Toyota Yaris Cross (2026): Teures Facelift im ersten Test

Eines der meistverkauften B-Segment-SUVs gönnt sich ein weiteres Update. Ob sich der Hybrid bei steigenden Energiekosten noch rechnet?

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So wirklich Bäume ausreißen will der Toyota Yaris Cross auf den ersten Blick nicht. Und irgendwie passt das zu ihm. Um eines der wichtigsten und meistverkauften B-Segment-SUVs in Europa zu werden, muss man wahlweise günstig oder richtig gefällig sein. Da der kleine Japaner ersteres nicht bieten kann, setzt er auf zweites.

Der Toyota Yaris Cross ist nüchtern, unaufgeregt und funktional. Und das bereits seit 2020. Für 2024 wurden Innenraum und Hybridantrieb überarbeitet, nach sechs Jahren auf der Straße gönnen ihm die Designer jetzt auch mal ein neues Gesicht. Aufregend wird er damit dennoch nicht, etwas moderner hingegen schon. Genau das könnte sein Leben in der schier unendlichen Auswahl an kleinen SUVs noch ein wenig verlängern.

Toyota Yaris Cross (2026) Facelift im Test

Denn wer sich für einen Yaris Cross entscheidet, der interessiert sich zumeist weniger für ein fancy Styling, sondern vielmehr für einen effektiven Vollhybridantrieb. Zur Auswahl stehen hier zwei Varianten aus 1,5-Liter-Dreizylinder und Elektromotor mit insgesamt 116 oder 130 PS. Letzterer lieferte schon im letzten Jahr mit 3,7 Liter im realen Verbrauchstest Argumente, die in Zeiten von 2,40 Euro und mehr für den Liter Super zum Tragen kommen.

Doch kann der hochbeinige Kleinwagen bei immer größer werdender Konkurrenz aus dem Stromerlager seinen Erwerb noch lange rechtfertigen? Immerhin kostet unser üppig ausgestatteter "Lounge"-Tester mindestens stolze 36.300 Euro. Oder macht ihn der schnelle Wandel an der Energiefront schon jetzt obsolet? Immerhin bekommt man auch für den Einstiegspreis von 27.640 Euro schon ordentlich effektive E-Autos.

Schnelle Daten Toyota Yaris Cross (2026) Lounge
Antrieb

- 1,5-l-VVT-iE, Dreizylinder-Benziner, 68 kW (92 PS) und
Elektromotor 62 kW (84 PS)

- Frontantrieb

Getriebe stufenloses Automatikgetriebe (CVT)
Systemleistung / Drehmoment 96 kW (130 PS) / 185 Nm
0 - 100 km/h 10,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Verbrauch (WLTP) / CO2-Emission 4,8 l/100 km / 109 g/km
Basispreis ab 36.900 Euro

Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Verbrauch/Preis | Fazit


Karosserie/Design

Das prägnante Logo-Stupsnäschen und der mürrische Blick sind mit dem 2026er Facelift verschwunden. Der Toyota Yaris Cross trägt jetzt bienenstarken Honey-Comb-Grill wie auch schon der große Bruder Corolla Cross oder der neue fossile Hilux. (Für die älteren Leser: "Dalli Dalli" lässt grüßen.) Die Lichtsignatur zeigt das zuletzt etablierte J-Design. Bei der Frontansicht scheinen jetzt mild freundliche Ford-Puma-Anleihen hindurch.

Die Überarbeitungen tun dem recht angestaubten Design gut. Zumal sich das Gesicht deutlich vom aggressiven schmalscheinwerfrigen Trend abhebt. Ansonsten bleibt auf knappen 4,17 Meter Auto so ziemlich alles gleich. Der Yaris Cross bleibt ein unaufgeregter, robuster Alltagsbegleiter für den praktischen Nutzen in engen Großstädten oder als Allrounder auf dem Land.

Toyota Yaris Cross 2026 Facelift im Test Toyota Yaris Cross 2026 Facelift im Test Toyota Yaris Cross 2026 Facelift im Test Bilder von: Toyota

Die Farbe des Testwagens ist übrigens ebenfalls neu im Angebot. "Precious Bronze" nennt Toyota jenen Braun-Ton und mir kommen direkt unsere Familienschaukeln Ford Taunus oder der VW Passat 32B in den Sinn. Macht den kleinen Japaner jetzt nicht unbedingt hipper, aber gediegen. Jeder nach seinem Gusto! Wer kräftige Farben bevorzugt, muss woanders suchen. Bei Toyota bleibt's gedeckt.

Innenraum

Der Innenraum bleibt weitestgehend funktional. Physische Bedienelemente gibt es zuhauf, wenn auch nicht immer an den besten Stellen. Die Knopfleiste schräg links unterm Lenkrad ist beispielsweise kaum ohne Verrenkung einsehbar. Beim Einstellen der Spiegel öffnet mein Handballen das hintere rechte Fenster.

Einige Knöpfe sind sinnvoll, eine ergonomische Überarbeitung hingegen auch. Das Konzept wirkt inzwischen etwas veraltet. Geschaltet wird noch immer über einen massiven Wahlhebel in der Mittelkonsole. Gute und übersichtliche Arbeit leisten hingegen Infotainment und Kombiinstrument - Reaktionszeit und Menüstruktur gehen leicht verständlich von der Hand.

Toyota Yaris Cross 2026 Facelift im Test Toyota Yaris Cross 2026 Facelift im Test Toyota Yaris Cross 2026 Facelift im Test Bilder von: Toyota

Die Sitzeinstellung könnte ein wenig mehr Vielfalt vertragen, gerade in der Tiefe. Auf unserer fast zweistündigen Testrunde rutsche ich gegen Ende doch das ein oder andere Mal unzufrieden von Pobacke zu Pobacke. Da bietet Opel im Mokka beispielsweise wesentlich angenehmere Bestuhlung.

Die Rundumsicht ist trotz massiver C-Säulen und schmalem Heckfenster noch okay. Zur Not helfen Parkwarner und Kamerasystem. Nach vorne fallen die recht schlanken A-Säulen positiv auf. Hinten reichts für die Kurzstrecke oder Kleinkinder. Das Kofferraumabteil schluckt gute 397 bis 1.097 Liter. Damit lässt sich schon einiges anfangen.

Zwar gibt sich Toyota Mühe, mit zum Teil neuen Materialien und einigen Details, den Innenraum etwas wertiger erscheinen zu lassen. Über das dominierende Hartplastik täuscht das aber leider nicht hinweg. Zumal es in diesem Preissegment durchaus schon richtige Schmuckstücke zu betrachten gibt, wie beispielsweise auch der neue VW ID. Cross beweist.

Abmessungen Toyota Yaris Cross (2026) Lounge
Länge x Breite x Höhe 4.167 x 1.765 x 1.595 mm
Radstand 2560 mm
Kofferraumvolumen 397 Liter
Leergewicht 1190-1255 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 1690 kg
Max. Anhängelast 750 kg
Max. Stützlast 75 kg

Antrieb/Fahreindrücke

Bis 100 km/h schiebt der Vollhybrid den Toyota Yaris Cross ausreichend spritzig nach vorne. Danach wird es gerade auf der Autobahn ein wenig zäh. Der Kleinwagen ist eher für harmonische Bewegungen zu haben. Der Verbrauch und die angestrengte Geräuschkulisse des Dreizylinders beim Beschleunigen werden dankend beipflichten.

Rollt man gediegen über Landstraßen, wird es im Zusammenspiel aus Verbrenner- und Elektroabteilung gleich etwas harmonischer. In diesen Fällen schaltet das Aggregat ausgeglichen hin und her. Der B-Modus eignet sich nur für kurze Strecken, um die Batterie für das kommende Stück aufzuladen. Wer zu lange verharrt, verschenkt wertvolle Literstellen hinter dem Komma.

Toyota Yaris Cross 2026 Facelift im Test Toyota Yaris Cross 2026 Facelift im Test Bilder von: Toyota

Zwar kommt der Yaris Cross mit verschiedenen Modi, die Unterschiede zwischen Power, Normal und Eco sind hingegen zu gering, um sie wirklich regelmäßig nutzen zu wollen. Dafür gönnt sich der kleine Toyota weiterhin ein dynamisches Fahrwerk mit ausreichend Komfortreserven. Die Lenkung vermittelt Direktheit, in schnell gefahrenen Kurven neigt der Japaner zu massivem Untersteuern - gerade auf feuchter Fahrbahn.

Insgesamt entsteht hier eine gute Balance aus ausreichendem Feedback, harmonischem Antrieb und alltagstauglichem Fahrwerk. Wer kurvenräuberisch sportlich unterwegs sein will, muss zwingend zum GR Sport greifen.

Verbrauch/Preis

Auf unserer Testrunde kamen wir mit 5,2 Litern nicht ganz auf den kombinierten Verbrauch von 4,8 Litern. Schuld daran waren jedoch unterschiedliche Testszenarien und kurvige Streckenabschnitte. Wer besonnen und ökologisch fährt, wird die Angabe locker reißen und eventuell auch zu einer tiefen Vier vordringen.

Der Toyota Yaris Cross startet als Pure bei 27.640 Euro. Hier enthalten sind bereits Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera und etliche Assistenten sowie der 116 PS starke Vollhybrid. Als Active ab 28.950 Euro gibt's zusätzlich den stärkeren Hybridantrieb mit 130 PS, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und LED-Nebelscheinwerfer.

Der Teamplayer mit 17-Zoll-Alus, Einparksensoren vorne und dem größeren Infotainment startet bei 30.590 Euro. Unser gefahrener Lounge ab 36.900 Euro enthält Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein beheizbares Lenkrad, beheizte Vordersitze, eine elektrische Heckklappe und ein 12,3 Zoll großes Kombiinstrument. Wer etwas dynamischer unterwegs sein will, sollte sich den GR Sport ab 37.400 Euro mit speziell abgestimmtem Fahrwerk ansehen. Eine Allradversion startet bei 33.690 Euro.

Fazit

Ja, schon satte Preise, verstehen wir. 2021 startete der Yaris Cross übrigens noch bei 22.690 Euro. Ob der enorme Aufpreis sich gegenüber einem Mildhybrid am Ende rechnet? Immerhin ist ein größerer Dacia Duster schon ab 18.990 Euro (Vollhybrid 25.690 Euro) zu haben. Zumal hier der individuelle Use-Case für einen Kleinwagen auch gegen günstige Stromer wie dem Kia EV2 oder dem Skoda Epiq gegengerechnet werden müsste.

Bei immer weiter steigenden Kraftstoffpreisen verliert selbst ein sparsamer Kleinwagen wie der Japaner ziemlich schnell seine ökonomische Rechtfertigung. Sollten Sie Ihren City-Flitzer als Allrounder auch sehr oft auf der Langstrecke einsetzen oder im Umkreis kaum Ladestruktur vorfinden, ist der Yaris Cross eine legitime und komfortable Option. Für alle anderen Nutzungsfälle gibt es unter derzeitigen Gesichtspunkten aussagekräftigere Konkurrenz. Leider, denn das Crossover ist noch immer ein gutes Auto.

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Autor: Benja Hiller