Die Finanzergebnisse des ersten Halbjahres wurden inzwischen von den meisten Automobilherstellern weltweit veröffentlicht. Meine regelmäßige Analyse berücksichtigt die Angaben jener Unternehmen, die ihre Geschäftszahlen offenlegen, und stützt sich auf drei Kennzahlen:
- Umsatz: also die Erlöse aus dem Verkauf von Fahrzeugen und aus weiteren Geschäftsbereichen.
- Operativer Gewinn/Verlust: also das Ergebnis nach Abzug von Produktionskosten sowie Verwaltungs- und Vertriebsausgaben.
- Absatzvolumen: die Gesamtzahl der verkauften, ausgelieferten, zugelassenen oder versandten Fahrzeuge.
Die 38 analysierten Automobilhersteller umfassen zwölf chinesische, elf europäische, acht japanische, fünf US-amerikanische und zwei koreanische Unternehmen. Zum Zeitpunkt der Datenerhebung hatten weder VinFast noch KGM ihre Ergebnisse veröffentlicht. Das zeigt die Auswertung.
Ferrari bleibt bei der Profitabilität unerreicht
Die Italiener konnten erneut als klarer Spitzenreiter bei der Rentabilität rausgehen. Die Zahlen zeigen, dass die operative Marge bei Ferrari 43,0 Prozent erreichte - ganze 16 Prozentpunkte mehr als beim zweitplatzierten Unternehmen JLR (Jaguar Land Rover). Allerdings verzeichnete Ferrari gegenüber dem Ergebnis des ersten Halbjahres 2025, als die Marge bei 43,7 Prozent lag, einen Rückgang der Profitabilität.
Belastet wurde die Entwicklung unter anderem durch geringere Verkäufe von High-End-Supersportwagen in Europa und China.
Jaguar Land Rover und Toyota folgen mit Margen von 26,8 Prozent beziehungsweise 12,7 Prozent. Das Ergebnis von Toyota ist besonders bemerkenswert, wenn man die zunehmende Konkurrenz chinesischer Hersteller in vielen Märkten berücksichtigt, in denen der Konzern aktiv ist.
NIO schreibt endlich Gewinn
Eine weitere interessante Erkenntnis aus den Halbjahreszahlen ist die Verbesserung bei einigen chinesischen Herstellern. Trotz des harten Preiskampfs, der das Geschäft und die Gewinne in China unter Druck setzt, konnten einige Unternehmen diese Belastung ausgleichen, indem sie ihre Präsenz auf Auslandsmärkten ausbauten.
Das gilt etwa für Xpeng und Chery Auto, die ihre operative Marge von 4,4 Prozent auf 7,3 Prozent beziehungsweise von 6,9 Prozent auf 9,8 Prozent steigerten.
Nio bescherte einen der auffälligsten Fälle des Halbjahres. Nach den Verlusten im ersten Halbjahr 2025 erzielte das Unternehmen in diesem Jahr erstmals ein positives Ergebnis. In den ersten sechs Monaten des Vorjahres hatte das chinesische Unternehmen einen operativen Verlust von 660 Millionen Euro ausgewiesen, was -17,9 Prozent des Umsatzes entsprach.
Ein Jahr später hat der chinesische Hersteller seinen Umsatz mehr als verdoppelt und erstmals einen operativen Gewinn von 366 Millionen Euro erzielt. Das ist besonders bemerkenswert, da Nio bislang noch kein großer Autoexporteur ist.
Der Autor des Artikels, Felipe Munoz, ist erfahrener Analyst der Automobilindustrie und Content Creator von Car Industry Analysis in den sozialen Medien.








