Die erste Generation des HOnda NSX (1990-2005) ist längst zum Kultobjekt geworden, nicht nur weil Ayrton Senna dem Japan-Ferrari die Sporen gab. Die allgemeine JDM-Welle sorgt bei besonders seltenen Varianten des NSX schon für deutlich sechsstellige Preise. Jetzt hat sich Pininfarina den NSX vorgeknöpft.
Somit bekommt der Gedanke des "Japan-Ferrari" eine ganz neue Bedeutung. Schließlich entwarf Pininfarina über Jahrzehnte fast alle Modelle von Ferrari. Anlässlich der Milano Design Week präsentiert das italienische Designhaus eine umfassende Werkschau, die die gestalterische Evolution des Unternehmens von der Tradition bis hin zu zukünftigen Mobilitätskonzepten beleuchtet.
Im Zentrum der Präsenz steht die Verknüpfung historischer Meilensteine mit aktuellen Hochleistungsprojekten. Vom 20. bis 26. April zeigt Pininfarina im Rahmen der Ausstellung "10 Years of Open-Air Motor Shows" in der Via Tortona zwei Fahrzeuge, welche die technologische Bandbreite der Marke demonstrieren.
Dabei handelt es sich um den vollelektrischen Hyper-GT Battista Nino Farina sowie das historische Konzeptfahrzeug Honda HP-X von 1984. Während der Battista mit einer Leistung von 1.900 PS (1.400 kW) und einer spezifischen Lackierung in Rosso Nino die aktuelle Leistungsspitze markiert, repräsentiert der kürzlich restaurierte HP-X die Wurzeln der Zusammenarbeit mit Honda. Das bereits in den 1980er-Jahren aus Kohlenstofffaser und Kevlar gefertigte Keilform-Konzept gilt als direkter Vorläufer des Honda NSX.
Ein wesentlicher Bestandteil der diesjährigen Messepräsenz ist die Weltpremiere des Projekts JAS Tensei, das zunächst als Modell im Maßstab 1:5 vorgestellt wird. Der Name Tensei leitet sich aus dem Japanischen für "Wiedergeburt" ab und beschreibt das erste straßenzulässige Hochleistungsfahrzeug von JAS Motorsport.
Das Unternehmen, das seit drei Jahrzehnten als technischer Partner von Honda im Rennsport agiert, nutzt für dieses Projekt die gestalterische Expertise von Pininfarina. Technisch basiert der JAS Tensei auf dem Chassis eines Honda NSX der ersten Generation aus den 1990er-Jahren.
Die ursprüngliche Aluminium-Struktur wird mit einer vollständig neu entwickelten Karosserie aus Sichtcarbon kombiniert, die moderne aerodynamische Anforderungen mit der Linienführung des klassischen Mittelmotor-Sportwagens vereint. Ziel des Projekts ist es, die mechanische Direktheit des historischen Vorbilds mit Motorsport-Komponenten von JAS und einer zeitgemäßen Ästhetik zu einem modernen Gran Turismo zu verschmelzen.
Zusätzlich zu den automobilen Exponaten nutzt Pininfarina die Designwoche, um im Fachdialog "Vision to Form" Einblicke in die globalen Kreativprozesse des Unternehmens zu geben. Hierbei thematisieren CEO Paolo Dellachà und die Designleitung die Arbeitsweise zwischen dem Stammsitz in Cambiano und dem Studio in Shanghai.
Flankierend dazu zeigt Pininfarina im Brera-Viertel in Kooperation mit dem Möbelhersteller Reflex neue Entwürfe aus dem Bereich des Produktdesigns, darunter die Orizzonte Collection. Nach dem Abschluss der Mailänder Veranstaltungen wird das Projekt JAS Tensei Ende April auch beim Grand Prix de Monaco Historique einem Fachpublikum präsentiert, um die Verbindung zwischen technischem Erbe und aktueller Fahrzeugentwicklung weiter zu vertiefen.








