Mazda CX-6e (2026): Der sanfte Elektro-Cruiser im ersten Test

Der Japaner punktet mit kantiger Optik und viel Reisekomfort. Kann das SUV trotz Schwächen beim Verbrauch überzeugen?

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Lange hat es gedauert, bis Mazda sich so richtig für E-Mobilität interessiert hat. Kam der MX-30 noch mit Range-Extender-Konzept, füllt sich jetzt so langsam das BEV-Regal. Im letzten Jahr legten die Japaner mit der 4,92 Meter langen E-Limousine 6e vor, jetzt soll der hochbeinige Bruder in der SUV-Mittelklasse die typische Mazda-Kundschaft abholen.

Dazu will es Mazda auch bei der Ausstattungsgestaltung des CX-6e so übersichtlich wie möglich halten. Zur Auswahl stehen Takumi oder Takumi Plus. Einmal die Farbkombination, das Innenraumdesign und die Felgen-Variante ausgewählt und fertig ist die Familienkutsche ... easy peasy!

Mazda CX-6e (2026) im ersten Test

Um komplexe Aufpreislisten oder Motor- und Batterie-Kombinationen muss man sich hier absolut keine Gedanken machen. Der CX-6e kommt immer mit dem gleichen Antrieb daher. Der Wechselstrom-Synchronmotor leistet 190 kW (258 PS) und ein Drehmoment von 290 Nm. Das treibt das gut 2,2-Tonnen-Gefährt in 7,9 Sekunden von Null auf 100 km/h bei abgeregelten 185 km/h in der Spitze.

 Die 78-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) soll Saft für 484 kombinierte WLTP-Kilometer bereitstellen (Takumi Plus dank 21-Zöllern nur 464 Kilometer). Macht einen Durchschnittsverbrauch von 18,9 kWh. Da sind andere deutlich sparsamer, ebenso wie sie Energie schneller wieder einspeisen. Im 364-Volt-System sollen maximale 200 kW Ladeleistung für ein Aufladen von zehn auf 80 Prozent in 24 Minuten möglich sein.

Schnelle Daten Mazda CX-6e Takumi (2026)
Antrieb

- Wechselstrom-Synchronmotor

- Heckantrieb

Systemleistung / Max Drehmoment 190 kW (258 PS) / 290 Nm
Höchstgeschwindigkeit 185 km/h
0 - 100 km/h  7,9 Sekunden
Stromverbrauch / Reichweite (WLTP) 18,9  kWh / 484 km
Akku 78-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP)
Maximale Ladeleistung / 10 - 80 Prozent 200 kW / 24 Minuten
Preis 49.990 Euro

Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Preise/Konkurrenz | Fazit


Karosserie/Design

Beim Kodo-Design schärft Mazda noch mal deutlich nach. Der CX-6e sieht auf Bildern vorn schon richtig scharfkantig aus, in der Realität gewinnt die Rasierklingenoptik aber noch mal deutlich an Schärfe. Ganz so, als würde der Japaner die Luft zerschneiden wollen. Direkt dahinter, auf der vorderen Haube, liegt ein Luftkanal für verbesserte Aerodynamik.

Die schlanken Leuchteinheiten können kaum noch als Scheinwerfer bezeichnet werden. Die nächste logische Konsequenz wäre ausbauen und dicht machen. Insgesamt ergibt sich mit dem trapezartigen Leuchtband eine eindrucksvolle, aggressive Front. Vermutlich nicht für jeden was, Wiedererkennungswert hat das aber allemal.

Mazda CX 6e 2026 im ersten Test Mazda CX 6e 2026 im ersten Test Mazda CX 6e 2026 im ersten Test Bilder von: Mazda

In der Seitenansicht sieht das dann schon etwas vertrauter nach Mazda CX-60 aus: glatte Flächen, bündige Türgriffe, große Schluffen (mindestens 19-Zoll). Echte Spiegel oder Kameras kennzeichnen Takumi und Takumi Plus. Wir empfehlen bei den echten Spiegeln zu bleiben, da die digitalen Versionen in Verbindung mit den 21-Zoll-Felgen in der Plus-Version keinen Reichweitenmehrwert bringen und damit eher zum digitalen Gimmick verkommen.

Auch das Heck kommt nahezu glatt wie ein Babypopo. Eine weitere aggressive Kante sorgt zwischen Schrägheck und Leuchtband für Klarheit. Insgesamt wirkt der CX-6e stimmig und clean.

Innenraum

Der Elefant im Raum ist natürlich das ausladende 26 Zoll große Infotainment-Display, das sich bis auf die Beifahrerseite streckt. Ein Kombiinstrument gibt es nicht, das serienmäßige Head-up-Display wirft die wichtigsten Informationen ins Blickfeld - allerdings auf der Testfahrt ohne die Informationen der Apple-Carplay-Navigation.

So richtig erschließt sich der Sinn der Größe ebenfalls nicht. Die Möglichkeiten zur Bedienung auf Beifahrerseite beschränken sich auf Navigationsanweisungen, Musikauswahl und Relaxfunktionen. Letztere funktionieren zudem nur im Stand. Zudem wurden physische Bedienelemente extrem reduziert. Sogar die Spiegelverstellung muss über den Bildschirm erledigt werden. Damit verfällt Mazda von einem Extrem mit dem Dreh-Drücksteller mit der nahezu Digital-Only-Variante direkt ins nächste.   

Mazda CX 6e 2026 im ersten Test Mazda CX 6e 2026 im ersten Test Mazda CX 6e 2026 im ersten Test Bilder von: Mazda

Insgesamt wirkt der Innenraum vom Design her minimalistisch und modern, der riesige Screen aber leider aufgesetzt. Zumal der Limousinen-Bruder 6e zumindest noch auf ein integriertes Kombiinstrument setzt. Die Verarbeitungsqualität zeigt sich Mazda-typisch akkurat. Den Sichtbereich dominieren aufgepolsterte Teile, schicke Oberflächen und cleane Übergänge. Erst an den unteren Taschen der Türtafeln entpuppt sich dünne Hartplastikverarbeitung. In dieser Preisklasse ist das mehr als okay.

Das Lenkrad liegt gut in der Hand, der Sitzkomfort ist stattlich. Die Rücksitzbank zeigt sich leicht angewinkelt, damit der typisch hohe Stromerboden nicht zu übermäßig geknickten Beinen führt. Raumgefühl und Beinfreiheit sind auch hinten sehr gut. Das geht allerdings zu lasten des Gepäckabteils.

Nur 468 bis 1.434 Liter gibt Mazda für das große Mittelklasse-SUV an. Der Volvo EX60 bietet hier beispielsweise 523 bis 1.647 Liter, der neue Skoda Peaq je nach Position der Fondbank in der Fünfsitzerkonfiguration sogar 935 bis zu 2.150 Liter. Der Klassenprimus, das Tesla Model Y, kommt ebenfalls auf stattliche 830 bis 2.100 Liter. Selbst ein viel kürzerer VW ID.4 bietet mehr (543 bis 1.811 Liter)! Wer Mazda fährt will wohl nicht allzu viel schleppen.

Abmessungen Mazda CX-6e Takumi (2026)
Länge x Breite x Höhe 4.850 x 1.935 x 1.620 mm
Radstand 2.902 mm
Gewicht 2.130 kg
Zuladung 460 kg
Kofferraumvolumen 468 - 1.434 Liter
Max. Anhängelast 1.500 kg
Max. Stützlast 75 kg

Antrieb/Fahreindrücke

Apropos schleppen: Mit 1.500 Kilogramm Anhängelast bietet Mazdas SUV absoluten Standard. Wer hinten richtig was anhängen will muss Richtung EX60 und iX3 gehen. Der Schwede bietet bis zu 2.400 Kilogramm, der Münchner 2.000 Kilo. Damit wären die Nutzungsmöglichkeiten geklärt. Wie fährt der Japaner also?

Erstaunlich unaufgeregt ist die Antwort. Angenehm ist der gleichmäßige Anzug des Stromers ohne diesen berüchtigten Kick. Bei einer Beschleunigung von knappen acht Sekunden auf 100 km/h war die natürlich auch nicht zu erwarten. Andere würden ihn vermutlich als schwachbrüstig bezeichnen, ich hingegen begrüße die Entwicklung hin zu humanen und sanften Antrieben. 

Mazda CX 6e 2026 im ersten Test Mazda CX 6e 2026 im ersten Test Bilder von: Mazda

Der Mazda CX-6e bewegt sich damit eines Reiseautomobils angemessen. Er bewahrt sich eine gewisse, für Mazda typische Straffheit, bügelt wellige Strecken aber komfortabel weg. Ausgedehnte Seitenneigungen spart sich der Japaner. Auf den geraden Straßen rund um Düsseldorf rollt das SUV stattlich und vertrauenswürdig vorwärts, verkraftet damit auch mal eine schnell genommene Autobahnauffahrt, ohne dass den Kids hinten die Kekse wieder hoch kommen.

Insgesamt kommt der Mazda mit drei Fahrmodi. Der Normal-Modus bietet eine sanfte Beschleunigung für den Alltag. Der Sport-Modus sorgt für stärkere Beschleunigung, eine schwächere Rekuperation und eine geringere Lenkunterstützung. Allzu große Unterschiede bemerken wir im Test jedoch nicht.

Im Individual-Modus können Beschleunigung, Rekuperation und Lenkunterstützung selbst konfiguriert werden. Bei Beschleunigung und Lenkunterstützung gibt es jeweils zwei Stufen, bei der Rekuperation vier. Rekuperationswippen hätten dem CX-6e allerdings gut getan, um individuell reagieren zu können. So ist der Umweg über das eher sperrig gestaltete Infotainment-Menü fällig, den vermutlich niemand regelmäßig gehen wird. Wer unterwegs aktiv möglichst wenig mit allem zu tun haben will, ist beim Mazda vermutlich richtig.

Mazda CX 6e 2026 im ersten Test Mazda CX 6e 2026 im ersten Test Bilder von: Mazda

Auf unserer Testrunde kamen wir auf einen Verbrauch von etwa 19,3 kWh. Damit ist der CX-6e bei Temperaturen um die 23 Grad leider weniger effektiv als die Konkurrenz. Die aerodynamischen Kniffe und die schnittige Optik scheinen da nicht genug viel zu bewirken. Aber auch hier scheint er auf Mazda-Kurs, denn wirkliche Energiesparer waren die nie.

Preise/Konkurrenz

Ab 49.990 Euro erhält man bei Mazda mit dem CX-6e Takumi bereits viel Auto mit schicker Innenausstattung fürs Geld. Etliche Annehmlichkeiten wie Head-up-Display, Sitzheizung, -Belüftung, Lenkradheizung, etliche Assistenten, Wärmepumpe und Zwei-Zonen-Klimaautomatik sind hier ebenso mit an Bord wie 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, eine 360-Grad-Einparkhilfe und ein Panoramadach.

Takumi Plus legt unter anderem noch mal 21-Zoll-Alus, digitale Außenspiegel und Sitzheizung und Sitzbelüftung hinten ab 52.990 Euro oben drauf. Aufpreis kosten nur die Farben abseits von Weiß, Felgen-Designs, Zubehör und die Anhängerkupplung.

Auf preislicher Höhe gibt es da nur den neuen Skoda Peaq ab 49.900 Euro, den BYD Sealion 7 ab 49.990 Euro, das Tesla Model Y ab 51.970 Euro oder den Zeekr 7X ab 54.990 Euro. Die Premium-Konkurrenz um BMW iX3 ab 67.200 Euro und Volvo EX60 ab 62.990 Euro lässt sich ihr Plus an Ladetechnik und Reichweite hingegen fürstlich bezahlen.

Fazit

Der Mazda CX-6e ist ein angenehm unaufgeregtes Auto und angenehmem Raumgefühl. Letzteres geht jedoch zu Lasten des Ladevolumens. Die Verarbeitung ist stattlich, der Fahrkomfort prädestiniert für lange Reisen. Dem gegenüber stehen ein recht hoher Verbrauch, das sperrige und nahezu unnötige Infotainment-Display mit der Digital-First-Philosophie.

Allerdings regelt der Japaner die Entscheidung über Preis und die Ausstattung. Da kann man definitiv einen Blick wagen, auch wenn die Konkurrenz in manchen Feldern überlegen scheint. Zumal er mit 'nem knackigen, eigenwilligen Design daherkommt.

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Autor: Benja Hiller