Audi A2, Smart Fortwo, Citroen 2CV: Comeback der Legenden

Die Neuauflagen der Kult-Mobile sind aber allesamt Elektroautos

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Nostalgie verkauft sich gut, wir sehen es auf dem Buchmarkt, teilweise in der Politik, aber auch bei Autos. Bestes Beispiel sind der Fiat 500, der Renault 5 E-Tech und der neue Twingo. Mittlerweile alles reine Elektroautos, womit die Zielrichtung klar wird: Man möchte potenzielle Kunden über ein vertrautes Design für den Umstieg auf die Stromer gewinnen. 

Im Ansatz ähnlich auch VW, im neuen ID. Polo sollen Retro-Instrumente und viele echte Tasten konservativ gesinnte Kunden abholen. Der Rückgriff auf die eigene Vergangenheit kann auch ein Weg sein, um sich von der Flut sich gleichender China-Modellen abzuheben. Auf dem Pariser Autosalon Mitte Oktober werden wir die offiziellen Weltpremieren von drei Elektroautos sehen, die berühmte Namen aus der Vergangenheit zitieren.

Audi A2 e-tron

Audi arbeitet fleißig an seinem bislang kleinsten Elektroauto. Klein ist indes relativ, denn der neue A2 e-tron basiert auf dem rund 4,27 Meter langen VW ID.3 Neo. Offizielle Prototypen zeigen, dass der A2 e-tron seinen Namensvetter von 1999 am Heck zitieren wird. Es endet recht steil, dort befindet sich eine zweigeteilte Scheibe. Auffallend sind die sogenannten "Winglet"-Türöffner, kleine Flügel unter den Fenstern. Ohne Tarnung wird das Auto erst im Herbst zu sehen sein; dann ist auch Bestellstart. Die Auslieferungen sollen noch 2026 beginnen.

Der neue Kompaktwagen teilt sich viel von der Technik mit dem VW ID.3 Neo. Während dieser im Bestfall 14,0 kWh/100 km verbraucht, sind es beim A2 e-tron mit 140 kW und Effizienzpaket nur 12,8 kWh/100 km. Das macht das Modell zu einem der sparsamsten Elektroautos überhaupt. 

Audi A2 E-Tron (2027): getarnter Prototyp

Der niedrige Verbrauch wird durch aerodynamischen Feinschliff erreicht, wodurch der cW-Wert auf 0,24 sinkt. Dazu gehören ein optimierter Unterboden, Air-Curtains, steuerbare Kühllufteinlässe und Räder mit niedrigem Windwiderstand. Aber auch weniger offensichtliche Maßnahmen helfen: So reduziert eine gute Kühlstrategie die Ladeverluste, und die gehen in den Verbrauch ein. Den Wirkungsgrad beim Laden mit Wechselstrom gibt Audi mit 89,6 Prozent an. 

Der Audi soll bis zu 649 Kilometer Reichweite bieten. Die Motoren leisten 125, 140, 170 bzw. 240 kW. Demnach hat der A2 e-tron die gleichen Motorisierungen wie der VW ID.3 Neo und der Cupra Born. 

Citroën 2CV

Die Ente kehrt zurück: Vorgestellt wird der Neo-2CV im Oktober auf dem Pariser Autosalon. Es dürfte sich aber noch um eine Studie handeln, denn das Modell startet erst 2028. Das Auto gehört offenbar zu den kleinen E-Cars, die Stellantis ab 2028 im Werk Pomigliano bei Neapel produzieren will, wie schon am 19. Mai bekanntgegeben wurde. Dabei soll es sich anscheinend um Elektro-Kleinstwagen handeln. Zum Hintergrund gehören die Pläne der EU für eine neue Fahrzeugkategorie namens M1E, die künftig gefördert werden soll, wobei die Kategorie noch nicht genau definiert ist.

Als Zielpreis werden 15.000 Euro genannt. Wie der 2CV nach dem Krieg die Autos erschwinglich machte, soll die Elektro-Ente die Elektromobilität "demokratisieren", da E-Autos nach Ansicht von Citroën-Chef Chardon bisher zu teuer sind. 60 Prozent der Kaufzurückhaltung seien auf zu hohe Preise zurückzuführen, so der Manager gegenüber Autocar. 

Die Neo-Ente wäre demnach unterhalb des e-C3 angesiedelt. Dieser startet derzeit in Deutschland bei 20.140 Euro mit 83 kW Leistung und 205 Kilometer Reichweite. Offiziell existiert bislang nur das oben gezeigte Teaserbild, mehr werden wir spätestens in Paris erfahren. 

Smart #2

Der zuletzt 2,70 Meter lange Smart Fortwo war in der Stadt unschlagbar, doch für Mercedes ein Milliardengrab. Trotzdem existiert immer noch eine weit sechsstellige Nummer der kleinen Flitzer. Ein durchaus großer Markt also, den das "neue" Smart als Joint-Venture mit dem chinesischen Geely-Konzern abgrasen will.

Und so folgt bald auf den Fortwo der 2,75 Meter lange #2, der das typische Würfel-Design weiterentwickelt. Innen verfolgt man einen Mix aus Hochwertigkeit, Glanz und Praktikabilität. Unsere Kollegen von Motor1 Italien berichten, dass der Wagen 1,66 Meter breit und 1,55 Meter hoch ist. Der Radstand beträgt 1,87 Meter, das Gewicht 1.130 Kilogramm. 

Street Murals als Vorschau auf den Smart #2

Angetrieben wird der elektrische Zweisitzer von einem 60 kW starken Elektromotor, der eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h ermöglicht. Der Strom kommt aus einer 35,7-kWh-Batterie mit Lithium-Eisensulfat-Chemie (LFP). Die Batteriezellen kommen von CATL. 

Bereits offiziell bestätigt sind eine (gemessen an der Fahrzeuggröße erstaunliche) WLTP-Reichweite von rund 300 km und eine DC-Ladezeit von etwa 20 Minuten (10 bis 80 %) sowie ein Wendekreis von 6,95 Metern. Auch eine Vehicle-to-Load-Funktion wird es geben. Als Basispreis stehen rund 22.000 Euro im Raum.

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Autor: Roland Hildebrandt