Mazda 2 Hybrid (2026) im Test: Sparwunder dank Toyota-Technik?

Der Kleinwagen basiert auf dem Toyota Yaris und wurde jetzt leicht überarbeitet

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Wir testen für Sie viele Autos, doch einige lassen einen uninspiriert zurück. Zum Beispiel in Gestalt des Mazda 2 Hybrid. Seit 2022 gibt es ihn, er wird als nahezu baugleiches Pendant zum Toyota Yaris gemeinsam mit diesem in Frankreich gebaut.

Im September 2023 wurde die Frontpartie etwas "mazdaisiert", Ende 2024 übernahm der Hybrid mit dem Auslaufen des bisherigen Mazda 2 das Kleinwagen-Segment bei der Marke. Zum Modelljahr 2026 wurde das Ausstattungsprogramm überarbeitet und aufgewertet.

Mazda 2 Hybrid (2026) in Fern Green im Test

Doch womöglich ist seine Stunde jetzt gekommen. Spritpreise erreichen immer ungeahntere Höhen, die einst umstrittenen 5 Mark pro Liter sind mittlerweile erreicht. Kein Wunder, dass sparsame automobile Alternativen zunehmend ins Blickfeld geraten. An vorderster Stelle natürlich das Elektroauto. Aber nicht für jeden passt es in den Alltag. Wie wäre es stattdessen mit einem Vollhybrid?

Schnelle Daten Mazda 2 Hybrid (2026)
Antrieb Dreizylinder-Saugbenziner, 1.490 ccm, plus Elektromotor
Getriebe stufenloses Getriebe
Leistung / Drehmoment 85 kW (116 PS) Systemleistung
0 - 100 km/h 9,7 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 175 km/h
Verbrauch (WLTP) / CO2-Emissionen 3,7 - 4,2 Liter/100 km / 85 - 96 g CO2/km
Basispreis 25.990 Euro

Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Verbrauch/Preis | Fazit


Karosserie/Design

Der Mazda 2 Hybrid des Modelljahres 2026 präsentiert sich äußerlich praktisch unverändert. Mit einer Länge von 3,94 Meter liegt er etwas unter dem inzwischen üblichen Kleinwagen-Durchschnitt von knapp über vier Meter. Charakteristisch für das Karosseriedesign sind kurze Überhänge an Front und Heck, weit nach hinten gerückte A-Säulen sowie ein aerodynamisch geformter Frontstoßfänger im markentypischen Kodo-Design.

Mazda 2 Hybrid 2026 in Fern Green im Test Mazda 2 Hybrid 2026 in Fern Green im Test Bilder von: Mazda

Insgesamt wirkt der Wagen optisch aufgepumpt und breiter als er eigentlich ist. Als wolle er sagen: Kommt mir bloß nicht blöd! Mein Cousin heißt GR Yaris. Ob man den Auftritt mag, hängt von der eigenen Vorliebe ab: Rundliche oder kantige Formen?

Je nach Ausstattungslinie rollt der Mazda 2 Hybrid auf 15- oder 16-Zoll-Leichtmetallfelgen im Mehrspeichendesign oder auf schwarzen 17-Zoll-Leichtmetallrädern. Neu sind die drei Farboptionen Charcoal Grey, Sky Grey und Fern Green (unser Fotoauto, über den Grün-Anteil lässt sich diskutieren). Höhere Ausstattungslinien beinhalten zudem Voll-LED-Scheinwerfer, LED-Tagfahrleuchten, LED-Nebelscheinwerfer sowie LED-Rückleuchten.

Abmessungen Mazda 2 Hybrid (2026)
Länge x Breite x Höhe 3.940 x 1.745 x 1.505 mm
Radstand 2.560 mm
Kofferraumvolumen 286 - 935 Liter
Leergewicht 1.180 kg
Zuladung 510 kg
Anhängelast 450 kg

Innenraum

Bei einem Radstand von 2.560 mm bietet der Innenraum Platz für bis zu fünf Personen und ein Kofferraumvolumen von 286 Liter, das sich bei umgeklappten Rücksitzen auf bis zu 935 Liter erweitern lässt. Soweit die Fakten. Auf uns wirkt der Mazda 2 Hybrid aber innen ziemlich verbaut. Offenbar meinte man, die knubbelige Außenform auch ins Innere übertragen zu müssen. Folge: Es geht auf allen Plätzen eng zu.

Mazda 2 Hybrid 2026 in Fern Green im Test Mazda 2 Hybrid 2026 in Fern Green im Test Mazda 2 Hybrid 2026 in Fern Green im Test Bilder von: Mazda

Das Cockpit beinhaltet zwei Rundanzeigen sowie ein zentrales TFT-Kombiinstrument-Display, das je nach Ausstattungsniveau eine Größe von bis zu 12,3 Zoll erreicht. Die Bedienung des Infotainmentsystems erfolgt über einen 9 Zoll oder 10,5 Zoll großen Touchscreen in der Mittelkonsole, wobei die kabellose Smartphone-Einbindung via Apple CarPlay und Android Auto zum Serienumfang gehört. Gut: Der klassische Automatik-Wählhebel. Weniger gut: Es gibt zwar viele richtige Knöpfe, doch nicht jede Bedeutung erschließt sich sofort. Zudem sind sie teils zu klein.

Licht und Schatten gibt es auch beim Materialmix. Auf der einen Seite Metallzierleisten und Stoff in den Türen, auf der anderen Seite billige Plastiktüroffner. Auf das Panoramadach kann man verzichten, allerdings wirkt der Innenraum damit luftiger. Ein besonderes Detail der (teuren) Topausstattung sorgte im wahrsten Worte für Aufsehen: das Head-Up-Display.

Antrieb/Fahreindrücke

Der Antrieb basiert auf einem leistungsverzweigten Vollhybridsystem, das einen 1,5-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor mit 68 kW (92 PS) und einen Elektromotor mit 59 kW (80 PS) kombiniert. Die Systemleistung beträgt 85 kW (116 PS).

Beim Anfahren und bei geringer Geschwindigkeit schaltet das System bei ausreichend geladener Lithium-Ionen-Batterie (177,6 V; 4,3 Ah) automatisch in den rein elektrischen EV-Modus. Im normalen Fahrbetrieb arbeiten Verbrennungs- und Elektromotor zusammen, während kinetische Energie beim Verzögern über einen Generator zurückgewonnen und in der Batterie gespeichert wird, sodass ein externes Aufladen an der Steckdose entfällt.

Mazda 2 Hybrid 2026 in Fern Green im Test

Wie fühlt sich das in der Realität an? Hier scheiden sich die Geister. Ein Zitat lautete "Den Übergang vom EV- in den Verbrennerbetrieb und umgekehrt fand ich sehr gelungen und extrem harmonisch. Natürlich kann es schon etwas lauter werden, wenn man den Motor fordert." Das kann man so sehen. Mein Eindruck: Der Antrieb des Mazda wirkt immer angestrengter, als er es eigentlich ist. Der "Gummibandeffekt" des Getriebes wurde zwar inzwischen abgemildert. Aber die Geräuschkulisse ist stets in Bewegung. Anders lässt es sich nicht beschreiben. Man hat das Gefühl, Fahrer wie Auto müssen sich eingrooven.

Lahm ist der Mazda 2 Hybrid gewiss nicht, unter zehn Sekunden auf Tempo 100 sind ein guter Wert. Im Sport-Modus (ja, den gibt es) zeigt sich der Wagen kaum spritziger, einzig der Verbrenner hat hier einen höheren Anteil am Fahrbetrieb. Klar ist aber: Wer nur auf dem Gaspedal steht, wird mit diesem Auto nicht glücklich.

Verbrauch/Preis

Gleichen wir Theorie und Realität ab. Der WLTP-Zyklus ist ja immer so eine Sache. Der kombinierte Kraftstoffverbrauch bewegt sich laut Mazda-Werksangabe je nach gewählter Ausstattungslinie zwischen 3,7 und 4,2 Liter je 100 Kilometer.

Aber es geht tatsächlich noch weniger, wie unser schwäbischer Kollege zeigt: "Es war für mich ein Einfaches, einen neuen Verbrauchsrekord für Verbrenner aufzustellen: 3,0 Liter über alle Fahrten hinweg. Ich bin allerdings immer nur meine Stadtroute gefahren und nicht auf der Autobahn unterwegs gewesen.

Mazda 2 Hybrid 2026 im Test Verbrauch

An die 4 Liter bin ich gar nicht rangekommen, das hätte ich wohl provozieren müssen. Die erste Fahrt mit einem Wert von 2,3 Litern hat wohl nur deswegen geklappt, weil die Batterie bei der Übernahme des Autos etwas voller war. Später habe ich natürlich darauf geachtet, möglichst wenig im Verbrennerbereich zu fahren, ohne die Hintermänner zu nerven."

Man sieht: Der Verbrauch hängt immer vom Fahrer und dem Fahrprofil ab. Aber Testwagen gehen bei uns durch viele Hände. Versaut das den Schnitt? Zumindest nicht gravierend. Ein Durchbschnittswert von 4,6 Liter auf 100 Kilometer ist immer noch sehr respektabel.

Mazda 2 Hybrid 2026 in Fern Green im Test

Beim Preis ist das Bild gemischt. Der Mazda 2 Hybrid beginnt bei 25.990 Euro. Nicht gerade wenig, aber die Serienausstattung ist ordentlich: Klimaautomatik, ein Tempomat mit Abstandsregelung, eine Rückfahrkamera, 15-Zoll-Leichtmetallfelgen, eine Sitzheizung für die vorderen Sitze, ein höheneinstellbarer Beifahrersitz, elektrische Fensterheber hinten, ein automatisch abblendender Innenspiegel sowie ein kamerabasierter Aufmerksamkeitsassistent zur Serienausstattung, der Anzeichen von Müdigkeit oder Ablenkung per Infrarot erkennt.

Die mittlere Ausstattung Exclusive-Line wird zusätzlich um Voll-LED-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten und den Aufmerksamkeitsassistenten ergänzt. Die Topversionen Homura und Homura Plus (letztere unter anderem mit serienmäßigem 10-Zoll-Head-up-Display und Panorama-Glasdach ausgestattet) bieten neben dem erweiterten Sicherheitsassistenten neue Design-Applikationen in glänzendem Schwarz im Interieur.

Je nach Ausführung runden ein dunkler Dachhimmel, Sportsitze, eine Zweizonen-Klimaautomatik, eine Lenkradheizung sowie eine kabellose Ladeschale für Smartphones die Komfortausstattung ab. Nur ist man im Fall von Homura Plus schon bei 33.000 Euro. Für einen Kleinwagen. Und da kriegt der Spaß ein Loch. Immerhin: Die Neuwagengarantie beträgt sechs Jahre bis zu einer maximalen Laufleistung von 150.000 Kilometern. Aber Toyota bietet den baugleichen Yaris derzeit ab 22.905 Euro Aktionspreis an, Renault den Clio Full Hybrid ab 24.200 Euro.

Fazit: 6,5/10

Beim Verbrauch, Serienausstattung und Garantie kann der Mazda 2 Hybrid punkten. Aber es gibt auf dem Markt ganz klar harmonischer arbeitende Hybride. Unsere Empfehlung wäre der neue Renault Clio. Doch trotz seiner Nähe zum Toyota Yaris dürfte er seine Kunden finden: Treue Kunden in Orten, wo es nur den Mazda-Händler als Autohaus gibt.

   

Pro

  • sparsam im Verbrauch
  • kraftvoller Antrieb
  • gute Serienausstattung
   

Contra

  • mittelmäßiges Raumangebot
  • unter Last akustisch präsent
  • hoher Grundpreis
© Motor1.com
Autor: Roland Hildebrandt