Zwischen 1962 und 1973 baute Renault über 1,3 Millionen Exemplare des 8, einer braven Limousine mit Heckmotor. Aber nicht alle R8 waren brav. Deutlich heißer war der ab 1964 erhältliche Renault 8 Gordini.
Das 1,1-Liter-Aggregat mobilisierte in dieser Sportversion 63 kW (86 PS) und beschleunigte das gerade einmal 795 Kilogramm schwere Leichtgewicht auf bis zu 170 km/h. Ein Wert, der Mitte der 1960er-Jahre selbst bei großen Limousinen die Ausnahme war. Eine Rallye-Legende, die damals in der Lage war, deutlich stärkeren Autos davonzufahren.
Heute versucht Renault, diesen Geist mit dem R8 Gordini Concept neu zu interpretieren: einer rein elektrischen Showcar-Studie, die einige der prägendsten Merkmale der "Gorde" aufgreift und sie mit zeitgemäßen Proportionen und Lösungen neu übersetzt.
Damit setzt Renault das fort, was für zwei Jahren ebenfalls auf dem Pariser Autosalon mit einem R17-Restomod begann. Im Gegensatz zu den bekannten (und beliebten) Elektroautos Twingo, R4 und R5 sind diese Konzepte nicht für die Serienfertigung gedacht. Vielmehr sollen sie an die weniger beachteten (aber dennoch coolen) Modelle der Renault-Historie erinnern.
Renault 8 Gordini Concept: Exterieur
Doch zurück zum Renault 8 des Jahres 2026: Es handelt sich um ein kompaktes, zweisitziges Elektro-Coupé. Wie einst ziemlich eckig, nun aber breit und sehr flach, mit einer Ausrichtung, die klar an Motorsport und Rallye erinnert.
Das Projekt entstand vollständig innerhalb von Renault, nach einem Designwettbewerb, an dem die Designer der Marke beteiligt waren und aus dem mehr als 300 Vorschläge hervorgingen. Das Ergebnis ist ein Concept Car mit 4,12 m Länge, 1,88 m Breite und nur 1,27 m Höhe. Und einem Elektromotor mit 199 kW (270 PS) Leistung wie schon beim R17 im Jahr 2024.
Die Karosserie des Neo-R8 ist die eines zweitürigen Coupés und damit deutlich anders als beim originalen Gordini, der eine viertürige Limousine war. Besonders prägend ist die Front: Einen klassischen Kühlergrill gibt es nicht, die Nase ist glatt gezeichnet, während die V-förmige Gestaltung und die sechs runden Scheinwerfer das Bild der Rallye-Autos modern interpretieren.
Foto von: Renault
Auch das Heck spielt eine zentrale Rolle für den Charakter der Studie. Die Karosserie wirkt im hinteren Bereich deutlich muskulöser, mit ausgeprägten Volumen, die optisch an die Architektur des alten Renault 8 erinnern, geprägt von Heckmotor und Antrieb an den Hinterrädern.
Auch die rechteckigen Radhäuser sind ein klarer Verweis auf die Vergangenheit, ebenso wie die schlank geformten Außenspiegel und das Lüftungsgitter am Fuß der Windschutzscheibe. Am Heck bleibt zudem das Lüftungsgitter erhalten. Aus funktionalen Gründen, aber auch als ästhetische Referenz an das historische Vorbild.
Eines der wichtigsten Elemente ist natürlich der doppelte weiße Streifen, das Symbol von Gordini. Bei der Studie ist er nicht einfach nur eine auf die Karosserie aufgebrachte Dekoration, sondern wird Teil der Designsprache. Die beiden Linien ziehen sich über das Fahrzeug und setzen sich bis in den Innenraum fort, wo sie im oberen Bereich des Armaturenträgers von Weiß zu Blau wechseln.
Renault 8 Gordini Concept: Interieur
Der Innenraum folgt derselben minimalistischen Philosophie wie das Exterieur. Das Renault 8 Gordini Concept ist ein Zweisitzer, dessen Cockpit darauf ausgelegt ist, Überflüssiges auf ein Minimum zu reduzieren und das Fahren in den Mittelpunkt zu stellen.
Das Armaturenbrett wird von einer großen horizontalen Platte aus gebürstetem Aluminium dominiert, auf der mehrere runde Instrumente angeordnet sind. Auf den ersten Blick wirken sie wie klassische analoge Anzeigen, tatsächlich handelt es sich jedoch um digitale Displays. So entsteht ein interessanter Kontrast zwischen einer von der Vergangenheit inspirierten Optik und moderner Technik.
Aluminium beschränkt sich nicht auf das Armaturenbrett: Es wird auch für Bedienelemente eingesetzt und nimmt große Flächen im Innenraum ein. Den Kontrast dazu bildet vor allem Alcantara, das weitere Bereiche des Interieurs verkleidet.
Entsprechend dem "Café-Racer"-Ansatz werden Kunststoffmaterialien aus dem Konzept weitgehend verbannt. In der Mitte des Cockpits fällt der Knopf der Stoppuhr auf, erkennbar an seinem roten Punkt. Es ist ein kleines, aber besonders bedeutungsvolles Detail, weil es direkt an den Motorsport erinnert.
Die inneren Türverkleidungen sind mit Alcantara bezogen und tragen ein Nahtmuster, das optisch an die Curbs von Rennstrecken erinnert. Die Sportsitze wiederum interpretieren das Gestühl des historischen Renault 8 Gordini grafisch neu: Der mittlere Bereich von Sitzfläche und Rückenlehne ist mit blauem Cord bezogen, die umgebende Struktur ist schwarz gehalten.
Der technische Eindruck entsteht vor allem durch die digitalen Rundinstrumente und die indirekte Ambientebeleuchtung unter dem Armaturenbrett. Auch hier wird die Technik jedoch nicht über einen großen zentralen Bildschirm in den Vordergrund gerückt: Das Konzept setzt lieber auf eine reduzierte, beinahe analog wirkende Gestaltung, bei der jedes Element eine klar definierte Funktion zu haben scheint.








