Dacia Striker und Skoda Octavia Combi im ersten Vergleich

Der neue 25.000-Euro-Preisbrecher trifft im Kombi-Duell auf einen Mittelklasse-Klassiker

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Dacia strebt nach höheren Zielen und greift in der Mittelklasse an. Kürzlich wurde der neue Striker im Detail vorgestellt. Und nicht wenigen Beobachtern kam sofort der Skoda Octavia Combi in den Sinn. Zeit also für einen ersten Vergleich beider Fahrzeuge auf dem Papier.

Ein Vergleich zwischen dem Dacia Striker und dem Skoda Octavia Combi beleuchtet das Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Philosophien im Segment der geräumigen Familienfahrzeuge. Während Skoda den klassischen, hochentwickelten und seit Jahren etablierten Kombi stellt, bricht Dacia mit dem Striker traditionelle Grenzen auf und positioniert das Fahrzeug als Crossover, der die Merkmale eines Kombis mit den optischen Elementen und Fähigkeiten eines SUV verschmelzen lässt.

Dacia Striker (2026) vs. Skoda Octavia Combi (2026)

Design und Abmessungen

Im Bereich des Außendesigns zeigt der Dacia Striker eine eigenständige Note. Er bricht mit den reinen Kombi-Konventionen durch eine erhöhte Bodenfreiheit von bis zu 20 Zentimeter (20 cm für den 4x4 und 19 cm für den 4x2) sowie umlaufende Schutzelemente aus Kunststoff, was ihm einen ausgeprägten Outdoor-Look verleiht.

Mit einer Gesamtlänge von 4,62 Meter ist aktuell er das größte Modell der Marke Dacia, bleibt in der Höhe mit 1,53 Meter jedoch flach und aerodynamisch gezeichnet, was sich in einem für diese Klasse guten cW-Wert von 0,29 widerspiegelt. Die Front wird durch eine charakteristische T-förmige LED-Lichtsignatur geprägt.

Der Skoda Octavia Combi hingegen verkörpert das klassische, elegante Kombi-Design mit einer Gesamtlänge von knapp 4,70 Meter (4.698 mm sind es ganz genau), womit er den Dacia um einige Zentimeter überragt. Mit 1,49 Meter Höhe ist er aber etwas flacher. Der Skoda liegt tiefer auf der Straße und setzt im Design auf klare, geschliffene Linien und eine gestreckte Silhouette ohne Offroad-Beplankung. Die hatte einst der Octavia Scout, ihn gibt es aber seit dem Facelift der aktuellen Baureihe nicht mehr im Programm. Vielleicht eine Lücke für den Striker?

Innenraum und Variabilität

Im Innenraum setzt sich der konzeptionelle Unterschied fort. Dacia stattet den Striker mit einem modernen, auf Pragmatismus ausgelegten Cockpit aus. Hier dominieren einfache Kunststoffe. Neben einem zentralen 10,1-Zoll-Touchscreen (Navi optional) sticht das digitale LightVisio-Fahrinfodisplay hervor, das durch eine Projektionstechnik dreidimensional und frei schwebend vor der lenkenden Person wirkt.

Die Sitze sind teils mit einem widerstandsfähigen, neoprenartigen Stoff bezogen, und im Armaturenbrett sind clevere Details wie ein integrierter Eiskratzer oder Kabeldurchlässe zu finden. Das Kofferraumvolumen des Striker beträgt 600 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rückbank auf rund 1.600 Liter erweitern. Optional kommt eine elektrische Heckklappe zum Einsatz, ergänzt durch einen dreiteiligen, wendbaren Modulboden, der eine Schmutzseite besitzt.

Der Skoda Octavia Combi kontert in dieser Disziplin mit seinen traditionellen Stärken in puncto maximaler Raumausnutzung und wertigerer Materialanmutung. Das Kofferraumvolumen des Octavia liegt mit 640 Litern im Standardzustand und bis zu 1.700 Liter bei umgeklappter Fondbank nochmals ein Stück über den Werten des Dacia.

Das Cockpit des Skoda wirkt durch geschäumte Kunststoffe sowie optionale Alcantara- oder Lederbezüge hochwertiger und bietet die markentypischen Simply-Clever-Lösungen wie Regenschirme in den Türen oder einen Tickethalter an der Windschutzscheibe. Auch hier gibt es einen Eiskratzer, aber im Tankdeckel. Ein 10-Zoll-Digitalcockpit ist immer serienmäßig, ebenso ein 10-Zoll-Touchscreen. Letzterer ist optional auch in 13 Zoll erhältlich.

Motoren und Fahrleistungen

Bei den Antriebskonzepten geht Dacia beim Striker einen rein elektrifizierten Weg. Zudem gibt es nur Benziner. Die Motorenpalette umfasst einen bivalenten Mildhybrid mit 140 PS, der sowohl mit Benzin als auch mit Flüssiggas (LPG) betrieben werden kann, sowie zwei Vollhybrid-Varianten. Der stärkere Vollhybrid leistet 155 PS auf Basis eines 1,8-Liter-Vierzylinders. Je nach Antrieb gibt ein Sechsgang-Schaltgetriebe, ein Sechsgang-DKG oder ein Multi-Mode-Automatikgetriebe.

Ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zum klassischen Kombi ist der optionale Allradantrieb im Hybrid 150 4x4. Hier treibt ein Mildhybrid-Motor die Vorderachse an, während ein zusätzlicher Elektromotor an der Hinterachse sitzt, welcher sich bei höheren Geschwindigkeiten ab 140 km/h automatisch entkoppelt, um Kraftstoff zu sparen.

Motoren Benziner Mildhybrid-Benziner Vollhybrid Diesel
Dacia Striker   Mild Hybrid-G 140 / 140 PS

Hybrid 150 4x4 / 150 PS

Hybrid 155 / 155 PS

-
Skoda Octavia Combi

1.5 TSI / 115 PS

1.5 TSI / 150 PS

2.0 TSI 4x4 / 204 PS 

2.0 TSI / 265 PS

1.5 TSI mHEV / 115 PS

1.5 TSI mHEV / 150 PS

-

2.0 TDI / 115 PS

2.0 TDI / 150 PS 

Skoda bietet für den Octavia Combi ein deutlich breiteres und klassischeres Spektrum an. Die Motorenpalette reicht von reinen TSI-Benzinern über Mildhybride (eTSI) bis hin zu reichweitenstarken TDI-Dieselmotoren, die beim Dacia völlig fehlen. Dafür bietet der Octavia (noch) keinen Vollhybrid. Die Benziner leisten zwischen 115 und 204 PS (2.0 TSI 4x4). 115 respektive 150 PS sind es beim 2.0 TDI. Für Automatikfreunde gibt es (teils serienmäßig) ein 7-Gang-DSG.

Für Kunden mit großen Leistungshunger gibt es den Octavia RS mit 265 PS. Während Dacia den Fokus auf urbane Hybrid-Effizienz und leichte Geländegängigkeit legt, deckt Skoda auch die Bedürfnisse von Vielfahrern mit hohen Autobahnanteilen perfekt ab.

Preise und Marktpositionierung

Der preisliche Aspekt ist der Bereich, in dem sich die Positionierung der beiden Fahrzeuge am deutlichsten unterscheidet. Dacia bleibt seiner Markenphilosophie treu und kündigt für den Striker in Deutschland einen Einstiegspreis von unter 25.000 Euro an. Im Dezember 2026 soll der Marktstart erfolgen, erste Bestellungen sind ab Oktober möglich.

Damit positioniert sich der Lifestyle-Kombi als preisbrechendes Angebot im C-Segment, das viel Ausstattung und moderne Hybridtechnik zu einem Bruchteil des üblichen Marktpreises bietet. Nach oben hin dient der Bigster als Referenz, hier liegt das Topmodell mit Vollausstattung bei fast exakt 33.000 Euro liegt.

Der Skoda Octavia Combi bewegt sich preislich in einer anderen Liga. Ein gut ausgestatteter Octavia Combi startet in der Regel erst deutlich jenseits der 30.000-Euro-Marke, und mit entsprechenden Motorisierungen oder höheren Ausstattungslinien klettert der Preis schnell in Richtung 40.000 Euro und darüber hinaus. Los geht es bei 29.840 Euro und reicht bis zu 44.000 Euro für den stärksten Diesel als Sportline und gut 50.000 Euro für den RS.

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Autor: Roland Hildebrandt