Cupra Born (2026): Neue 140-kW-Basisversion und bessere Bedienung

Facelift bringt neben einem neuen Außendesign endlich echte Tasten am Lenkrad und erstmals über 600 km Reichweite.

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Der Cupra Born erhält ein Facelift. Die Außenoptik wird an den Tavascan und den bald startenden Raval angeglichen, innen wird die oft kritisierte Bedienung durch neue Tasten verbessert, es gibt ein größeres Instrumentendisplay und das Betriebssystem basiert nun auf Android Automotive.

Bei den Antrieben ersetzt eine neue 140-kW-Variante die 150-kW-Basismotorisierung. Erstmals überwindet das spanische Äquivalent zum VW ID.3 auch die Reichweiten-Schallmauer von 600 Kilometern. Die genauen Werte stehen noch nicht fest, aber der Sprung ist möglicherweise nicht sehr groß, denn auch bisher waren schon bis zu 594 km nach WLTP möglich. Neu ist auch, dass jetzt One-Pedal-Driving möglich ist.

Exterieur

Vorn erhält der Kompaktstromer vor allem die Lichtsignatur mit Dreiecken, die wir vom Tavascan und vom neuen Raval her kennen. Aber auch die Schürze sieht nun deutlich anders aus, wie unsere Vergleichsbilder belegen:

Am Heck wurden die Stoßfänger ebenfalls neu gestaltet, und wie der Raval erhält der Born nun ein illuminiertes Cupra-Logo hinten. Außerdem wird die Dreiecks-Lichtsignatur von den Scheinwerfern wieder aufgegriffen. Insgesamt wirken die Rückleuchten weniger filigran als bisher:

Zu den bekannten Lackierungen Glacial White, Midnight Black, Aurora Blue, Vapor Grey und Dark Forest kommt mit Timanfaya Grey eine neue Farbe hinzu. Außerdem gibt es fünf Leichtmetallfelgen zur Auswahl, darunter zwei 19-Zöller und drei 20-Zöller. Mit dem neuen Cupra Born sind auch die 235 mm breiten Reifen für die neuen 19-Zoll-Felgen erhältlich. Der neue Born bietet zudem beleuchtete äußere Türgriffe vorn und hinten.

Interieur

Innen gibt es nun ein größeres Instrumentendisplay: Statt 5,3 Zoll misst es nun 10,25 Zoll. Damit ist es künftig genauso groß wie im Raval. Dazu kommt der bekannte 12,9-Zoll-Touchscreen. In dessen Rahmen sind nun aber beleuchtete Schieberegler integriert, und das Betriebssystem basiert künftig auf Android Automotive. Damit stehen nun auch ein App-Store sowie vom Smartphone her bekannte Funktionen zur Verfügung. Ob dazu auch die Google-Maps-Navigation gehört, verrät Cupra noch nicht. Das Head-up-Display wird jedoch weiter angeboten, vermutlich wie gehabt optional. Zudem sollen die neuen Türverkleidungen vorn und hinten mehr Qualität bieten. 

Die unbeliebten Touchelemente am Lenkrad werden durch traditionelle Tasten ersetzt und es gibt vier Tasten für die vier Fensterheber. Bisher hatte der Born (wie der ID.3) nur zwei Fensterheber-Tasten plus eine Taste für die Umschaltung zwischen vorn und hinten. Die runden Knöpfe am Lenkrad zur Auswahl der Fahrmodi bleiben bestehen. Die beiden stärkeren Varianten verfügen über Wippen zur Einstellung der Rekuperation. Erstmals ist damit auch One-Pedal-Driving möglich. Bei den stärkeren Versionen Endurance und VZ gibt es zudem eine Launch Control. 

Bilder von: Cupra

Vorn gibt es serienmäßig Schalensitze, bei den VZ-Versionen Cup-Supersport-Schalensitze. Außerdem finden sich Kupferakzente im gesamten Innenraum. Die Ambientebeleuchtung fließt kaskadenförmig durch die Tür und wird passend zum gewählten Fahrmodus animiert. Für die Fondinsassen gibt es nun Lüftungsdüsen hinten an der Mittelkonsole.

Fünf Fahrmodi namens Range, Comfort, Performance, Individual und Cupra ermöglichen die Anpassung von Gaspedalkennlinie, Lenkung und Fahrwerk. Die elektrisch gesteuerten Stoßdämpfer (DCC Sport) bieten bis zu 15 Einstellungen - bisher war DCC nur bei der Topversion VZ an Bord. ESC Sport und breitere Reifen (235 mm) sollen für Agilität sorgen. Nach wie vor gibt es zudem eine Progressivlenkung.

Antriebe und Akkus

Wie gehabt werden drei Motorisierungen angeboten, doch die Basisversion hat nur noch 140 statt 150 kW und offenbar auch eine kleinere Batterie mit 58 statt 60 kWh netto:

  Cupra Born
Plus
Cupra Born
Endurance
Cupra Born
VZ
Antrieb RWD 140 kW RWD 170 kW RWD 240 kW, 545 Nm
0-100 km/h / Vmax k.A. k.A. 5,6 Sek. / 200 km/h
Akku netto 58 kWh 79 kWh 79 kWh
WLTP-Reichweite ca. 450 km ca. 600 km ca. 600 km
Max. Ladeleistung AC/DC 11 / k.A. 11 / 185 kW 11 / 185 kW
DC-Ladedauer 20 - 30 min 26 - 30 min 26 - 30 min

Die Basisversion hat eine kleinere Batterie, aber eine größere Reichweite als bisher. Das bedeutet, die neue Version ist sparsamer. Ob sich dahinter eine neue Hardware verbirgt, verrät Cupra nicht. Bisher wurde unseres Wissens der alte APP310 eingesetzt, vielleicht bekommt die 140-kW-Version schon den neuen APP290 aus dem ID. Polo, der zusammen mit Siliciumcarbid-Invertern sparsamer sein dürfte. Aber das bleibt bislang Spekulation, zumal Cupra noch nicht alle technischen Daten nennt. Unklar bleibt auch, was sich hinter der neuen 58-kWh-Batterie verbirgt.

Ausstattung

Neu im Angebot sind Matrix-LED-Scheinwerfer. Erstmals wird auch eine Anhängerkupplung angeboten, mit der man zwar keine Anhänger ziehen, aber zumindest kann man damit einen Fahrradträger nutzen. Ebenfalls neu ist die Vehicle-to-Load-Funktion (V2L), mit der man die Traktionsbatterie als Energiequelle für externe Geräte wie Laptops oder E-Bikes nutzen kann.

Zudem gibt es nun einen Digital Key. Damit kann das Fahrzeug per Smartphone entriegelt und gestartet werden. Bis zu vier digitale Schlüssel können eingerichtet werden, ein fünfter ist für die Person reserviert, die das Auto hauptsächlich nutzt. Funktionen wie Open on Approach und Walk Away Lock sollen den Komfort erhöhen. Alternativ kann man eine "Smart Card" zum Entriegeln nutzen.

Auch die Assistenzsysteme wurden verbessert. So bietet der Travel Assist nun eine cloudgestützte Geschwindigkeitsregelung. Neben Tempolimits erkennt das System nun auch Ampeln und Fußgängerüberwege, zudem wird das Tempo vor scharfen Kurven automatisch abgesenkt. Außerdem hilft ein neuer Kreuzungsassistent Kollisionen zu vermeiden. Das Anti-Kollisionssystem Front Assist bietet künftig mehrstufige Warnungen - visuell, akustisch und taktil -, bevor es bei Bedarf eine automatische Bremsung einleitet.

Cupra Born Facelift (2026)

Der Cupra Born wurde in Barcelona entworfen und entwickelt und wird in Zwickau produziert. Die Produktion beginnt im zweiten Quartal 2026, die Markteinführung ist für den Sommer dieses Jahres geplant. Bisher ist das Modell noch nicht bestellbar, auch die Preisliste enthält noch die Vor-Facelift-Version. Bisher begannen die Preise bei 40.450 Euro.

Unter dem Strich

Cupra spendiert dem Born ein Facelift, bei dem sich außer der Optik vor allem die Bedienung ändert. Aus technischer Sicht am interessantesten ist die neue Basisversion mit 140 kW und kleinerer Batterie, die trotzdem mehr Reichweite bietet. Dass Cupra den alten APP310-Motor per Software um 10 kW schwächer gemacht hat, halten wir für unwahrscheinlich.

Eine naheliegende, wenn auch spekulative Möglichkeit wäre, dass hier schon der neue APP290 aus dem ID. Polo eingesetzt wird und Leistungen von bis zu 166 kW erbringen kann. Zusammen mit Siliciumcarbid-Invertern dürfte das Aggregat deutlich sparsamer sein als das alte. Wir wüssten auch gern, ob es sich bei dem 58-kWh-Akku um eine völlig neue Batterie handelt, eventuell sogar einen der neuen Energiespeicher mit Cell-to-Pack-Technologie, die auf der IAA angekündigt wurden.    

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Autor: Stefan Leichsenring