Die durchaus wichtige Automesse in Paris schwänzte Porsche, um eine Bühne nur für sich zu haben. Gleichzeitig erinnerte man in den sozialen Medien an legendäre Mittelmotor-Supersportler wie den Carrera GT und den 918 Spyder. Aus gutem Grund, wie sich jetzt zeigt: Zuffenhausen erweitert sein Programm nach oben. Als Ausblick präsentiert die Marke den "Mission S".
Im Rahmen seiner strategischen Neuausrichtung "Sportwagenschmiede 35" stellt Porsche ein zukunftsweisendes Vision-Modell als ersten Einblick in die weiterentwickelte Designidentität der Marke vor. "Ein Porsche muss auf den ersten Blick als Porsche erkennbar sein", sagt CEO Michael Leiters. Und fährt fort: "Der Mission S gibt einen Einblick in die Ideen und Designmerkmale, die Porsche in den kommenden Jahren prägen werden."
Entwicklung einer Plattform für Supersportwagen mit Mittelmotor
Über den legendären 911-Sportwagen hinaus plant Porsche erstmals ein dauerhaft verfügbares Supersportwagen-Angebot. Das klare Ziel dabei sind höchste technische Exzellenz und maximale Flexibilität.
Im Mittelpunkt stehen das authentische, konsequente und zeitlose Design des Fahrzeugs sowie eine besonders intensive Verbindung zwischen Fahrer und Auto. "Gleichzeitig steht der Mission S für eine Mittelmotor-Supersportwagen-Plattform, die oberhalb des 911 positioniert ist - nicht als einmaliges Hypercar, sondern als dauerhafte und vielseitige Ergänzung unseres Kundenangebots", fügt Leiters hinzu.
Der Porsche Mission S feiert seine Weltpremiere an einem für das Unternehmen historisch bedeutsamen Ort: einem Pier in Queens, New York, mit Blick auf die Skyline von Manhattan im Hintergrund. Die ersten Bilder des Mittelmotor-Porsche 550 Spyder, die genau an diesem Pier aufgenommen wurden, gingen 1953 um die Welt.
Als erster Supersportwagen der Marke gilt der 550 Spyder bis heute als prägend für die Identität des Unternehmens. Gleichzeitig legte er einen wichtigen Grundstein für die Beliebtheit und den Erfolg von Porsche in den USA.
Exterieur
"Der Mission S ist das Ergebnis einer zukunftsorientierten, ganzheitlichen Designstrategie", sagt Tobias Sühlmann, Designchef von Porsche. "Dieses Vision-Modell veranschaulicht eine grundlegende strategische Ausrichtung, die wir in Kürze in unser zukünftiges Produktportfolio umsetzen werden." Der Mission S vereint eine leistungsstarke Mittelmotor-Supersportwagen-Plattform mit einer klaren Designsprache, die von historischen Porsche-Ikonen inspiriert ist.
Das Exterieur des Porsche Mission S überträgt typische Porsche-Designmerkmale in die Zukunft. Die charakteristischen Torpedokotflügel, die ikonische Dachlinie und das markante Verhältnis von Breite zu Höhe bilden zentrale Elemente der Sportwagenarchitektur. Daraus ergeben sich die sogenannten "schwebenden Volumen": fließende Formen und Flächen, die zu schweben scheinen und ein kraftvolles, technisch anmutendes, skulpturales Erscheinungsbild schaffen, das den Leistungscharakter des Sportwagens eindrucksvoll zur Geltung bringt.
Besonderes Augenmerk wurde auf die klaren Linien des Fahrzeugs gelegt. Eine umlaufende Hauptlinie verbindet die Lichtsignaturen an Front und Heck und schafft so ein Gesamtbild, das ebenso markant wie harmonisch sein soll. Oberhalb dieser Linie betonen die Flächen "Muskulatur und Dynamik", während die Bereiche darunter technische Funktionen sichtbar machen und die Leichtbau-Philosophie unterstreichen.
Historische Porsche-Ikonen dienen als Inspirationsquelle. Die runden Scheinwerfer und die markanten Kotflügel, die nicht nur an das bekannte "Torpedo"-Design anknüpfen, sondern auch das Seitenprofil präsenter wirken lassen, erinnern an den 911. Die in die Lichtgrafiken übergehenden Spaltmaße sind eine Hommage an das G-Modell des Elfers.
Die flache Front orientiert sich am GT1, hat aber auch etwas vom 918 Spyder, während die dynamisch anmutende Dachlinie unterhalb des Heckflügels an den 959 erinnert. Beim Mission S erstreckt sie sich markant bis zum Heck des Fahrzeugs. Ein weiteres Highlight ist das vom GT1 abgeleitete "Car-in-Car"-Konzept am Heck.
Die Proportionen des Showcars sind durch die Mittelmotor-Architektur geprägt. Der Motor ist zentral im Fahrzeug angeordnet, wodurch die bekannte "Flyline" realisiert werden kann. Technische Details wie die an den Kühlerlüfter des Porsche 917 erinnernde Kühllösung oder der vollständig integrierte aktive Heckflügel verbinden Funktion und Design auf typische Porsche-Weise.
Ein weiteres Highlight sind die Räder: Ausgehend vom legendären "Wählscheiben-Design" des 928 wurde ein neues Designkonzept entwickelt, das konsequent auf Leichtbau ausgerichtet ist. Die Räder des Vision-Modells unterstreichen den markanten Gesamteindruck des Mission S.
Interieur: Konsequente Ausrichtung auf den Fahrer
Im Innenraum soll der Porsche Mission S für eine bewusste Rückkehr zu den Kernwerten des Sportwagenbaus stehen. Die Innenraumarchitektur orientiert sich an historischen Porsche-Sportwagen wie dem 550 Spyder und dem 356. Zwei prägende Linien ziehen sich durch das Armaturenbrett und die Türen.
Sie vermitteln das charakteristische Gefühl, "tief im Auto" zu sitzen, und schaffen eine optische Verbindung zum Außendesign. Ein fließender Übergang zwischen analogen und digitalen Bedienelementen lässt den Innenraum sowohl vertraut als auch modern wirken. Klassische Schalter und Tasten werden mit modernen Displays kombiniert und schaffen so eine ergonomische Anordnung, die Vertrautes mit der Zukunft verbindet. Auch die Sitze folgen diesem Ansatz.
Neue technische Lösungen, wie beispielsweise eine in die Mittelkonsole integrierte Sicherheitsgurtschnalle und neu angeordnete Bedienelemente für die elektrische Verstellung, vereinen Komfort, Funktionalität und Motorsport-DNA.
Farblich knüpft das Showcar mit Weiß-, Grau- und Rottönen bewusst an die Tradition erfolgreicher Porsche-Rennwagen an. Die speziell entwickelten Farben (Firnweiß Metallic, Hellrot Metallic, Schwarzchrom und Special Black im Innenraum) interpretieren die klassischen Porsche-Motorsportfarben neu und unterstreichen die optische Verbindung zum sportlichen Kern der Marke.
Zur Technik oder gar Fahrdaten äußert sich Porsche bislang noch nicht. So heißt es lediglich: "Neben der weiterentwickelten Innenraumarchitektur liegt der Fokus eindeutig auf dem 'Fahrerlebnis'". Ziel sei es, eine ideale Symbiose aus analogen und digitalen Bedienelementen zu schaffen. Anstelle zusätzlicher Displays und Funktionen setzt das Konzept auf Einfachheit, Klarheit und intuitive Bedienung.
Die Fahrerachse bildet das Herzstück des Konzepts. Die konsequente Ausrichtung aller Bedienelemente auf den Fahrer, kombiniert mit einer Mischung aus haptischem und digitalem Feedback, schafft ein besonders direktes Benutzererlebnis. Zu den Highlights zählen die fünf charakteristischen Rundinstrumente (der 911 lässt grüßen) hinter dem Lenkrad. Im Zentrum steht der Drehzahlmesser mit einer analogen Nadel und einem dahinter positionierten Display. Je nach Fahrmodus rückt der Drehzahlmesser näher an den Fahrer heran, um die Konzentration noch weiter zu steigern.
Auch die Anordnung der runden Instrumente passt sich dem gewählten Fahrmodus an: Je nach gewähltem Modus sind die Anzeigen entweder nebeneinander oder hintereinander angeordnet, um den Bedürfnissen des Fahrers gerecht zu werden.
Zu den weiteren Neuerungen zählen die Halterung für den speziell entwickelten Schlüssel, die wie bei Porsche üblich links vom Lenkrad positioniert ist, sowie die neuen Bedienelemente im Armaturenbrett mit Push-Pull-Funktion, die den direkten Zugriff auf verschiedene Komfort- und Fahrfunktionen ermöglichen. Auch das neu konzipierte Sport Chrono-Element verbindet analogen Charakter mit digitaler Präzision.
Porsche hat bewusst darauf verzichtet, ein fest integriertes Zentraldisplay oder ein festes Beifahrer-Display in das Armaturenbrett einzubauen. Stattdessen wurde ein ausfahrbares, mit der MagSafe-Technologie kompatibles Smartphone-System entwickelt, das bei Bedarf genutzt werden kann. Das persönliche Smartphone des Nutzers kann auf Wunsch als Navigations- oder Informationsdisplay dienen.
Eine übersichtliche und optimierte "My Porsche"-App bietet Zugriff auf alle Funktionen und ermöglicht es dem Nutzer zudem, digital gerenderte, historisch inspirierte Designs für die runden Instrumente auszuwählen. Zurück in die Zukunft quasi. Wir warten gespannt die weitere Entwicklung des Mission S ab ...








