Eines der schönsten Autos auf dem Pariser Autosalon 2026 stand etwas versteckt: Der JAS Tensei ist ein Automobilprojekt, das in Zusammenarbeit zwischen dem italienischen Motorsport-Spezialisten JAS Motorsport und dem Designstudio Pininfarina realisiert wurde. "Tensei" steht im Japanischen passenderweise für "Wiedergeburt". Pininfarina hat historische Verbindungen zum ersten NSX, die bis zum HP-X-Konzept aus dem Jahr 1984 zurückreichen.
Das Fahrzeug basiert auf dem originalen Aluminium-Monocoque des Honda NSX aus dem Jahr 1990, welches für diesen Umbau nach Art des NSX GT3 technisch überarbeitet und an den strukturellen sowie mechanischen Nahtstellen mit Carbon-Kevlar-Elementen verstärkt wurde. Die Außenhaut besteht vollständig aus autoklavgehärtetem Kohlefaser-Prepreg, wodurch das Leergewicht des Wagens bei 1.250 kg liegt.
Ur-NSX, aber deutlich modifiziert
In seiner äußeren Form orientiert sich der JAS Tensei an der Silhouette des originalen NSX, weist jedoch modifizierte Abmessungen auf. Die Spurbreite wurde an der Vorderachse um 170 mm und an der Hinterachse um 190 mm vergrößert, bei einer Gesamtlänge von 4.415 mm und einem Radstand von 2.585 mm.
Eine technische Besonderheit ist die Beibehaltung der Klappscheinwerfer, die mit LED-Matrix-Projektoren und einer servo-unterstützten Titanmechanik ausgerüstet wurden. Die aerodynamische Optimierung erfolgt unter anderem durch einen flachen Unterboden und einen integrierten Heckdiffusor.
Honda-Block mit mehr Hubraum
Als Antrieb dient ein V6-Saugmotor, der auf dem originalen Motorblock des Honda C30A basiert. In Kooperation mit dem Motorenentwickler JUDD Power wurde der Hubraum auf 3,5 Liter erweitert. Der Motor ist mit leichten Zylinderköpfen, Titanventilen, Einzeldrosselklappen je Zylinder und einem auf hohe Drehzahlen ausgelegten Ventiltrieb ohne VTEC-System ausgestattet. Er leistet 420 PS (in den Spezifikationen teilweise mit 425 PS angegeben) bei 8.300 U/min, stellt ein maximales Drehmoment von 414 Nm bei 5.500 U/min bereit und ist auf eine Höchstdrehzahl von 8.500 U/min ausgelegt.
Die Abgase werden über ein System aus Inconel und Titan abgeleitet. Die Kraftübertragung auf die Hinterachse erfolgt über ein manuelles Sechsgang-H-Schaltgetriebe mit einer Carbon-Zweischeibenkupplung und einem mechanischen Torsen-Sperrdifferenzial.
Das Fahrwerk nutzt an der Vorderachse doppelte Querlenker und an der Hinterachse eine Fünflenker-Konstruktion, deren Querlenker aus massiven Ergal-Aluminium-Blöcken gefräst sind. Ergänzt wird dies durch vierfach verstellbare, aktive Dämpfer von KW sowie ein frontseitiges Liftsystem für den Straßenbetrieb.
Die Verzögerung übernimmt eine Brembo-CCM-R-Bremsanlage mit Kohlefaser-Keramik-Scheiben (380 mm vorne, 355 bzw. 360 mm hinten) und Monobloc-Festsätteln. Das Fahrzeug steht auf OZ-Racing-Schmiederädern mit Zentralverschluss im Pininfarina-Design (19 Zoll vorne, 20 Zoll hinten) und Pirelli-Bereifung.
Alcantara im Cockpit
Der Innenraum kombiniert Materialien wie Sichtcarbon, Leder und Alcantara. Die von Sabelt entwickelten Carbonschalensitze sind mit handgenähtem Leder an den Kontaktpunkten versehen. Auf große Infotainment-Bildschirme wurde im Cockpit verzichtet; stattdessen kommt eine Instrumenteneinheit mit zentralem analogem Drehzahlmesser und flankierenden OLED-Displays für Betriebsdaten zum Einsatz. Zur Komfortausstattung gehören eine Klimaautomatik und ein Audiosystem.
Die Produktion des JAS Tensei ist auf eine Gesamtzahl von 35 Einheiten limitiert. Zum Preis gibt es noch keine Angaben. Gehoben sechsstellig ist aber zu erwarten.








