Skoda Peaq (2026): Erste Fahrt im Elektro-Siebensitzer

Er bietet über 1.000 Liter Kofferraum mit fünf Sitzen!

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Bei Skoda stehen im Jahr 2026 die Gegensätze im Mittelpunkt: Modelle an fast entgegengesetzten Enden des Spektrums sollen das ohnehin breite Angebot weiter ausbauen. Während auf der einen Seite der Epiq kommt - ein kleiner Elektro-Crossover, verwandt mit Modellen wie VW ID. Polo, ID. Cross und Cupra Raval - feiert auf der anderen Seite der Peaq seine Weltpremiere. Er soll zum neuen (hoch bauenden) Flaggschiff der Marke werden.

Ein großer SUV (sehr groß) und geräumig (sehr geräumig), den ich rund um Como gesehen und gefahren habe. Der erste Kontakt fand noch im Tarnkleid statt: Der Peaq war außen wie innen weiterhin stark getarnt, doch die wenigen gefahrenen Kilometer und die spärlichen Informationen von Skoda ergeben bereits ein recht klares Bild.

Skoda Peaq, der erste Test des Prototyps

Elektrisches Flaggschiff auf MEB-Basis

Der wichtigste Punkt vorab: Der Skoda Peaq ist vollelektrisch. Er basiert auf der MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns, hier als Grundlage für einen SUV mit rund 4,90 Meter Länge und einem Radstand von fast drei Metern. Ihn als Flaggschiff zu bezeichnen, ist damit alles andere als übertrieben. Wer will, kann ihn auch als "Einraumwohnung" bezeichnen: Innen ist er groß und bietet Platz für bis zu sieben Personen.

Seine Stärke zeigt er jedoch vor allem bei fünf Reisenden: 1.010 Liter Kofferraumvolumen. So weit ist noch kein Skoda gegangen, nicht einmal der Kodiaq. Sind dagegen alle sieben Sitze in Position, bleiben 299 Liter - dazu kommen 37 Liter im Frunk.

Hinzu kommt das Relax-Paket für die vorderen Passagiere: Ein Knopfdruck genügt und die AGR-zertifizierten Sitze fahren in die Ruheposition, Beinauflagen klappen aus und eine Massage startet. Dazu gibt es einen zentralen Tisch sowie eine ins Infotainment integrierte App, über die sich Klimatisierung, Innenbeleuchtung, Massagefunktionen und Musik steuern lassen - letztere kommt über eine von Sonos signierte Anlage in den Innenraum. 

Bilder von: Skoda

Apropos Infotainment: Es ist komplett neu, das Software-Setup basiert auf Android Automotive. Dargestellt wird es auf einem vertikal ausgerichteten Bildschirm (erstmals bei Skoda) mit 13,6 Zoll, inklusive nativer Apps wie Google Maps und YouTube; weitere Anwendungen lassen sich über den Store nachladen. Daneben sitzt das 10-Zoll-Digitalcockpit, das an der Lenksäule montiert ist. Optional gibt es außerdem ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion.

Form folgt Funktion

So viel Funktionalität im Innenraum bedeutet konsequent klare, geradlinige Außenlinien. Die Designer des Skoda Peaq setzen deshalb auf einen eher klassischen Ansatz: ein gerades Dach - optional als elektrochromes Glasdach mit neun einzeln schaltbaren Segmenten - und eine nahezu senkrechte Heckscheibe, um wirklich keinen Zentimeter Nutzraum zu verschenken. Die Tarnung verdeckt zwar viele Details der Karosserie, dennoch zeichnet sich ein souveräner, eher fließender und insgesamt wuchtiger Auftritt ab, aerodynamisch optimiert etwa durch versenkbare Türgriffe. 

Was bereits erkennbar ist: Der Peaq folgt Skodas Modern-Solid-Design, das man bereits beim 7S Concept (als erster Ausblick auf einen 7-Sitzer-SUV) und beim Epiq gesehen hat. An der Front sitzt ein hochglänzend schwarzes Panel mit Beleuchtung durch schmale, vertikale Segmente; die Scheinwerfer sollen als Matrix-LED verfügbar sein. Der Auftritt bleibt damit klar: groß, präsent - mit Rädern zwischen 19 und 21 Zoll.

Der Peaq ist rein elektrisch unterwegs - mit drei verfügbaren Antriebsvarianten, Leistungen zwischen 150 und 220 kW und einer maximalen Reichweite von über 600 km. Die MEB-Plattform ist grundsätzlich heckgetrieben ausgelegt, und das soll auch beim Peaq die Basis sein. Die Version mit der Bezeichnung 90x bekommt Allradantrieb. Details zur maximalen Ladeleistung nennt Skoda noch nicht, aber: Die stärkeren Varianten laden an DC von 10 auf 80 Prozent in 28 Minuten. 

Ebenfalls an Bord: V2L, um externe Geräte über die Traktionsbatterie mit Strom zu versorgen.

Kommen wir zum Kern: die erste Ausfahrt im Skoda Peaq. Schauplatz waren die Straßen am Comer See, wo man - Verkehrslage vorausgesetzt - meist mit 50 km/h unterwegs ist und die Kurven eher sanft ausfallen. Trotzdem ließ sich der Charakter des 7-Sitzer-SUV bereits gut erahnen - mit insgesamt positiven Eindrücken. Zuerst das Grundgefühl, wie man es von einem Fahrzeug dieser Klasse erwartet: hoher Komfort, bequeme Sitzposition und leichtgängige Bedienung.

Gerade das Bremsgefühl kann bei Elektroautos anspruchsvoll sein, weil der Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremse nicht immer nahtlos gelingt. Hier wirkt das System hingegen substanziell und gleichmäßig - auch dank eines gut dosierbaren Pedals mit ausreichend langem Pedalweg. Ähnlich der Fahrpedal-Charakter: Wer moderat fährt, bekommt eine sehr progressive Leistungsabgabe. Beim Kick-down kommt dann die typische, unmittelbare E-Auto-Dynamik klar und deutlich durch. Dazu passt die Lenkung, die zwar nicht besonders schwer geht, aber ein ordentliches Gefühl vermittelt. 

Bilder von: Skoda

Natürlich sind diese wenigen Kilometer - zudem in Vorserienfahrzeugen - nicht abschließend aussagekräftig. Für eine erste Einordnung haben sie jedoch gereicht, auch beim Fahrwerk. Man könnte bei einem SUV wie dem Skoda Peaq (Einsatzprofil: vor allem Autobahn) eine sehr weiche Abstimmung erwarten, inklusive spürbarer Seitenneigung. So wirkte es auf mich nicht: In Kurven, über Bodenwellen und andere Unebenheiten vermittelte der tschechische SUV stets einen soliden Eindruck, filterte das Relevante sauber weg, ohne dabei jemals schwammig zu wirken.

Marktstart: Wann kommt der Peaq?

Die Vorstellung des Skoda Peaq ohne Tarnung ist für Sommer 2026 geplant, der Start im Handel soll im Herbst folgen. Für Preise und Ausstattungen ist es noch zu früh; bisher ist lediglich klar, dass das Angebot verschiedene Versionen und drei Antriebe umfassen wird. 

Natürlich fehlen auch die typischen Lösungen der Simply-Clever-Philosophie nicht - darunter in die Wischer integrierte Scheibenwaschdüsen, eine doppelte Ladefläche für kabelloses Smartphone-Laden, eine elektrische Kofferraumabdeckung, ein Klapptisch, ein Zubehör zur Reinigung des Zentraldisplays, ein USB-Anschluss im Innenspiegel sowie ein weiterer für die dritte Sitzreihe.

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Autor: Massimo Grassi