Ein häufiger Kritikpunkt bei modernen Autos ist die teils träge Software beim Fahrzeugstart. Hier verspricht das Update spürbare Besserung. Das Infotainment-System soll nun deutlich schneller hochfahren und quasi beim Einsteigen direkt einsatzbereit sein.
Zudem lassen sich nun persönliche Fahrereinstellungen anlegen, damit Sitzposition und Klima-Präferenzen sofort beim Start geladen werden. Auch die Menüführung für oft genutzte Funktionen, wie etwa die Lenkradheizung, wurde vereinfacht und soll nun schneller erreichbar sein, um die Ablenkung während der Fahrt auf ein Minimum zu reduzieren.
Bilder von: Lynk & Co
Abgerundet wird das Software-Paket durch zwei neue Funktionen, die wortwörtlich in die Kategorie "Spielerei" fallen. Mit "Game Link" lassen sich bei geparktem Fahrzeug Spiele auf dem zentralen Infotainment-Display spielen. Für den Fall, dass man während der Ladepause Langeweile verspürt.
Die Funktion "Hey Honk" geht noch einen Schritt weiter: Über Außenlautsprecher kann der Fahrer vorgefertigte Sounds wie Applaus, "Excuse Me" oder ein "Bye Bye" an die Umwelt abspielen. Ob das im echten Straßenverkehr auf Gegenliebe stößt? Wir sind da eher skeptisch.
Der Lynk & Co 02 des neuen Modelljahres ist laut Hersteller ab sofort bei den europäischen Handelspartnern verfügbar. An der 400-Volt-Plattform mit 150 kW maximaler Ladeleistung und 445 Kilometern Reichweite ändert sich ebenfalls nichts. Weiterhin verfügt der Kompakte über 200 kW Leistung und 343 Nm Drehmoment. Einen Preis nennt Lynk & Co in der Pressemitteilung zwar nicht, im Konfigurator steht der 02 jedoch ab 35.995 Euro zu Verfügung. Das sind 500 Euro mehr als zur Einführung vor zwei Jahren.








