Nach Absatz-Absturz: VW bestätigt Skoda-Aus in China 2026

Die drastische Entscheidung ist eine Folge massiv einbrechender Verkäufe

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Skodas spektakulärer Absturz in China ist ein Fall, den man genauer untersuchen muss. Viele Jahre lang war das Land der wichtigste Markt der Marke, doch gegen Ende des vergangenen Jahrzehnts gerieten die Verkäufe ins Rutschen.

Angesichts des harten Wettbewerbs, der durch den kometenhaften Aufstieg lokaler Hersteller befeuert wird, zieht der Volkswagen-Konzern seine tschechische Marke aus dem weltweit größten Automarkt ab. Der lokale Vertrieb endet laut Automotive News zur Jahresmitte.

Die Absatzzahlen der vergangenen Jahre zeichnen ein düsteres Bild vom Skoda-Niedergang in China. Die Nachfrage erreichte 2018 ihren Höchststand, als 341.000 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert wurden. 2025 stürzten die Auslieferungen auf nur noch 15.000 Einheiten ab. Das entspricht einem Rückgang von fast 96 Prozent in sieben Jahren - und zeigt, wie schwer sich traditionelle Marken in China aktuell tun.

Jahr Absatz in China
2025 15.000
2024 17.500
2023 22.800
2022 44.600
2021 71.200
2020 173.000
2019 282.000
2018 341.000
2017 325.000
2016 317.100

Obwohl es für Skoda in China in diesem Jahrzehnt stetig bergab ging, konnte die Marke diese massiven Verluste durch Wachstum in anderen Regionen der Welt abfedern. 2025 waren die Tschechen erstmals die drittmeistverkaufte Automarke in Europa. In Indien erreichte die Nachfrage Rekordwerte, zudem gewann die Marke in Nordafrika und der Türkei an Schwung.

Weltweit legte Skoda im vergangenen Jahr um 12,7 Prozent zu und kam auf 1.043.900 Einheiten - das beste Ergebnis seit sechs Jahren. Vorbereitet wird der Start des neuen Einstiegs-Stromers Epiq. Später im Jahr soll der deutlich größere, siebensitzige Peaq folgen. Das Konzept Vision O gab einen Ausblick auf einen großen elektrischen Kombi, der vorerst nicht den Handel kommen soll.

Skoda Octavia Pro (für China) (2021)

Skoda ist Opfer des unaufhaltsamen Aufstiegs chinesischer Hersteller und deren aggressiver Preisstrategien geworden. Auch wenn der Mutterkonzern hier die weiße Fahne schwenkt, investiert er weiterhin in die Kernmarke VW - unter anderem durch den Ausbau von Partnerschaften mit lokalen Akteuren. So werden Kräfte gebündelt.

Während Skoda China verlässt, bringt der VW-Konzern einen neuen Anlauf im Luxussegment an den Start. Unabhängig von der klassischen Marke Audi ist AUDI (ohne Ringe) ein Joint Venture mit SAIC - doch erste Anzeichen deuten darauf hin, dass auch dieses Projekt bereits zu kämpfen hat.

Wie viele etablierte Hersteller in China in den nächsten 10 bis 20 Jahren überleben werden, bleibt abzuwarten. Skodas Rückzug zeigt jedoch, wie schnell selbst große Namen dort an Boden verlieren können.

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Autor: Adrian Padeanu