Denza Z kommt nach Europa mit 1.180 kW und 1.500-kW-Laden

BYD bringt den Elektro-Supersportler nach Europa. Mit Torque Vectoring und Laden von 10 bis 97 Prozent in neun Minuten

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Der Denza Z, ein Supersportwagen mit 1.180 kW starkem Allradantrieb und Torque Vectoring, kommt auf den Markt, und zwar auch in Europa. Neben einer Coupé- und einer Racing-Version sind auch ein Spider und eine Special Edition für die Nürburgring-Nordschleife geplant. Der Bolide wurde nun auf dem Festival of Speed in Goodwood präsentiert. 

Technische Basis ist die Plattform e3 (sprich "e-cube") von Konzernmutter BYD. Für den Antrieb sorgen drei Elektromotoren, was ein aktives Torque Vectoring an der Hinterachse ermöglicht. Zudem bietet das Auto das Flash-Ladesystem von BYD, mit dem sich der Akku in nur neun Minuten von 10 auf 97 Prozent aufladen lassen soll. Ein weiteres Highlight ist das magnetorheologische "DiSus-M"-Fahrwerk.

Denza Z (2026)

Exterieur

Das Z Coupé und der Spider sind 4,78 Meter lang und maximal 1,35 Meter hoch. Entsprechend schlank wirkt der Wagen auch. Charakteristisch sind die rundlichen Formen; BYD-Chefdesigner Wolfgang Egger spricht von einer "lebendigen Skulptur der Geschwindigkeit".

  Länge Breite Höhe Radstand Leergewicht
Z Coupé 4.780 mm 1.975 mm 1.330 mm 2.780 mm 2.230 kg
Z Spider 4.780 mm 1.975 mm 1.350 mm 2.780 mm 2.300 kg
Z Racing 4.870 mm 1.990 mm 1.350 mm 2.780 mm 2.250 kg

Die Front besitzt einen großen Lufteinlass, der den Fahrtwind zu Auslässen in der Haube leitet, wobei Luftwiderstand, Abtrieb und Wärmemanagement perfekt ausbalanciert werden sollen. Die Racing-Version verfügt über einen besonders großen Lufteinlass sowie ein Mehrkanal-Kühlsystem, das Motoren und Bremsen besonders gut kühlen soll.

Bilder von: BYD

Am Heck gibt es vier rautenförmige Leuchten. Die mehrschichtigen Perleffekt-Lackierungen sollen je nach Abstand und Betrachtungswinkel für unterschiedliche Farbtöne sorgen. Der Racing besitzt optional einen dreistufig verstellbaren Heckflügel aus Carbon. Insgesamt ist der Racing dadurch neun Zentimeter länger als das Coupé; das Design erzeugt bei 350 km/h bis zu 1.060 kg Abtrieb.

Bilder von: BYD

Die Special Edition verfügt über eine Karosserie aus Verbundwerkstoffen wie Carbon. Zur Verringerung des Luftwiderstands besitzt sie einen aktiven Frontdiffusor und eine Heckflügelklappe. So lassen sich hier bei 300 km/h über 2.000 kg Abtrieb erzeugen.

Interieur

Innen konzentrierte sich das Designteam auf das Lenkrad. Es bietet sechs physische Tasten im unteren Bereich, die einen einfachen Zugriff auf wichtige Funktionen wie die Modi Track und Boost ermöglichen. Ansonsten gibt es ein 8,9-Zoll-Instrumentendisplay, ein 12,8-Zoll-Infotainmentsystem und eine kabellose Ladestation für Smartphones. Denza verspricht zudem hochwertige Materialien wie Carbon, Stoffe in Wildlederoptik und Metalloberflächen.

Bilder von: BYD

Coupé, Spider und Racing sind den Bildern nach 2+2-Sitzer. Den Racing kann man auch ohne die Rücksitze und dafür mit Überrollkäfig bestellen. Die Vordersitze verfügen über eine achtfache elektrische Verstellung, eine ebenfalls einstellbare Lendenwirbelstütze sowie Heiz-, Belüftungs- und Massagefunktionen. Bei Coupé und Spider kann man auch den Seitenhalt des Fahrersitzes einstellen. Das Kofferraumvolumen im Coupé und im Racing beträgt 250 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rücksitze auf 550 Liter erweitern.

Antrieb und Batterie

Alle drei Versionen des Z verfügen über einen Frontmotor sowie zwei Motoren an der Hinterachse. Die beiden Heckmotoren drehen bis auf 30.000 U/min hoch. Der Antrieb sorgt für eine Systemleistung von 1.180 kW und bietet 1.240 Nm Drehmoment. Das reicht für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 2,25 Sekunden beim Coupé und eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Die Racing-Version braucht mit den optionalen Semi-Slick-Reifen sogar nur 1,96 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h. Die Special Edition mit einer Systemleistung von über 1.470 kW soll den Sprint auf weniger als 1,7 Sekunden verkürzen.

Technische Daten der drei Versionen als PDF zum Download  

Alle Varianten besitzen eine Blade-Batterie der 2. Generation mit 76 kWh. Das sorgt für eine Reichweite von 410 km beim Coupé, 400 km beim Spider und 380 km beim Racing. Sie wird als "Cell-to-Body"-Akku in den Wagen integriert, das heißt, die Zellen werden ohne Module und ohne Batteriegehäuse direkt im Chassis positioniert, wobei der Boden des Fahrgastraums als obere Abdeckung dient.

Die Batterie soll sich genauso schnell aufladen lassen, wie man bei einem Verbrenner fürs Tanken braucht. Über ein einziges Kabel werden dabei Ladeleistungen von bis zu 1.500 kW möglich. So soll sich der Akku in fünf Minuten von 10 auf 70 % und in neun Minuten von 10 auf 97 % aufladen lassen. Auch Vehicle-to-Load (V2L) wird unterstützt.

Fahrwerk und sonstige Ausstattung

Das DiSus-M-Fahrwerk basiert auf Doppelquerlenkern vorn und einer Mehrlenkerachse hinten. Die Coupé- und Spider-Versionen des Fahrzeugs verfügen über eine Luftfederung, während die Racing-Version mit Schraubenfedern ausgestattet ist. Dazu kommen magnetorheologische Dämpfer. Sie können straffer oder weicher in Zug und Druckstufe eingestellt werden. Dazu wird Viskosität der Hydraulikflüssigkeit in den Stoßdämpfern mithilfe eines Magnetfelds verändert. 

Alle Denza Z-Varianten sind mit gelochten Carbon-Keramik-Bremsscheiben ausgestattet, welche die ungefederte Masse um insgesamt rund 30 kg verringern. Zudem bieten sie eine verbesserte Kühlleistung und eine längere Lebensdauer von bis zu 300.000 Kilometern. Sie sind mit Sechskolben-Festsätteln vorn und Vierkolben-Sätteln hinten ausgestattet. Die Bremssättel können in Orange, Gelb, Rot oder Blau bestellt werden.

Zu den Technik-Gimmicks gehört auch ein System, das einen Reifenschaden erkennt und innerhalb von Millisekunden reagiert, um die Kraftverteilung anzupassen und das Fahrzeug so zu stabilisieren. Die Steuerung ermöglicht es zudem, eine "Kompasskurve" zu fahren, bei der sich das Fahrzeug um die Vorderachse herum dreht.

Alle Versionen verfügen über eine Ambientebeleuchtung, die sich je nach gewähltem Fahrmodus verändert. Das Infotainment bietet Google-Dienste wie Google Maps, Google Assistant und Google Play Store. Ein kamerabasierter Rückspiegel gehört ebenso zur Serienausstattung wie elektrisch betätigte Türen mit Soft-Close-Funktion. Das Audiosystem stammt vom französischen Anbieter Devialet und bietet zwölf Lautsprecher (zehn im Spider). Dazu gehören ein kugelförmiges Zentralmodul in der Mitte der Armaturentafel sowie Lautsprecher in den Kopfstützen.

Ein simulierter Motorsound kann über eine Taste am Armaturenbrett aktiviert und per Touchscreen anpasst werden. Dabei gibt es zwei Lautstärkestufen und man kann wählen zwischen Sound innen, Sound außen sowie Sound außen und innen. Außerdem kann man sich für einen Verbrenner-Klang oder einen Science-Fiction-Sound entscheiden.

Der Boost-Modus wird über eine Taste am Lenkrad aktiviert. Er erhöht das Drehmoment für 20 Sekunden um 30 Prozent. Im Track-Modus, der ebenfalls per Lenkradtaste aktiviert wird, werden diverse Renn-Daten am Touchscreen angezeigt. Rundenzeiten können auch auf einen USB-Stick gespeichert werden. Zudem bietet der Track-Modus eine Launch-Control sowie eine Einstellung fürs Driften. Noch mehr Einstellmöglichkeiten bietet eine Track-App mit drei benutzerdefinierten Profilen. Damit lassen sich auch die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, die Traktionskontrolle, die Rekuperation, die DiSus-M-Dämpfung, der Bremsassistent, das Torque Vectoring, das ABS und das ESP einstellen.

Der Z wird in zehn Außenfarben angeboten, von Le-Mans-Blau und Silverstone-Silber über Nocturne (Lila) und Riviera-Blau bis hin zu Phantom-Schwarz-Matt, Monaco-Rot und Monte-Carlo-Orange. Das Verdeck des Spider lässt sich ebenfalls in verschiedenen Farben ordern. Fürs Interieur stehen zehn Farbvarianten zur Auswahl, die komplett schwarze Ausführungen mit unterschiedlichen Ziernähten und helleren Farbakzenten kombinieren. 

Bestellungen für Z Coupé, Spider und Racing werden ab sofort entgegengenommen, allerdings nur "in ausgewählten Märkten". Die ersten Auslieferungen sollen noch vor Jahresende erfolgen. Nach der Präsentation in Goodwood erfolgt noch das Finetuning der Special Edition, bevor diese im Herbst einen Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife fahren soll.

Unter dem Strich

Mit dem Denza Z zeigt BYD, was möglich ist. Abgesehen von einer wahnwitzigen Leistung für ebenso verrückte Fahrleistungen und einem Torque-Vectoring-System bietet das Auto auch eine Luftfederung mit magnetorheologisch geregelten Dämpfern. Die Batterie ist mit 76 kWh etwas klein, sodass die Reichweite nur rund 400 km beträgt. Das gleicht jedoch das rasend schnelle Laden wieder aus - das man allerdings zunächst nur bei den BYD-Händlern erleben kann, denn die 1.500-kW-Lader werden zunächst nur dort installiert. Noch offen ist die Preisfrage. Dass hier nichts unter 100.000 Euro geht, dürfte klar sein.     

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Autor: Stefan Leichsenring