Kia PV7: Elektrotransporter mit 800 Volt und 460 km Reichweite

Der 5,35 Meter lange Kia PV7 startet 2027 als Cargo und Passenger mit 200 kW, zwei Batterien und bis zu neun Sitzen

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Wie vor zwei Wochen angekündigt, stellt Kia den PV7 vor. Weltpremiere hat der Elektrotransporter auf der IAA Transportation. Das 5,35 Meter lange Modell ergänzt die noch junge PBV-Nutzfahrzeugfamilie der Marke und positioniert sich oberhalb des bereits bekannten PV5.

Das zweite "Platform Beyond Vehicle (PBV)"-Modell der Marke wird als Cargo- und Passenger-Variante erhältlich sein. Er basiert auf der speziell für PBVs entwickelten Plattform E-GMP.S (Electric Global Modular Platform for Service). Er verfügt über einen völlig ebenen Boden, der das Raumangebot und die Flexibilität maximiert. Der Marktstart soll erst im zweiten Halbjahr 2027 erfolgen, also etwa in einem Jahr.


Exterieur | Interieur | Antrieb/Batterien | Varianten


Kia PV7 Passenger (2027)

Exterieur

Während der Kia PV5 Cargo je nach Version 4,49 oder 4,69 Meter lang ist und der PV5 Passenger 4,69 Meter misst, misst der PV7 in der Langversion 5,35 Meter. Der Neuling soll sich unter anderem für den Flotten-, Logistik- oder Shuttle-Einsatz eignen.

  Länge Breite Höhe  Radstand
Kia PV7 Langversion 5.350 mm 1.995 mm 1.990 mm 3.500 mm
Kia PV5 Passenger 4.695 mm 1.895 mm 1.899 mm 2.995 mm

Wie der PV5 hat auch der PV7 eine schwarze Fronthaube sowie schwarze Dachsäulen. Auch die S-förmigen Tagfahrlichter und die optisch verborgenen Scheinwerfer sowie der robuste untere Frontbereich werden übernommen. Seitlich ergibt sich bei der Passenger-Version der Effekt eines scheinbar schwebenden Dachs. Am Heck gibt es senkrechte Rückleuchten.

Kia PV7 Passenger 2027

Auf der Hardware-Ebene profitiert der PV7 von dem Flexible Body System (FBS), so Kia. Diese modulare Karosseriearchitektur ermöglicht die flexible Entwicklung von Karosserievarianten, Derivaten und Umrüstmodellen auf Basis einer standardisierten Fahrzeugstruktur.

Zur Farbpalette gehören die neuen Farbtöne Fjord Blue, Solid Moonrock Gray und Lush Green. Beim PV7 Passenger sind Mattlackierungen ein weiteres auffälliges Merkmal.

Interieur

Innen gibt es ein kleines Instrumentendisplay und einen je nach Version 12,9 oder 14,6 Zoll großen Touchscreen. Das Infotainment basiert auf Pleos Connect, einem Betriebssystem auf Basis von Android Automotive OS. Es soll ein Smartphone-ähnliches Nutzererlebnis, vernetzte Navigation, variable Bildschirmlayouts, einen App Store sowie Over-the-Air-Updates bieten. Zum System gehört auch der KI-gestützte Sprachassistent Gleo AI.

Kia PV7 Passenger 2027

Der PV7 Cargo wurde für Logistik, Lieferdienste und Flotten entwickelt. Er verfügt serienmäßig eine einfarbige schwarze Ausstattung, optional gibt es eine dunkelblaue Variante. Das Interieur ist hier praktisch und robust gehalten. Er soll weltweit in Zwei- und Dreisitzer-Konfigurationen angeboten werden. Wird bei dem Modell mit drei Vordersitzen der mittlere Sitz nicht benötigt, lässt sich die Lehne nach vorn umklappen und so eine vielfältig nutzbare Ablagefläche schaffen.

Kia PV7 Cargo 2027

Der PV7 Passenger bietet bis zu neun Plätze (in Korea bis zu elf) und eine Vielzahl von Sitzkonfigurationen. Das siebensitzige Modell hat längs verschiebbare Sitze, die sich leicht herausnehmen lassen. Der Neunsitzer ist mit oder ohne vierte Sitzreihe erhältlich. 

Kia PV7 Passenger 2027

Der PV7 Passenger bietet ein- und zweifarbige Interieurs in Schwarz, Schwarz-Grau oder "Sand & Taupe". Optional gibt es Ambientelicht und eine Mittelkonsole, die sich als Tisch nutzen lässt. Durch die Platzierung des Beifahrerairbags unter dem Dach wurde vor dem Beifahrersitz Raum für zusätzliche Ablagen geschaffen. Auf der Fahrerseite befindet sich unter dem Dach ein weiteres Staufach. Im Fond sorgen eine in den Dachhimmel integrierte Klimasteuerung, optionale elektrische Schiebetüren und neu entwickelte Sitze für einen bequemeren Zugang und mehr Komfort - sowohl beim täglichen Pendeln als auch auf längeren Fahrten.

Antrieb und Batterien

Die Angaben zu Antrieb und Batterien sind noch nicht vollständig. Der PV7 hat serienmäßig Frontantrieb und wird zum Start mit einem 200-kW-Frontantrieb angeboten; eine Allradvariante soll später folgen. Als Energiespeicher werden zwei NMC-Batterien mit 71,5 bzw. 96,2 kWh eingesetzt. Mit dem großen Akku soll der PV7 Cargo etwa 460 Kilometer schaffen. Dank 800-Volt-Technik lässt sich der Akku in rund 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden.

  Kia PV7 FWD
Standard Range 
Kia PV7 FWD
Long Range
Antrieb 200 kW, 420 Nm 200 kW, 420 Nm
Akku 71,5 kWh 96,2 kWh
Reichweite k.A. ca. 460 km
DC-Ladedauer 10-80 % k.A. ca. 25 min

Als erster Kia verfügt der PV7 über Ladeanschlüsse vorn (AC/DC) und optional auch hinten (AC), was das Laden flexibler machen soll. Zudem bietet der PV7 eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L): Über 230-Volt-Steckdosen innen und außen können elektrische Werkzeuge und andere Geräte betrieben oder aufgeladen werden.

Varianten

Zum Start gibt es offenbar eine Langversion des PV7 Passenger und eine Langversion des PV7 Cargo mit dem erwähnten Frontantrieb und zwei Batterien zur Auswahl. Insgesamt sind 23 Varianten geplant, darunter eine Standard-, Lang- und Hochdachversion des PV7 Cargo und Standard- und Langversion des PV7 Passenger, ein Chassis Cab (Fahrgestell mit Fahrerhaus) für Spezialanwendungen sowie eine breite Palette an Umrüstmodellen.

Der PV7 Cargo wurde für Logistik, Lieferdienste und Flotten entwickelt. Die Langversion mit normal hohem Dach bietet bis zu 6,1 Kubikmeter Laderaum (nach VDA-Standard), die Hochdachversion bis zu 8,0 Kubikmeter. Die maximale Nutzlast beträgt bei der Langversion 1.165 kg und bei der Standardversion 1.200 kg. Der Laderaum der Langversion bietet Platz für bis zu drei Europaletten (800 × 1.200 mm) bei einer Ladekantenhöhe von 550 mm.

Kia PV7 Cargo (2027)

Der PV7 Cargo besitzt einen speziellen Fahrmodus, der die Fahrzeugleistung bei schwerer Beladung anpasst und so für Stabilität sorgen soll. Für das Heck kann man zwischen einer Doppelflügeltür und einer nach oben schwingenden Heckklappe wählen. Eine "Walk Away Lock"-Funktion zur automatischen Fahrzeugverriegelung schließt die elektrische Schiebetür an der Seite automatisch, wenn sich der Fahrer mit dem Smart Key vom Fahrzeug entfernt. Für die Dreisitzer-Version ist auch eine Trennwand mit Durchlademöglichkeit verfügbar.

Der PV7 Passenger wurde für Personaltransporte, Shuttle- und Mietwagendienste, touristische Zwecke sowie die Nutzung als Familienfahrzeug entwickelt. Eine separate Klimaanlage im Fond bietet den Passagieren zusätzlichen Komfort; auch USB-C-Ladeanschlüsse mit 100 Watt und Aufbewahrungslösungen werden angeboten. 

Die Fahrerumgebung wurde für häufiges Ein- und Aussteigen optimiert. So gibt es einen Haltegriff an der A-Säule, eine optimierte Sitzposition und eine ausgefeilte Zugangsgeometrie. Das Assistenzangebot umfasst zum Beispiel einen Abstandsregeltempomat, einen Frontkollisionswarner, einen Spurhalteassistenten, fernbedientes Einparken, ein Rundumsichtsystem und Parksensoren vorn, hinten und an der Seite.

Für den professionellen Einsatz gibt es die "Kia Business Solutions", die das Flottenmanagement, das Laden, die Wartung und das Tagesgeschäft vereinfachen sollen. Darüber hinaus bietet Kia Dienstleistungen zur Maximierung der Nutzung an wie Echtzeitüberwachung, vorausschauende Diagnose und proaktives Wartungsmanagement.

Gefertigt wird der Kia PV7 in Korea im speziell für PBVs errichteten Hwaseong EVO Plant in der koreanischen Provinz Gyeonggi. In der Nachbarschaft gibt es ein PBV-Umrüstzentrum. Die Marke plant, die PV7-Palette auf 23 Varianten auszubauen. Mit dem PV9 soll im Jahr 2029 ein noch größeres Modell folgen. 

Unter dem Strich

Langsam und stetig baut Kia seine Nutzfahrzeugpalette aus. Zwei Jahre nach der Einführung des Kia PV5 im Jahr 2025 soll der PV7 starten, bevor der PV9 im Jahr 2029 die Reihe abschließt. Den PV7 wird es in zwei Längen und zwei Höhen geben; neben einer Cargo- wird eine Passenger-Version angeboten und beim Antrieb hat man die Wahl zwischen einem Fronttriebler und einem Allradler. Die Details müssen wir abwarten, denn das Modell kommt erst in etwa einem Jahr auf den Markt.

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Autor: Stefan Leichsenring