Tatsächlicher Verbrauch: Cupra Formentor Mildhybrid im Test

Wie viel verbraucht das geliftete Coupé-SUV im realen Verkehr?

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Der Cupra Formentor erhielt kürzlich eine Überarbeitung. Verändert wurden neben der Optik auch die  Ausstattung und die Motorisierungen. Zum ersten Mal kommt ein Benzinmotor mit Mildhybrid-Unterstützung zum Einsatz, 1.5 eTSI genannt. Das soll Kraftstoffverbrauch und Emissionen des Kompakt-SUVs senken.

Da bietet sich eine Überprüfung an: Wie viel Sprit spart die milde Elektrifizierung? Ich habe den Formentor 1.5 eTSI mit 150-PS-Frontantrieb und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe auf unsere 360 km lange Standard-Teststrecke mitgenommen, um den realen Verbrauch zu bestimmen. Das Auto verbrauchte durchschnittlich 5,30 Liter/100 km. Mit deutschen Benzinpreisen ergibt das Spritkosten von 9,22 Euro/100 km.

Knapp unter dem Durchschnittsverbrauch

Mit dem genannten Verbrauch von 5,30 Litern liegt der Cupra Formentor Mildhybrid in unserem Realverbrauchs-Ranking etwas unter dem Durchschnitt. Das Coupé-SUV schneidet besser ab als der Mini Countryman Mildhybrid (5,35 Liter), der Nissan Qashqai Mildhybrid (5,55 Liter) und der Subaru XV 2.0ie mit e-Boxer-Antrieb (6,00 Liter).

Sparsamer als unser Cupra waren der Renault Austral Mildhybrid 160 (5,25 Liter), der Mazda CX-30 mit 150 PS (4,75 Liter), der Kia XCeed Mildhybrid und der Jeep Compass Mildhybrid, wobei die letzten beiden mit 5,05 Liter/100 km gleichauf lagen.

Gute Verarbeitung, Platz und Straßenlage

Bei dem von mir getesteten Auto handelte es sich um einen italienischen Cupra Formentor 1.5 eTSI DSG mit 150 PS. Serienmäßig an Bord sind hier 18-Zoll-Leichtmetallräder, LED-Scheinwerfer vorne mit dreieckiger Lichtsignatur und LED-Rücklichter inklusive illuminiertem Cupra-Logo, getönte Scheiben, Wischblinker hinten sowie Parkpiepser vorne und hinten.

Außerdem gibt es Sportsitze aus Stoff und Kunstleder vorne, eine Drei-Zonen-Klimaautomatik, ein beheizbares Lenkrad, einen Abstandstempomat (ACC) und Keyless Go. So ausgestattet, kostet das Auto in Italien rund 40.000 Euro, der deutsche Preis ist ähnlich. Dazu hatte das Auto aber noch Extras wie 19-Zoll-Alufelgen, Metallic-Lackierung, "Dynamic Design"-Innenausstattung und einige Pakete wie Edge, Pure Performance und Immersive by Sennheiser; das erhöht den italienischen Listenpreis auf 46.650 Euro.

Was mir am neuen Formentor besonders gut gefallen hat, ist außer der originellen, modernen und sportlichen Optik außen und innen die Leichtigkeit, mit der sich das Auto fahren lässt. Dazu kommen noch eine sportliche Abstimmung ohne allzu große Abstriche beim Komfort und ein guter Durchzug, die der 150-PS-Antrieb zusammen mit dem DSG gewährleistet. Nicht schlecht sind auch das Platzangebot und das Kofferraumvolumen, die eher an ein SUV als an ein Coupé erinnern.

Auf der Autobahn steigt der Verbrauch an

In den häufigsten Verkehrssituationen, mit denen ich im Testzeitraum konfrontiert wurde, habe ich einen gewissen Anstieg des Verbrauchs festgestellt, vor allem auf der (italienischen) Autobahn und im Stadt-Umland-Mix. Der 50-Liter-Tank sorgt für eine durchschnittliche Reichweite von etwa 600 km.

Deutlich besser sieht es aus, wenn man außerorts mit konstant niedriger Geschwindigkeit unterwegs ist. In diesem Zustand kann der Formentor Mildhybrid theoretisch (das heißt, errechnet auf Basis der Bordcomputer-Anzeige) auch mehr als 1.000 km mit einer Tankfüllung zurücklegen.

Verbrauch in verschiedenen Fahrsituationen

  • Stadt-Umland-Mix: 7,0 Liter/100 km, 710 km Reichweite (errechnet) 
  • Landstraße: 8,1 Liter/100 km, 615 km Reichweite (errechnet) 
  • Spritspartest: 4,1 Liter/100 km, 1.215 km Reichweite (errechnet) 

Aus dem offiziellen Datenblatt

ModellKraftstoffLeistungAbgasnormNormverbrauch (WLTP)CO2-Emissionen
(WLTP)
Cupra Formentor 1.5 eTSI DSG 150 PSBenzin150 PSEuro 6E5,8-6,1 Liter/100 km131-139 g/km

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Cupra Formentor 1.5 eTSI DSG 150 PS
Grundpreis: 39.420 Euro (in Italien 40.250 Euro)
Testdatum: 21. Januar 2025
Wetter (Abfahrt/Ankunft): Regen - wechselhaft, 10 Grad / bewölkt, 10 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 75 km/h
Reifen: Pirelli P Zero - 245/40 R19 94W (EU-Label: B, B, 71 dB)

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 5,2 Liter/100 km
An der Zapfsäule bestimmter Verbrauch: 5,4 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 5,30 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,74 Euro/Liter (Super E10)
Spritkosten: 9,22 Euro/100 km

Unsere italienischen Kollegen erstellen ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.

Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).

Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 42 Cent pro kWh (durchschnittlich gezahlter Preis für Haushaltsstrom in Deutschland im 2. Halbjahr 2023 laut Destatis). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.

© Motor1.com
Autor: Fabio Gemelli