400 PS klingen in der heutigen Welt nicht besonders spektakulär. Jedes halbwegs sportliche Elektrofahrzeug hat deutlich mehr zu bieten und auch die Verbrenner-Sportler toppen dies mit Leichtigkeit. Leichtigkeit ist aber das Stichwort, denn Morgans stärkstes Auto kombiniert besagte 400 PS mit einem Gewicht von nur 1.170 Kilogramm!
Morgan legt nach und stellt mit dem Supersport 400 den stärksten Serienwagen der Firmengeschichte vor. Der neue Topableger der Supersport-Reihe knackt erstmals die 400-PS-Marke und soll das analoge Morgan-Gefühl mit spürbar mehr Performance und Präzision verbinden.
Basis ist weiterhin die CXV-Generation des Aluminium-Chassis, das Morgan für den 400er gezielt nachschärft. Der Roadster wiegt nur 1.170 Kilogramm, dazu kommen ein überarbeitetes Fahrwerk und ein klarer Fokus auf den Fahrer. Das Ergebnis ist ein deutlich direkteres, aber laut Morgan weiterhin gut beherrschbares Auto für engagierte Landstraßen- und Trackday-Fans.
Herzstück bleibt der aus BMW bekannte 3,0-Liter-Reihensechszylinder B58 in der aktuellsten Ausbaustufe. Im Supersport 400 leistet er 402 BHP, also rund 408 PS, und 500 Newtonmeter Drehmoment ab 1.250 Touren. Die Kraft geht über eine Achtgang-Automatik von ZF an die Hinterräder. Der Sprint von 0 auf 100 km/h soll in 3,6 Sekunden gelingen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 290 km/h, beide Werte stehen noch unter Vorbehalt.
Serienmäßig setzt Morgan beim Supersport 400 auf das Dynamic Handling Pack, das im normalen Supersport nur aufpreispflichtig ist. Verstellbare Nitron-Dämpfer mit 24 Klicks, neue Federraten und geänderte Achsgeometrie sollen für bessere Kontrolle bei hohem Tempo sorgen. Ein optionales Sperrdifferenzial schärft Traktion und Stabilität, ohne die grundsätzliche Zugänglichkeit des Autos zu verlieren.
Optisch bleibt der Supersport 400 klar als Morgan erkennbar, erhält jedoch einige gezielte Änderungen. Neue Entlüftungsöffnungen in den vorderen Kotflügeln verbessern Kühlung und Aerodynamik. Das bisher in Satin-Grau gehaltene Unterteil der Karosserie erscheint jetzt in glänzender Ausführung, was die technischen Elemente stärker betont und dem Auto mehr Präsenz gibt.
Ein weiteres technisches Update betrifft die Räder. Serienmäßig rollt der Supersport 400 auf geschmiedeten 19-Zoll-Sportlite-Felgen, die das Gewicht an der ungefederten Masse senken und das Einlenkverhalten verbessern sollen. Bestückt sind sie mit Michelin Pilot Sport 5 in 235/40 R19 vorn und 255/40 R19 hinten. Neben einem silbernen Finish bietet Morgan eine Dark-Bronze-Variante an.
Innen kombiniert Morgan seine traditionelle Handarbeit mit neuen Materialien und Details. Zusätzlich zum Vollleder-Interieur gibt es mehrere Alcantara-Optionen, darunter ein komplett schwarzes Setup und vier Zwei-Farb-Kombinationen. Alcantara am Lenkrad soll den Grip steigern, dazu kommt ein spezifisches Supersport-400-Steppmuster auf Sitzen, Türen und Mitteltunnel.
Die Instrumente stammen weiterhin von Caerbont, dem ursprünglichen Hersteller der Smiths-Instrumente. Sie behalten ihr analoges Erscheinungsbild, arbeiten im Hintergrund aber mit moderner CAN- und LIN-Technologie. Neu ist ein optionaler Aluminium-Wählhebel für die Automatik, der erstmals bei einem CX-Generation-Morgan eingesetzt wird und den Standardhebel ersetzt.
Auch beim Thema Individualisierung legt der Supersport 400 zu. Neu im Programm sind vier Satin-Lacke mit den Namen Forged Grey, Silk Silver, Sail Silver und Horizon Blue. Auf Wunsch gibt es ein kontrastfarbiges Hardtop in Grau, das optisch an den unteren Karosseriebereich anknüpft. Akzentteile in Korallenfarbe an Bremssätteln, Zierstreifen und Interieur setzen zusätzliche Farbtupfer.
Im Innenraum erweitert Morgan seine Marqueterie-Optionen. Aufwendig gearbeitete Holzintarsien sollen den handwerklichen Anspruch unterstreichen und dienen als zusätzliche Fläche für persönliche Anpassungen. Jede Bestellung entsteht in enger Abstimmung mit den Morgan-Händlern und dem Designteam, mit dem Ziel eines stimmigen, individuell abgestimmten Gesamtpakets.
Der Supersport 400 markiert nicht nur einen technischen Meilenstein, sondern auch den Start einer breiteren Modelloffensive. Morgan kündigt für die kommenden 18 Monate mehrere Sonder- und Kleinserien an, die das Portfolio gezielt erweitern. Der Supersport 400 bleibt trotzdem ein Serienmodell und ist über alle Supersport-Händler in Großbritannien, Europa und weiteren Märkten bestellbar.
Der Preis ist nicht ohne. Mindestens 138.958 Euro muss man anlegen, um eines dieser sehr limitierten Exemplare sein Eigen nennen zu können. Die Produktion soll im Mai anlaufen, die Stückzahlen bleiben bewusst begrenzt. Morgan investiert parallel weiter in Entwicklung, Fertigung und das Werk im britischen Malvern. Der Supersport 400 soll dabei als Aushängeschild für moderne Coachbuilding-Technik mit klassischem Fahrerlebnis dienen.








