Wir es selbst kaum gedacht, aber der Kia Sportage zählt bei uns in der Redaktion zu den meistgetesteten Autos der letzten Jahre. Viermal seit dem Facelift vom Juli 2025, zuvor ebenfalls viermal plus ein Dauertest des Plug-in-Hybrid. Das sollte eigentlich reichen. Trotzdem fehlte uns noch eine Variante, nämlich der Einstiegsbenziner mit Frontantrieb.
Mit Blick auf den kürzlich vorgestellten neuen Hyundai Tucson dürfte auch dessen Schwestermodell von Kia in näherer Zukunft umgekrempelt werden. Schließlich ist der aktuelle Sportage global seit 2021 auf dem Markt, in Europa seit Januar 2022. Aber das soll uns nicht davon abhalten, dem Typ NQ5 (so heißt er intern) noch einmal auf den Zahn zu fühlen.
Wir waren mit dem 150 PS starken 1.6 T-GDI und Doppelkupplungsgetriebe einige hundert Kilometer unterwegs. Reicht der Basis-Benziner in dem doch recht großen SUV? Diese Frage wollen wir hier nicht in Romanform beantworten, denn wie eingangs erwähnt, haben wir die grundsätzlichen Eckpunkte beim Sportage bereits ausführlich durchgekaut. Zunächst zu den wichtigsten Daten auf einen Blick:
| Schnelle Daten | Kia Sportage 1.6 T-GDI 2WD (2026) |
| Länge x Breite x Höhe | 4.540 x 1.865 x 1.650 mm |
| Radstand | 2.680 mm |
| Kofferraumvolumen | 562 - 1.751 Liter |
| Leergewicht | 1.590 - 1.750 kg |
| Zuladung maximal | 580 kg |
| Anhängelast / Stützlast / Dachlast | 1.650 / 100 / 100 kg |
| Antrieb | Vierzylinder-Turbobenziner, 1.598 ccm |
| Getriebe | 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe |
| Leistung / Drehmoment | 110 kW (150 PS) / 250 Nm bei 1.500 - 4.000 U/min |
| 0 - 100 km/h | 9,4 Sek. |
| Höchstgeschwindigkeit | 193 km/h |
| Verbrauch (WLTP) / CO2-Emissionen | 7,3 Liter/100 km / 165 g CO2/km |
| Basispreis | 37.460 Euro |
Karosserie/Design
Sie sehen es bei den Abmessungen: Der Kia Sportage spielt in der Tiguan-Liga. Mit dem Facelift wurden Grill wie auch die Leuchten vorne nochmals größer. Das muss man mögen, immerhin ist der Blinker unübersehbar. Gut sind die klassischen Bügeltürgriffe, am sehr blechigen Heck fänden wir eine separate Griffmulde angenehmer.
Insgesamt gilt aber: Die Optik ist Geschmackssache. "Blueflame Metallic" nennt sich die Lackierung auf den Bildern, mit schwarzem Dach kostet sie 1.290 Euro extra. Einzige Umsonstfarbe ist ein Uni-Weiß.
Innenraum
Wie bei nahezu jedem Hyundai und Kia gelingt die Bedienung auch im Sportage einfach und intuitiv. Dank vieler echter Knöpfe ist sofort klar, wo man draufdrücken muss. Schnell sind die Lieblings-Radiosender gespeichert, die umschaltbare Touchleiste unter dem Screen für Direktzugriffe oder Klimatisierung gibt keine Rätsel auf. Apropos Klimatisierung: Die Luftausströmer sind nicht das Gelbe vom Ei, was ihre Feinregulierung betrifft. Gut hingegen ist die dreistufige Automatik-Einstellung der Klimaanlage.
Bereits der Sorento-testende Kollege Otto befand: "Das große Curved Display integriert zwei 12,3-Zoll-Bildschirme und die Kia-Bedienlogik gehört inzwischen zu den besseren Lösungen am Markt. Große Icons, klare Strukturen, wenig optischer Zirkus. Auch die umschaltbare Touchleiste darunter gefällt uns. Mal steuert sie die Klimatisierung, mal dient sie als Schnellzugriff. Nach kurzer Eingewöhnung klappt das problemlos."
Dem ist nichts hinzuzufügen, die flache horizontale Anordnung der Bildschirme ist sehr zu begrüßen. Die werksseitige Navigation ist zwar ordentlich, bei den Verkehrsdaten ziehen wir trotzdem Google Maps vor. Bei Staus oder Baustellen empfiehlt der Kia teils enorme Umleitungen, Google Maps ist hier deutlich präziser und im Ergebnis zeitsparender. Einbindung im Sportage per Smartphone? Ruckzuck erledigt.
Ohne Fehl und Tadel: das Platzangebot. Einzig die Passagiere im Fond bemängelten die im Normalzustand zu schräge Stellung der Lehnen. Die Rücksitze sind aber serienmäßig in der Neigung verstellbar. Vorne vermissten wir selbst bei den Sportsitzen der GT-Line Seitenhalt und Beinauflage für größer gewachsene Fahrer.
Antrieb/Fahreindrücke
Die 150 PS unter der Haube des 2WD-Sportage markieren das untere Ende des Leistungsangebots. Wer 180 PS will, bekommt diese ausschließlich in Verbindung mit Allrad. Andere Optionen für den Sportage: Diesel, Vollhybrid oder Plug-in-Hybrid.
Es mag bizarr klingen, ist es aber aufgrund von mindestens 1,6 Tonnen Leergewicht nicht: Der Basis-Benziner befindet sich hart an der Grenze zur Untermotorisierung. Beim Druck aufs Gaspedal, etwa an der Ampel oder bei Überholvorgängen, braucht die Maschine spürbar aus dem Knick. Und das obwohl eigentlich schon ab 1.500 Touren die kompletten 250 Newtonmeter Drehmoment bereitstehen.
Für Disharmonie sorgt die DCT-Automatik, mangels Wandler wie bei einer herkömmlichen Automatik fällt das Drehmoment förmlich aufgestaut über die Vorderräder her. Traktionsprobleme gibt es dank genug Regelelektronik zwar nicht. Aber die gequälte Akustik lässt den 150-PS-Sportage schwächer scheinen, als er ist. Kommt man frisch vom Elektroauto, fällt der fehlende "Flow" noch deutlicher auf.
Bereift war unsere Topausstattung GT-Line mit dem Format 235/50 R19. Es sorgt für ein akustisch herbes Abrollen, den Fahrkomfort schmälert es aber nicht. 18 oder gar 17 Zoll wie in den niedrigeren Ausstattungslinie könnten dennoch die angenehmere Wahl sein.
Verbrauch/Preis
Am Sprit knausert der 150-PS-Sportage nicht, bei den aktuellen hohen Kraftstoffpreisen merkt man es schmerzlich an der Zapfsäule. Der 54-Liter-Tank verlangt schneller als gedacht nach Auffüllung. Selbst im Eco-Modus ist dieser Kia nicht unter sieben Liter zu bewegen. 7,3 Liter nennt die Marke selbst als Mittelwert, wir kamen mit viel Autobahnanteil auf 7,65 Liter im Schnitt. Anders formuliert: Den Pferden wird viel abverlangt, das kostet Futter.
Trotzdem noch Interesse am Basis-Sportage? Wer selbst schaltet, kann in Deutschland ab 33.990 Euro loslegen, mit Automatik gibt es den 2WD erst ab einer höheren Ausstattung ab 37.640 Euro. Due goldene Mitte ist hier der "Spirit" für 41.840 Euro. Wer auf die GT-Line steht, ist ab 45.340 Euro dabei. Ein kurzer Blick zum ewigen Konkurrenten VW Tiguan: Basis mit 150 PS und DSG ergibt hier mindestens 41.775 Euro. Aber mit weit kürzerer Garantie.
Fazit: 7/10
Sollte es den 150-PS-Benziner mit Frontantrieb auch im nächsten Sportage geben, bitten wir um eine harmonischere Getriebeanbindung. Im aktuellen Modell wirkt die Kombination zu angestrengt und empfiehlt sich nur für gelassenere Naturen. Die restlichen Qualitäten des Kia sind ohne Fehl und Tadel. Wer aber gerne flotter unterwegs ist, sollte sich die anderen Motorisierungen näher betrachten.
Pro
- gutes Platzangebot
- einfache Bedienung
- faire Preise, lange Garantie
Contra
- unharmonische Motor-Getriebe-Abstimmung
- verhältnismäßig hoher Verbrauch








