Steht der Skoda Superb vor dem Aus?

Das Skoda-Flaggschiff könnte den Umbau-Plänen des Konzerns zum Opfer fallen, doch Ersatz ist in Sicht

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Der Skoda Superb könnte vor dem Aus stehen. Hintergrund sind die rückläufige Nachfrage nach Limousinen und Kombis sowie das umfangreiche Sparprogramm des Volkswagen-Konzerns. Wie Autocar berichtet, prüft Skoda derzeit, welche Veränderungen es in der eigenen Modellpalette geben soll.

Der Octavia gehört seit 30 Jahren zum festen Bestandteil des Skoda-Angebots, der größere Superb ist seit 2001 auf dem Markt. Beide Modelle werden aktuell in ihrer vierten Generation angeboten.

Einen möglichen Ausblick auf die Zukunft gab Skoda bereits mit der Studie Vision O. Das Konzept gilt als Vorbote eines elektrischen Nachfolgers für den Octavia, der noch vor Ende des Jahrzehnts auf der neuen SSP-Plattform des VW-Konzerns auf den Markt kommen soll. Die gleiche Architektur soll künftig unter anderem auch der nächste VW Golf nutzen.

Interessant dabei: Der Vision O liegt bei den Abmessungen zwischen dem heutigen Octavia und dem Superb.

Skoda Vision O auf der IAA 2025

Ein Modell für zwei Segmente?

Der Volkswagen-Konzern will seine Modellvielfalt bis 2035 deutlich reduzieren. Die Zahl der angebotenen Modelle über alle Marken hinweg soll laut den Plänen um rund 50 Prozent sinken. Dahinter stehen vor allem Kostensenkungen, höhere Stückzahlen bei den verbleibenden Baureihen und damit bessere Skaleneffekte.

Skoda gehört gleichzeitig zu den profitabelsten Marken des Konzerns. Im ersten Halbjahr dieses Jahres erzielte die tschechische Marke Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn und kam auf eine Marge von rund 8,5 Prozent.

Skoda-Chef Klaus Zellmer erklärte gegenüber einer Gruppe von Medienvertretern, dass die Marke derzeit über ihre größte Modellpalette überhaupt verfüge. Grund dafür sei vor allem die aktuelle Übergangsphase zwischen Verbrennungsmotoren und Elektroautos. 

Das Endspiel ist elektrisch, daran besteht kein Zweifel, sagte Zellmer laut Autocar. Gleichzeitig müsse sich aber erst zeigen, ob der Übergang bis 2035 tatsächlich auf natürliche Weise erfolgen werde. Eine stärkere Konzentration auf Elektroautos würde laut Zellmer gleichzeitig Komplexität aus der Modellpalette nehmen.

Superb und Octavia könnten zusammengelegt werden

Auf die Frage, ob Skodas Erfolg die Marke davor bewahren könnte, Modelle aus dem Programm zu streichen, antwortete Zellmer jedoch: Das ist nicht gegeben.

Als möglichen Ansatzpunkt nannte er die Limousinen- und Kombimodelle der Marke. Wir sind sehr stolz auf den Superb und wir lieben den Octavia, wird Zellmer von Autocar zitiert. Gleichzeitig seien beide Modelle auf dem Markt derzeit sehr gut aufgestellt. Der Octavia führe sein Segment bereits seit 2016 an.

Das Problem liegt laut Zellmer in der langfristigen Entwicklung des Marktes: Limousinen und Kombis sind nicht auf dem aufsteigenden Ast.

Die neue SSP-Plattform biete gleichzeitig genügend Spielraum, um Fahrzeuge bis zur Größe des Superb zu realisieren. Deshalb prüfe Skoda derzeit, ob tatsächlich zwei separate Modelle notwendig sind oder ob sich beide Segmente und Zielgruppen mit einem einzigen Fahrzeug abdecken lassen.

Verbrenner könnten länger bleiben

Noch ist allerdings nicht entschieden, wie der Nachfolger des Octavia beziehungsweise Superb technisch aussehen wird. Der Vision O wurde zwar als Elektro-Konzept präsentiert, Skoda erwägt laut Autocar jedoch auch einen Range-Extender-Antrieb.

Skoda Superb iV Limousine (2026)

Die Bedeutung des Octavia für die Marke ist enorm. In 30 Jahren wurden mehr als sieben Millionen Exemplare verkauft. Vom Superb gingen seit seinem Debüt im Jahr 2001 mehr als 1,6 Millionen Fahrzeuge an Kunden.

VW-Konzern denkt markenübergreifend

Bei der Neuordnung der Modellpalette spielt zudem die Zusammenarbeit innerhalb des Volkswagen-Konzerns eine größere Rolle. Zellmer erklärte, dass künftig stärker das gesamte Markenportfolio betrachtet werde und nicht jedes Unternehmen für sich.

Das Ziel sei, den gesamten Konzern möglichst breit aufzustellen, ohne dass sich die einzelnen Marken gegenseitig Konkurrenz machen. Entscheidungen, die aus Sicht einer einzelnen Marke überraschend wirken könnten, würden im Zusammenspiel des gesamten Konzerns dagegen Sinn ergeben.

Auswirkungen des konzernweiten Sparprogramms auf Skoda sieht Zellmer gelassen. Effizienz sei bei Skoda schon lange ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells. Die Marke arbeite bereits mit einer sehr schlanken Struktur.

Ob das für den Superb tatsächlich das Aus bedeutet, ist damit noch nicht endgültig entschieden. Klar ist aber: Skoda prüft offenbar ernsthaft, ob ein künftiges Modell die Aufgaben von Octavia und Superb gemeinsam übernehmen kann.

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Autor: Stefan Wagner