Zu Zeiten des Sozialismus bedeutet Skoda lange "Autos mit Heckmotor". Doch spätestens Ende der 1970er-Jahre wissen die Verantwortlichen in Mlada Boleslav: So kann es nicht weitergehen. Fiat, VW und selbst Opel schwenken in der Kompaktklasse auf den Frontantrieb um. Und so beginnt das Projekt 781 mit einem ersten Prototypen, der 1981 fertig ist.
Eine Sonderkommission der tschechoslowakischen KP überwacht das Ganze und berichtet an das ZK. Dort ist man sich im Klaren, dass das kommende Auto ein Devisenbringer sein kann. Nur ist der hauseigene Skoda-Prototyp nicht wirklich hübsch, sondern eher sachlich. Und so verlangt man in Prag einen "italienischen Stil" beim Design.
Chefentwickler Petr Hrdlicka reist zum Genfer Autosalon 1983. Pininfarina ist an andere Hersteller gebunden, aber Bertone hat Zeit und beginnt mit den Arbeiten. Ein Glücksfall, wie sich herausstellen sollte. Für 28 Millionen Kronen liefert Bertone vier Ausführungen: Fließheck, Limousine, Kombi und Coupé, insgesamt 19 Prototypen. Inklusive sind zudem Vorschläge zum Innenraumdesign. Parallel wird die Karosserie des Typ 781 um zehn Zentimeter verlängert, was dem Innenraum zugute kommt.
Zu den Prototypen auf Basis des späteren Skoda 781 Favorit gehört ein schicker Dreitürer mit dem Code 783. Die Arbeiten an dem Fahrzeug mit zartem Coupé-Einschlag begannen 1985, zunächst in Form von Skizzen und einem Modell im Maßstab 1:4 im Bertone-Studio. Die erforderlichen Unterlagen wurden anschließend in Mladá Boleslav und Kvasiny erstellt, und die Karosserie wurde 1986 gebaut.
Vermutlich hatte man einen Nachfolger für den Garde/Rapid im Sinn. Auffallend ist der Knick im vorderen Seitenfenster, was für eine Großserie nicht gerade förderlich ist. Etwas derartiges gibt es 1994 beim Alfa Romeo 145, jedoch dezenter. Bei Bertone selbst findet man einen ähnlichen Knick später im hinteren Bereich des Citroën XM. Stilistische Ähnlichkeiten liefert auch die Studie Volvo Tundra von 1979.
Der 783 fährt 1987 erstmals auf der Straße, doch eine Serienproduktion kommt letztendlich nie zustande. Man ist genug mit dem Anlauf der Fertigung des "normalen" Favorit mit fünf Türen beschäftigt, die im August 1988 beginnt.
Von den Bertone-Ideen zu diversen Karosserievarianten bleibt nur der Forman getaufte Kombi übrig, der 1990 aus Kostengründen mit der Heckklappe des Fünftürers auf den Markt kommt. Auf seiner Basis wird zudem ein Pick-up realisiert. Im April 1991 kommt Skoda unter das Dach des Volkswagen-Konzerns. Ob Felicia oder Fabia: Einen Dreitürer sollte es bei den Kleinwagen der Marke nie mehr geben.








