Audi A3 Sportback TFSI e (2025): Reichweiten-Riese im Kurztest

Ist dieser Plug-in-Hybrid das bessere Elektroauto? Wir sind den 45 gefahren (Update)

Motor1.com Deutschland: Auto-Tests, Auto-News und Analysen

Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Update vom 27. Mai 2025: Endlich konnten wir den neuen Audi A3 Sportback mit Plug-in-Hybrid ausgiebig testen. Genauer gesagt: Den 45 TFSI e mit 272 PS Systemleistung. Und zwar über insgesamt gut 170 Kilometer. Bringt er tatsächlich eine enorme Elektro-Reichweite? 124 bis 134 Kilometer nennt Audi selbst, in der Stadt bis zu 166 Kilometer.

Er bringt. Die Benzin-Reichweite im A3 Plug-in-Hybrid wurde uns stets mit 550 km angegeben. Auf unserer ersten Strecke standen 95 Kilometer bei vollem Akku (rund 26 kWh Kapazität) zu Buche. Nach 86,5 Kilometer mit mehrheitlich Landstraße und ein wenig Autobahn erreichten wir unser Ziel rein elektrisch mit 24 km Reststrom. Die zweite Strecke begann mit 124 km Reichweite bei vollem Akku. Hauptsächlich auf der Autobahn, wieder rein elektrisch. Dann wird bei 140 km/h abgeregelt. Der Verbrenner schafft bis zu 237 km/h.  

Audi A3 Sportback 45 TFSI e (2025) im Kurztest

Ankunft nach 83 km Fahrt mit 23 km Rest. Verbrauch? 17,8 kWh hin, 19,6 kWh zurück, bedingt durch das höhere Tempo. Den 45er gibt es nur mit S-Line-Topausstattung ab 47.700 Euro. Plug-in-Alternativen sind der Allstreet oder der schwächere 40er (siehe Originaltext unten). 

18-Zöller kosten ab 900 Euro extra, das tolle Head-Up-Display gibt es leider nur für 3.400 Euro im großen Navigationspaket. Je nach Topographie oder Tempobeschilderung wird darauf hingewiesen, den Fuß vom Gas zu nehmen. Dann rekuperiert der Audi. Die elektrische Beschleunigung vermag zu gefallen, der A3-Zwitter ist fraglos eine interessante Lösung für den Übergang vom klassischen Verbrenner zum Elektroauto.

Dabei hilft dem Kunden auch die Möglichkeit, mit 50 kW an Schnellladesäulen zu tanken. In 26 Minuten geht es dann im Bestfall von 10 auf 80 Prozent. Übrigens gibt es eine Halterung für die Abdeckung der Ladebuchse, sie wird auf Höhe des Scharniers eingeklinkt. 

Generell gefällt der A3 durch viele echte Knöpfe, auch auf dem Lenkrad. Und mit einer routinierten Verarbeitungsqualität, die jüngste Audi-Modelle wie etwa der A5 vermissen ließen. Hinzu kommen die bequemen Sportsitze der S-Line. Schön auch die gut ansprechende Lenkung, das Abrollverhalten des beim 45 serienmäßigen Sportfahrwerks ist straff, aber nicht zu straff. Etwas eingeschränkt, da kein Stauraum unter dem Ladenboden, aber immer noch okay, ist der Kofferraum: 280 bis 1.100 Liter.


Originalmeldung vom 15. Oktober 2024: Nachdem Audi im Frühjahr 2024 bereits eingehende Upgrades für den A3 und S3 inklusive dem neuen Modell A3 allstreet vorgestellt hatte, folgte mit dem A3 Sportback TFSI e im Oktober der Plug-in-Hybrid - stärker und effizienter als zuvor. Mit höherer Batteriekapazität, DC-Laden an Schnellladesäulen und einer elektrischen Reichweite von bis zu 143 Kilometern erfährt der Audi A3 Sportback TFSI e ein umfassendes Technik-Upgrade.

Kern des Antriebs im A3 Sportback sind der neue Turbobenziner und die E-Maschine mit gesteigerter Leistungsdichte. Der 1.5 TFSI evo2 ersetzt den bisherigen 1.4 TFSI. Neben der Optimierung der Brennraumkühlung sorgt die Symbiose aus dem Turbolader mit variabler Turbinengeometrie und dem Miller-Zyklus, dem frühen Schließen der Einlassventile, für eine höhere Verdichtung. Das Verhältnis liegt jetzt bei 11,5:1. Im 1.4 TFSI war es 10:1.

Audi A3 Sportback TFSI e (2025)

E-Motor mit 115 PS

Dank dieses Brennverfahrens arbeitet das neue Aggregat laut Audi mit einem hohen Wirkungsgrad, was Verbrauch und Emissionen senkt. Die Einspritzung erfolgt mit einem Druck von bis zu 350 bar. Zum Vergleich: Der 1.4 TFSI erreichte maximal 200 bar. Plasmabeschichtete Zylinderlaufbahnen verringern im neuen Motor die innere Reibung. Kolben mit eingegossenen Kühlkanälen optimieren die Verbrennung.

Den elektrischen Antrieb übernimmt eine permanenterregte Synchronmaschine, die nun 85 kW und 330 Nm Drehmoment liefert. Wie beim Vorgänger ist sie in das Gehäuse der Sechsstufen-S tronic integriert, die jetzt mit einem robusteren Getriebelager ausgerüstet ist, um auch die höhere Systemleistung abzubilden.

Sie leitet die Momente der beiden Motoren auf die Vorderachse. Das Doppelkupplungsgetriebe hat eine elektrische Ölpumpe, die den Wechsel der Fahrstufen und die Ölversorgung auch dann sicherstellt, wenn der TFSI vorübergehend deaktiviert ist.

Die Bruttokapazität der Hochvoltbatterie beträgt jetzt 25,7 kWh und wurde damit nahezu verdoppelt - bei fast identischen Abmessungen zum Vorgängermodell. 19,7 kWh stehen netto zur Verfügung. Ihre 96 prismatischen Zellen, die auf vier Module aufgeteilt sind, speichern deutlich mehr Energie als bisher: Dank optimierter Zellchemie und einem besseren Package beträgt die Ladungsmenge der Module jetzt 73 statt 37 Amperestunden.

Damit steigerten die Entwickler die elektrische Reichweite auf bis zu 143 Kilometer im WLTP-Zyklus. Ein eigener Kühlkreislauf sorgt dafür, dass die Batterie im optimalen Temperaturbereich gehalten wird.

Zwei Ausführungen zur Wahl

Audi bietet den A3 Sportback TFSI e in zwei Leistungsstufen an: als 40 TFSI e und als 45 TFSI e. Im leistungsstärkeren Modell liefert der 1.5 TFSI evo2 130 kW (177 PS) und damit 20 kW (27 PS) mehr als bisher. Das maximale Drehmoment beträgt 250 Nm, die zwischen 1.500 und 4.000 Umdrehungen pro Minute anliegen.

Im Zusammenspiel mit dem Elektromotor bietet der A3 Sportback 45 TFSI e so insgesamt 200 kW (272 PS) Systemleistung und 400 Nm Systemdrehmoment. Damit erreicht er starke Fahrleistungen: Der Sprint von 0 auf 100 km/h erfolgt in 6,3 Sekunden. Maximal erreicht das Modell 237 km/h Höchstgeschwindigkeit.

In der kleineren Version leistet der Verbrennungsmotor 110 kW (150 PS) und entfaltet ebenfalls 250 Nm Drehmoment. Gemeinsam mit der E‑Maschine stellt der neue 1.5 TFSI evo2 hier 150 kW (204 PS) Systemleistung bereit. Wenn sie mit maximalem Boost zusammenarbeiten, beträgt das Systemdrehmoment 350 Nm. Der A3 Sportback 40 TFSI e sprintet in 7,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und weiter bis 225 km/h Spitze. Die rein elektrische Höchstgeschwindigkeit beträgt bei beiden Modellen 140 km/h.

Stets elektrischer Start

Das Antriebsmanagement des kompakten Plug-in-Hybrid ist auf hohe Effizienz ausgelegt. Gestartet wird immer elektrisch, bis -28° C. Mit der EV-Taste in der Schalterleiste oder per Auswahl im MMI kann der Fahrer den elektrischen Antrieb priorisieren und ist damit wie in einem vollelektrischen Modell unterwegs.

Im Modus "Auto Hybrid" ruft der Antrieb die komplette Systemleistung ab und setzt in Beschleunigungsphasen bei Kickdown die Boost-Leistung frei. Sie beträgt beim A3 Sportback 40 TFSI e 40 kW und steht bis zu 15 Sekunden lang bereit, unter optimalen Bedingungen sogar bis zu 18 Sekunden.

Beim A3 Sportback 45 TFSI e sind es 70 kW für bis zu acht Sekunden, da die E-Maschine mehr Leistung abgeben muss, um das volle Systempotenzial auszunutzen. Auch im EV-Modus schaltet sich der Verbrenner bei Kickdown zu und die Boost-Leistung wird abgerufen.

Laden mit bis zu 50 kW

Erstmals bietet Audi für ein Plug-in-Hybrid-Modell Laden mit Gleichstrom an Schnellladesäulen an. Der A3 Sportback TFSI e nutzt DC-Laden mit bis zu 50 kW und erlaubt so komfortables Reisen mit elektrischem Antrieb. Damit ist eine bis auf 10 Prozent entladene Batterie in weniger als einer halben Stunde wieder zu 80 Prozent aufgeladen.

Im Vergleich zum konventionell angetriebenen A3 ist die Achslastverteilung im Plug-in-Hybrid mit 55 Prozent an der Vorderachse zu 45 Prozent an der Hinterachse etwas hecklastiger. Der Grund ist die Lithium-Ionen-Batterie, die sich unter dem Fahrzeugboden im Bereich der Rücksitzbank befindet. Fahrwerk und Dämpfer wurden daher spezifisch abgestimmt.

Der Preis für den A3 Sportback 40 TFSI e startet in Deutschland bei 44.200 Euro, der leistungsstärkere und sportlicher ausgestattete 45 TFSI e kostet ab 47.700 Euro. Bestellungen für beide Modelle sind ab Oktober 2024 möglich. Ebenfalls im Herbst folgt zudem der A3 allstreet als Plug-in-Hybrid-Version.

© Motor1.com
Autor: Roland Hildebrandt