Kodiak 6x6: Dieses Wohnmobil ist ein echtes Monster

26 Tonnen, sechs angetriebene Räder und eine komplette Luxuswohnung

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Manche Wohnmobile sind für den Campingplatz gebaut, andere für das große Abenteuer. Und dann gibt es noch den Kodiak 6x6 von R Truck-France: einen elf Meter langen Expeditions-Lkw mit sechs angetriebenen Rädern, 440 PS und einer Ausstattung, bei der so manche Luxuswohnung neidisch werden dürfte.

Hinter dem ungewöhnlichen Fahrzeug steckt das französische Unternehmen R Truck-France aus der Nähe von Toulouse. Während auf dem Pariser Autosalon mit dem Citroën 2CV Concept im schicken Retro-Look und der Alpine A310 Vision mit atemberaubendem Sportwagen-Design die Blicke auf sich ziehen, denkt man andernorts in Frankreich offenbar ein paar Nummern größer. Sehr viel größer sogar.

R Truck-France Kodiak 6x6 Expeditions-LKW (2026)

Nach rund drei Jahren Entwicklungszeit entstand ein Expeditionsmobil, das auch abseits befestigter Straßen möglichst wenig Kompromisse machen soll. Wobei das Wort "wenig" beim Kodiak recht großzügig ausgelegt werden darf. Schon die Abmessungen machen deutlich, dass wir uns hier weit vom gewöhnlichen Campingalltag entfernt haben.

Der Kodiak misst 11,00 Meter in der Länge, 2,55 Meter in der Breite und 3,99 Meter in der Höhe. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 26 Tonnen. Damit dürfte bereits die Suche nach einem geeigneten Stellplatz zur kleinen Expedition werden. Als technische Grundlage dient ein Renault Trucks der Baureihe K mit permanentem 6x6-Allradantrieb.

Bilder von: R Truck-France

Unter der Kabine arbeitet ein 13 Liter großer Sechszylinder-Diesel mit 440 PS und 2.500 Newtonmetern Drehmoment. Geschaltet wird über ein automatisiertes Zwölfganggetriebe. Dazu kommen Differenzialsperren an allen drei Achsen und 515 Millimeter Bodenfreiheit.

Sechs grobstollige Michelin-Reifen im Format 365/85 R20 sollen auch dort noch Vortrieb liefern, wo normale Wohnmobile längst kapitulieren müssten. Der Reifendruck lässt sich per Zentraldruckregelanlage an den Untergrund anpassen. Und falls der Kodiak doch einmal stecken bleibt, steht am Heck eine Seilwinde mit zehn Tonnen Zugkraft bereit.

Bilder von: R Truck-France

Ganz allein ist der Kodiak in dieser speziellen Gewichtsklasse übrigens nicht unterwegs. Mit dem Hunter Sherpa 6x6 gibt es einen ähnlich gewaltigen Offroad-Camper, und der Dämmler Torsus Praetorian Liberra zeigt ebenfalls, wie sich ein geländegängiges Nutzfahrzeug in ein komfortables Zuhause verwandeln lässt.

Natürlich braucht ein derartiges Schwergewicht auch ordentlich Kraftstoff. R Truck-France nennt einen Durchschnittsverbrauch von rund 25 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Zwei jeweils 315 Liter fassende Tanks ergeben zusammen 630 Liter Vorrat. Damit sollen Reichweiten von bis zu 2.500 Kilometern möglich sein.

Bilder von: R Truck-France

Dass der Kodiak nicht nur auf Asphalt unterwegs sein soll, zeigt auch seine Konstruktion. Die Wohnkabine sitzt auf einem speziellen Zwischenrahmen, der die Verwindungen des Lkw-Chassis im Gelände ausgleichen soll. Die Sandwichwände sind 70 Millimeter dick, das Dach bringt es auf 90 und der Boden sogar auf 115 Millimeter. Damit sollte der französische Koloss auch für Reisen in ungemütliche Klimazonen taugen.

Während sich der Kodiak außen eher wie ein militärisches Spezialfahrzeug präsentiert, geht es hinter der Eingangstür erstaunlich wohnlich zu. Über eine ausklappbare Treppe mit sechs Stufen gelangt man in eine 7,55 Meter lange Wohnkabine mit rund 18 Quadratmetern Fläche und 2,05 Metern Innenhöhe.

R Truck France Kodiak 6x6 Expeditions LKW 2026

Innen dominieren helle Möbel, hochwertige Stoffe, Leder, Alcantara und Oberflächen aus Mineralwerkstoff. Sogar ein eigens gestaltetes Wandgemälde eines Künstlers aus Toulouse gehört zur Einrichtung. Der Wohnbereich besteht aus einer großen U-Sitzgruppe mit Panoramafenstern, die sich bei Bedarf in ein zusätzliches Doppelbett verwandeln lässt. Insgesamt stehen vier Schlafplätze zur Verfügung.

Auch die Küche spielt in einer anderen Liga. Statt des üblichen Zweiflammkochers gibt es ein Induktionskochfeld von Siemens, einen kombinierten Mikrowellen-Dampfbackofen von Miele und einen großen Liebherr-Kühlschrank mit Gefrierfach. Dazu kommen Geschirrspüler, Kaffeevollautomat von Jura und sogar ein Thermomix. Wer möchte, kann mitten in der Wildnis ein mehrgängiges Menü zaubern, ohne anschließend selbst abzuwaschen.

Bilder von: R Truck-France

Und weil man auf langen Expeditionen irgendwann auch frische Kleidung braucht, hat R Truck-France eine Waschmaschine mit Trocknerfunktion und acht Kilogramm Fassungsvermögen eingebaut. Eine solche Ausstattung dürfte selbst in der gehobenen Wohnmobilklasse selten sein.

Im hinteren Teil des Aufbaus liegt ein separates Schlafzimmer mit einem 180 x 200 Zentimeter großen Doppelbett, Bultex-Matratze und Froli-Unterfederung. Große Panoramafenster sorgen auf beiden Seiten für Ausblick. Fernseher, Lautsprecher und jede Menge Stauraum dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Bilder von: R Truck-France

Davor befindet sich ein Durchgangsbad mit separater, 90 x 80 Zentimeter großer Dusche, großzügigem Waschbecken und einer Trockentrenntoilette von Separett. Gerade für längere Aufenthalte fernab jeder Infrastruktur ist das interessant: Laut Hersteller soll sie 15 bis 20 Tage ohne Entleerung durchhalten.

Richtig beeindruckend wird es bei der Autarkie. Schon der Dethleffs Graneo zeigt, wie weit sich das Thema Unabhängigkeit bei modernen Reisemobilen treiben lässt. Der Kodiak legt aber noch einmal ordentlich nach: Allein der Frischwassertank fasst 1.000 Liter. Dazu kommen 450 Liter Grauwasser und ein 55 Liter großer Warmwasserboiler.

Bilder von: R Truck-France

Eine mehrstufige Filteranlage mit UV-C-Desinfektion ermöglicht zudem die Aufbereitung von geeignetem Süßwasser. Auch bei der Stromversorgung hat R Truck-France nicht gespart. Sechs Solarmodule liefern zusammen bis zu 3.000 Watt Spitzenleistung. Gespeichert wird der Strom in drei Lithiumbatterien mit insgesamt 600 Ah bei 25,6 Volt.

Ein Wechselrichter stellt bis zu 8.000 Watt bereit. Falls das Wetter längere Zeit nicht mitspielt, springt ein 6.000-Watt-Dieselgenerator ein. Gesteuert wird das Ganze über ein zentrales Garmin-System, über das sich Heizung, Klimaanlage, Beleuchtung und Tankfüllstände überwachen lassen. Für die Verbindung zur Außenwelt sorgen ein Starlink-Satellitensystem und ein zusätzlicher 4G/5G-Router.

Bilder von: R Truck-France

Auch außen bietet der Kodiak mehr als ein paar Staufächer. Unter der Wohnkabine befinden sich zahlreiche Technik- und Gepäckboxen. Am Heck sitzen zwei vollwertige Ersatzräder und ein elektrisch betätigtes Liftsystem für die Ausrüstung. Eine 270-Grad-Markise schafft bei Bedarf einen geschützten Bereich neben dem Fahrzeug.

Zur weiteren Ausstattung gehören zusätzliche Scheinwerfer, ein Luftkompressor, hydraulische Stützen und umfangreiche Schutzvorrichtungen für den Geländeeinsatz. Selbst die Fahrerkabine wurde für lange Reisen aufgewertet und bietet luftgefederte Sitze, zusätzliche Isolierung sowie Platz für vier Personen.

R Truck France Kodiak 6x6 Expeditions LKW 2026

Bleibt die Frage, was ein derartiges Expeditionsmobil kostet. R Truck-France bietet verschiedene Ausbaustufen an: Die Essential-Konfiguration startet bei rund 700.000 Euro, der Explorer bei 900.000 Euro. Für die luxuriöse Premium-Ausführung werden mindestens 1,2 Millionen Euro fällig. Da jedes Fahrzeug individuell zusammengestellt wird, können die tatsächlichen Kosten entsprechend höher ausfallen.

Daneben gibt es mit dem Grizzli eine kompaktere 4x4-Alternative. Der Kodiak bleibt aber das beeindruckendere Aushängeschild der französischen Manufaktur. Und irgendwie hat dieser riesige Expeditions-Lkw durchaus seinen Reiz: sechs angetriebene Räder, eine vollständige Luxuswohnung und genügend Vorräte für ausgedehnte Reisen. Zumindest solange die nächste Brücke höher als vier Meter ist.

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Autor: Fabian Grass