Diese Nachricht hat für Aufsehen gesorgt. In der neuen 3er-Reihe, intern G50 genannt (siehe Fotos unten), wird es keine Diesel mehr geben. Dass überrascht angesichts eines bisherigen Dieselanteils im 3er von gut einem Drittel. Aber eben nur in Deutschland. In ganz Europa ist er deutlich geringer und auf wichtigen Märkten wie China und den USA spielt der Selbstzünder im Pkw keine Rolle.
Natürlich kann man argumentieren, dass der elektrische i3 mit kurzen Ladezeiten und hohen Reichweiten eine gewisse Kompensation ist. Und es zudem die 318 und 320 Benziner gibt sowie ab 2027 noch einen Plug-in-Hybrid. Aber im Flottengeschäft ist der Diesel trotz aktuell hoher Spritpreise immer noch eine Hausnummer.
Zugleich lässt ein Satz aus einer heute veröffentlichen BMW-Pressemitteilung zum X3 aufhorchen: "Der Vierzylinder-Motor des BMW X3 20 xDrive wird auf Euro 7 umgestellt." Genauer gesagt: zum Dezember 2026. Gemeint ist der B47-Diesel mit 1.995 Kubikzentimeter Hubraum, den es auch im 1er, 5er, 2er, 2er Active Tourer oder diversen SUVs gibt. Ganz zu schweigen vom dicken 40d mit sechs Zylindern, den es auch im bisherigen M340d xDrive gab.
Was bedeutet Euro 7?
Dazu müssen wir uns die Regularien zur Euro-7-Norm (die nicht nur Abgas betrifft) genauer ansehen. Die Euro-7-Abgasnorm verschärft die Bedingungen für Verbrennungsmotoren vor allem durch eine Erweiterung der Messmethoden und Prüfkriterien. Zwar bleiben die nominalen Grenzwerte für Stickoxide und Kohlenmonoxid bei Benzinern weitgehend auf Euro-6-Niveau, jedoch misst die Typgenehmigung künftig ultrafeine Partikel ab einer Größe von 10 Nanometern, was den Einsatz präziserer Partikelfilter erforderlich macht.
Zudem müssen die Emissionen im realen Fahrbetrieb unter deutlich extremeren Rahmenbedingungen wie Kurzstrecken im Kaltstart oder stark schwankenden Außentemperaturen eingehalten werden. Ein kontinuierliches On-Board-Monitoring-System überwacht den Abgasstrang über die gesamte Fahrzeuglebensdauer von bis zu 200.000 Kilometern oder zehn Jahren.
Ein entscheidendes Datum
Für neu entwickelte Fahrzeugtypen greift die Regelung ab dem 29. November 2026, während sie ab dem 29. November 2027 für alle Neuzulassungen in der Europäischen Union verbindlich wird. Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn der 3er (G50) ist ein komplett neues Auto, während es den X3 schon länger gibt und der aktuelle nur ein sehr großes Facelift des Vorgängers darstellt. Auch die 3er-Rivalen Audi A5 und Mercedes C-Klasse sind schon länger auf dem Markt und im Fall der C-Klasse lediglich gründlich überarbeitet.
Wobei es im Audi A5 auch "nur" noch den 2.0 TDI mit 190 PS gibt. Mercedes als die Dieselmarke schlechthin behält den C 200 d und C 250 d. Beide wurden dort zum Facelift im August 2026 auf Euro 7 gebracht. Beim neuen 3er mag das Kosten-Nutzen-Verhältnis eine Rolle gespielt haben. Womöglich möchte man die Kundschaft vom i3 überzeugen. Falls das nicht gelingt, gäbe es noch einen 520d oder eben den X3 mit Diesel als Alternative.
Der neue BMW X5 kommt dagegen mit fast allen Antriebsvarianten inklusive einem iX5 und bald sogar mit Wasserstoff. Und als X5 40d xDrive mit 3,0-Liter-Sechszylinder, der 313 PS liefert. Plus viel Anhängelast, die für X5-Dieselkunden zählt.
Ob die Entscheidung, den neuen 3er ohne Diesel anzubieten, richtig war, wird die nähere Zukunft zeigen. Und mögliche Abwanderung der Kunden zu anderen Premiummarken. Immerhin: Als Kombi wird es den 3er weiterhin geben, 2027 wird BMW den (auch für den i3 angekündigten) Touring zeigen.








