BMW Art Cars: Erstmals können alle 20 Autos besichtigt werden

Und das Beste: Der Eintritt in die BMW Welt in München ist kostenlos

Motor1.com Deutschland: Auto-Tests, Auto-News und Analysen

Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Zum 50-jährigen Sammlungsjubiläum präsentiert die BMW Welt in München vom 29. Juli bis zum 31. August 2026 die Ausstellung BMW ART CARS - 20 ARTISTS, 50 YEARS OF INNOVATION. REUNITED AT BMW WELT.

Erstmals sind dabei alle 20 rollenden Skulpturen an einem einzigen Ort vereint. Die Eröffnung am 28. Juli 2026 markierte zugleich den feierlichen Abschluss der BMW Art Car World Tour, die zuvor durch mehr als 30 Länder führte. Flankiert wird das Event im Münchner Stadtraum durch eine Plakatkampagne mit der farblich codierten Fotoserie von René Staud.

Sonderausstellung: BMW Art Cars - 20 Artists, 50 Years of Innovation. Reunited at BMW Welt

Den Grundstein für die legendäre Sammlung von BMW legten 1975 der Rennfahrer und Kunstauktionator Hervé Poulain sowie der damalige Motorsportchef Jochen Neerpasch, als sie Alexander Calder mit der Gestaltung eines BMW 3.0 CSL für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans beauftragten. Was ursprünglich als einmalige Aktion gedacht war, entwickelte sich laut Neerpasch zur weltweit bedeutendsten Reihe von Automobil-Kunstwerken.

Die meisten der "Art Cars" zählen inzwischen zu den teuersten Fahrzeugen im Besitz des Konzerns. Heute verbinden die Fahrzeuge das Schaffen namhafter Künstlerinnen und Künstler, darunter Andy Warhol oder Jeff Koons mit der Design- und Technologiehistorie von BMW.

Die Übersicht der gesamten BMW Art Car Collection liest sich wie ein Whos Who der modernen Kunstgeschichte: Der Grundstein wurde 1975 von Alexander Calder mit einem BMW 3.0 CSL gelegt, gefolgt von Frank Stella 1976 im selben Modell und Roy Lichtenstein, der 1977 einen 320i Turbo gestaltete. 1979 verewigte sich Andy Warhol auf dem legendären M1, ehe Ernst Fuchs 1982 und Robert Rauschenberg 1986 jeweils einen 635 CSi in rollende Kunstwerke verwandelten. Im Jahr 1989 erweiterten Michael Nelson Jagamara und Ken Done die Sammlung um zwei unterschiedliche Interpretationen des BMW M3 Group A (E30).

Die 1990er-Jahre brachten eine große gestalterische Vielfalt hervor: Matazo Kayama gestaltete 1990 einen BMW 535i, im selben Jahr gestaltete César Manrique einen 730i (E32). Es folgten A.R. Penck 1991 auf einem Z1, Esther Mahlangu 1991 auf einem 525i (E34), Sandro Chia 1992 auf einem M3 GTR (E36) sowie David Hockney 1995 auf einem 850 CSi. Kurz vor der Jahrtausendwende kreierte Jenny Holzer 1999 das Design für einen BMW V12 LMR.

Im neuen Jahrtausend setzte Olafur Eliasson 2007 mit dem innovativen Wasserstoff-Prototypen BMW H2R ein starkes ökologisches Zeichen, gefolgt von Jeff Koons, der 2010 einen farbenprächtigen BMW M3 GT2 gestaltete. Die jüngere Epoche der Sammlung prägten schließlich John Baldessari 2016 mit einem BMW M6 GTLM, Cao Fei 2017 mit einem digitalen Konzept auf Basis des BMW M6 GT3 und zuletzt Julie Mehretu im Jahr 2024 mit ihrer Arbeit am BMW M Hybrid V8.

Der Ausstellungsrundgang ist chronologisch aufgebaut, führt das Publikum vom neuesten Werk zurück zu den Anfängen und veranschaulicht den historischen Kontext per Videodokumentation sowie Zeitstrahl. Den Auftakt bilden die jüngsten Positionen wie das BMW Art Car #19 von John Baldessari und das BMW Art Car #20 von Julie Mehretu.

Parallel zu ihrem gestalteten BMW M Hybrid V8 gründete Mehretu gemeinsam mit Mehret Mandefro das African Film and Media Arts Collective (AFMAC), das Kunst- und Filmschaffende aus Afrika fördert und Ende 2026 eine große Ausstellung im Zeitz MOCAA in Kapstadt plant. Den Schlusspunkt des Rundgangs bildet Alexander Calders Werk #1 auf einem zentralen Podest.

Ein Highlight auf dem Vorplatz Ost ist Olafur Eliassons "BMW H2R Project" (#16). Bei dieser eisgekühlten Gesamtinstallation auf Basis eines Wasserstoff-Prototypen ersetzte Eliasson die Karosserie durch ein Metallgeflecht aus gefrorenem Wasser. Die von innen beleuchtete, rund zwei Tonnen schwere Skulptur dient als poetische Reflexion über Nachhaltigkeit, mit der der Künstler dazu anregen möchte, Automobile im Kontext von Zeit und Raum neu zu erleben.

Ergänzt wird die Schau durch digitale Angebote: Die Anwendung "Treasure Hunt" lädt zur spielerischen Erkundung ein und schaltet nach fünf gescannten Kunstwerken einen Erfrischungsgutschein für das "Cooper‘s Garden" frei. Zudem stellt die in 25 Sprachen verfügbare Artlas App personalisierte Zugänge, Audio-Guides und einen kuratierten KI-Chat bereit.

Die kostenfrei zugängliche Ausstellung ist täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Täglich finden zweisprachige Kurzführungen statt, die online gebucht werden können. Zum Rahmenprogramm gehörten zur Eröffnung ein hochkarätig besetztes Künstlergespräch über die kulturelle Bedeutung des Automobils sowie exklusive Merchandise-Angebote im Shop der BMW Welt, darunter die Publikation "BMW Art Cars", Miniaturmodelle und Stücke der Capsule Collection von Cao Fei.

© Motor1.com
Autor: Roland Hildebrandt