Vor etwas mehr als einem Jahr hatte Porsche eine Rückkehr der 718-Modelle mit Verbrennungsmotor in Aussicht gestellt. Nun ist klar: Die verbrennergetriebenen Boxster und Cayman sind endgültig Geschichte. Die heute im Rahmen des Capital Markets Day 2026 vorgestellte Strategie Sportwagenschmiede 35 konzentriert sich ausschließlich auf die elektrischen Modelle. Entsprechend haben wir in Zuffenhausen bezüglich des fehlenden Bausteins im Produktportfolio nachgefragt.
In einer Stellungnahme gegenüber Motor1 stellte Porsches Leiter Unternehmenskommunikation, Matthias Rauter, klar, dass das 718-Duo mit Verbrennungsmotor nie tatsächlich für ein Comeback bestätigt worden sei. Technisch gesehen wurden die Fahrzeuge also nicht gestrichen, weil sie gar nicht erst freigegeben waren. Abseits solcher Feinheiten bleibt die entscheidende Aussage: Boxster und Cayman bekommen ihre beliebten Verbrennungsmotoren nicht zurück.
In der vorherigen Ankündigung hieß es, der neue 718 werde Verbrennungsmotoren neben vollelektrischen Versionen anbieten - allerdings mit einer Besonderheit. Der Verbrenner sollte den Topversionen vorbehalten bleiben. Das führte zu Spekulationen, die Modelle könnten einen Sechszylinder-Boxer erhalten und preislich oberhalb der Elektroversionen angesiedelt werden. Dazu kommt es nun nicht mehr.
Allerdings sprach Porsche damals in einer Folie auch von einem potenziellen mittelfristigen Antriebsportfolio in der Produkt-Roadmap - ganz beschlossen war die Sache offenbar also doch nicht.
Der Plan sieht vor, dass 2028 das erste volle Produktionsjahr für den elektrischen Boxster und Cayman wird. Das deutet darauf hin, dass die Fahrzeuge im kommenden Jahr endlich vorgestellt werden. Der elektrische 718 lässt bereits länger auf sich warten: Ursprünglich wurde er Anfang 2022 angekündigt, mit dem Ziel, das Modell etwa zur Mitte des Jahrzehnts in den Handel zu bringen.
Audi Concept C und Porsches weitere Verbrenner-Pläne
Ähnlich ist die Lage beim Audi Concept C mit Targa-Dach: Auch dieses Modell wird ausschließlich als Elektroauto verkauft. Daniel Schuster, Sprecher Technische Entwicklung bei den Vier Ringen, sagte uns vor einem Jahr, dass der elektrische Sportwagen nicht dafür ausgelegt werde, einen Verbrennungsmotor aufzunehmen. Der ebenfalls für 2027 geplante zweisitzige Roadster aus Ingolstadt basiert auf einer Plattform, die innerhalb des [Volkswagen-]Konzerns geteilt wird. Das legt nahe, dass es zumindest in gewissem Umfang eine Verbindung zu den elektrischen 718-Modellen geben wird.
Zurück zu Porsche: Das Unternehmen verabschiedet sich keineswegs vollständig vom Verbrennungsmotor. Im Gegenteil: Die neue Strategie sieht weiterhin Investitionen in Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybride vor - parallel zur Batterietechnologie. Zudem bringt Porsche 2028 ein neues SUV mit Verbrenner- und Plug-in-Hybridantrieb auf den Markt, das den ursprünglichen Macan ersetzen soll. Der 911 bleibt derweil klar außerhalb der Pläne für eine rein elektrische Umstellung.
Noch spannender: Am 15. Oktober soll eine Mission-S-Studie debütieren, das einen konkreten Hypercar-Ausblick gibt - als Aushängeschild oberhalb des 911.








