Der Grand Canyon S 700 ist bekannt als längere, komfortorientierte Variante auf Mercedes-Sprinter-Basis. Mit dem CrossTrail-Paket verschiebt Hymer den Charakter nun spürbar in Richtung Expeditions-Light.
Die Basis bleibt der 7,00 Meter lange Sprinter mit Hochdach, Heckquerbett und klassischem Bad, ergänzt um Elemente, die man sonst eher aus dem Zubehörkatalog kennt. Auffälligstes Merkmal ist die spezielle Außenbeschichtung im rauen Raptor-Stil. Sie schützt stark beanspruchte Bereiche vor Steinschlag und Kratzern und verleiht dem Fahrzeug eine bewusst ungeschönte Optik.
Funktion geht hier vor Glanz, was zum Gesamtanspruch des CrossTrail passt. Dazu kommen dunkle Anbauteile und eine insgesamt reduzierte Farbwelt, die weniger Campingplatz als Schotterpiste signalisiert. Technisch rückt die Konnektivität in den Mittelpunkt.
Ein fest integrierter 5G-Router sorgt für stabile Datenverbindungen auch abseits urbaner Netze. Für mobiles Arbeiten, Navigation und Streaming ist das kein Luxus mehr, sondern Teil des Nutzungskonzepts. Hymer reagiert damit auf veränderte Reisegewohnheiten, bei denen der Camper längst auch als temporäres Büro dient.
Beim Thema Autarkie bleibt Hymer pragmatisch. Eine leistungsfähige Bordbatterie, ergänzt durch Solartechnik, ermöglicht längere Standzeiten ohne externe Stromquelle. Gas bleibt außen vor, was Wartung vereinfacht und die internationale Nutzbarkeit erhöht. Kochen und Heizen laufen elektrisch beziehungsweise dieselbasiert, gesteuert über ein zentrales Bordmanagement.
Der Innenraum bleibt klar als Grand Canyon S erkennbar, wirkt im CrossTrail aber bewusst robuster. Oberflächen sind widerstandsfähiger ausgeführt, Stoffe dunkler und unempfindlicher gewählt. Das Querbett im Heck profitiert von der Fahrzeuglänge und bietet spürbar mehr Bewegungsfreiheit als bei kürzeren Sprinter-Ausbauten. Darunter bleibt ausreichend Stauraum für Sport- oder Reiseequipment.
Bilder von: Hymer
In der Küche setzt Hymer weiterhin auf Funktion statt Show. Arbeitsfläche, Stauraum und Kühlschrankgröße sind auf längere Reisen ausgelegt. Das Bad folgt dem bekannten Variobad-Prinzip, bleibt kompakt, aber voll nutzbar. Hier zeigt sich der Ansatz des CrossTrail besonders deutlich: nichts Neues um des Neuen willen, sondern bekannte Lösungen mit höherer Belastbarkeit.
Fahrwerksseitig bleibt der Grand Canyon S 700 beim serienmäßigen Sprinter-Setup, optional ergänzt um verstärkte Komponenten und passende Bereifung. Der Fokus liegt weniger auf Extrem-Offroad als auf schlechten Straßen, Pisten und winterlichen Bedingungen.
Damit positioniert sich der CrossTrail zwischen klassischem Reisemobil und echtem Expeditionsfahrzeug. Ähnliche Ansätze verfolgen etwa der Kiwi Edition Basecamper , der Dethleffs Globebus Performance 4x4 auf Crafter-Basis oder der Eura Mobil Xtura Escape. Wer es gerne noch gelände-gängiger möchte, der greift zum Bimobil EX 462 auf Iveco-Basis oder gleich zu rollenden Festung Torsus Praetorian Liberra.








