Vom bisherigen Dacia Spring bleibt nur der Name. Die zweite Generation wächst kräftig, bekommt eine komplett neue technische Basis und wird künftig in Europa gebaut. Dazu gibt es 60 kW Leistung, bis zu 250 Kilometer Reichweite und überraschend viel Platz. Trotzdem soll der neue Spring in Deutschland weniger als 18.000 Euro kosten.
Seit 2021 hat Dacia mehr als 210.000 Spring in über 40 Ländern verkauft. 93 Prozent der privaten Käufer fahren laut Dacia mit ihm erstmals elektrisch, 79 Prozent kommen von einer anderen Marke. Im Alltag legen Spring-Fahrer im Schnitt 34 Kilometer pro Tag zurück, auf vier einzelnen Fahrten und mit 34 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit.
Abmessungen/Design I Innenraum/Infotainment I Antrieb/Batterie I Preise/Ausstattung
Abmessungen/Design
Die zweite Generation verabschiedet sich ziemlich deutlich vom bisherigen Elektro-Winzling. Der neue Spring ist 3,85 Meter lang und 1,74 Meter breit. Damit wächst er gegenüber dem Vorgänger um 15 beziehungsweise satte 18 Zentimeter. Vor allem die zusätzliche Breite verändert die Proportionen deutlich.
Optisch steht der Spring nun wesentlich satter da. Schwarze Blenden verbinden vorne die Scheinwerfer und hinten die Rückleuchten. Die Lichtsignatur orientiert sich am Dacia-Link-Logo. Nur der obere Bereich wird aktiv von LEDs beleuchtet, der um 45 Grad geneigte untere Teil reflektiert deren Licht.
Auch der Dacia-Schriftzug am Heck ist direkt in die schwarze Blende integriert. Selbst solche Details folgen also dem Prinzip, mit möglichst wenigen Bauteilen auszukommen. Durchgefärbte Kunststoffflächen an den Stoßfängern sollen kleine Kratzer weniger sichtbar machen, die glänzenden Blenden erhalten eine Laserstruktur.
Ein wenig erinnert der neue Spring an den ebenfalls neuen Renault Twingo. Besonders die hinteren Türen und die Fensterlinie zeigen eine gewisse Familienähnlichkeit. Der Dacia wirkt allerdings geradliniger und weniger verspielt.
Innenraum/Kofferraum/Infotainment
Bei unserer ersten Sitzprobe fiel sofort auf, wie sehr der Spring innen von der zusätzlichen Breite profitiert. Man sitzt vorne angenehm hoch und hat deutlich mehr Ellbogenfreiheit als im Vorgänger. Der Fahrersitz ist höhenverstellbar, auch das Lenkrad lässt sich nun in Höhe und Tiefe justieren.
Materialseitig bleibt Dacia konsequent. Hartplastik dominiert, einige farbige Akzente lockern den Innenraum auf. Das darf bei einem Auto dieser Preisklasse auch sichtbar günstig wirken. Trotzdem macht alles einen soliden Eindruck. Besonders die klare Gestaltung des Armaturenbretts gefällt, auch die Bedienung wirkt unkompliziert.
Überraschend ist der Platz auf der Rückbank. Selbst hinter meiner eigenen Fahrersitzeinstellung konnte ich noch sitzen. Wirklich bequem wird es für Erwachsene allerdings nicht. Die Sitzfläche liegt tief, der Boden relativ hoch. Dadurch sitzt man mit deutlich angewinkelten Beinen.
Beim Kofferraum nennt Dacia 337 Liter und spricht vom größten Gepäckabteil im elektrischen A-Segment. Mit umgeklappter, 50:50 geteilter Rückbank werden daraus maximal 1.283 Liter. Der zweigeteilte Ladeboden ist praktisch, weil man an darunter verstautes Zubehör kommt, ohne vorher alles ausräumen zu müssen.
Zusätzlich gibt es optional einen 18 Liter großen Frunk unter der Fronthaube. Im Innenraum stehen bis zu drei YouClip-Befestigungspunkte für Zubehör zur Verfügung.
Serienmäßig sitzt vor dem Fahrer ein digitales 7-Zoll-Instrument. Expression nutzt Media Control zusammen mit dem eigenen Smartphone. Journey bekommt Media Nav Live mit 10,1-Zoll-Touchscreen, Wireless Apple CarPlay und Android Auto sowie vernetzte Navigation.
Antrieb/Batterie
Technisch ist der Spring komplett neu. Er basiert auf der RGEV-Small-Plattform des Renault-Konzerns. Sie gehört zur gleichen Kleinwagen-Architekturfamilie wie Renault 5 und Renault 4. Noch enger fällt die Verwandtschaft zum neuen Renault Twingo E-Tech Electric aus.
Spring und Twingo nutzen einen 60-kW-Elektromotor und eine LFP-Batterie mit 27,5 kWh nutzbarer Kapazität. Beim Dacia entwickelt der Frontmotor 175 Nm. Von 0 auf 100 km/h geht es in 12,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 130 km/h.
Mit einem Gewicht ab 1.212 Kilogramm gehört der Spring zu den leichteren Elektroautos. Dacia nennt einen WLTP-Verbrauch von 12,7 kWh/100 km. Die Reichweite beträgt bis zu 250 Kilometer. Für viele bisherige Spring-Fahrer dürfte das reichen, denn 75 Prozent laden laut Dacia ohnehin zu Hause.
Serienmäßig besitzt der Spring einen 6,6-kW-AC-Lader. Von 15 auf 80 Prozent dauert es an einer 7-kW-Wallbox 2:55 Stunden. An einer verstärkten Steckdose sind es 5:40 Stunden, an einer normalen Haushaltssteckdose neun Stunden.
Das optionale Charge Pack bringt 11 kW AC und 50 kW DC. An einer dreiphasigen Wallbox dauert 15 bis 80 Prozent dann 1:55 Stunden, am Schnelllader 28 Minuten. Ebenfalls enthalten ist Vehicle-to-Load. Damit kann der Spring externe Verbraucher wie einen E-Bike-Akku mit Strom versorgen.
| Technische Daten | Dacia Spring |
| Antrieb | Frontmotor, 60 kW, 175 Nm |
| 0-100 km/h / Vmax | 12,1 s / 130 km/h |
| Batterie | 27,5 kWh nutzbar, LFP |
| WLTP-Verbrauch | 12,7 kWh/100 km |
| WLTP-Reichweite | bis 250 km |
| AC-Laden Serie | 6,6 kW |
| AC/DC optional | 11 / 50 kW |
| DC 15-80 % | 28 min |
| Gewicht | ab 1.212 kg |
| Kofferraum | 337 bis 1.283 Liter |
Preise/Ausstattung
Die Modellpalette bleibt übersichtlich. Expression und Journey bekommen beide den gleichen 60-kW-Antrieb, die gleiche 27,5-kWh-Batterie und serienmäßig den 6,6-kW-AC-Lader.
Expression umfasst unter anderem 15-Zoll-Mura-Stahlräder mit Radblenden, Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorne, elektrische Außenspiegel, hintere Parksensoren, elektrische Parkbremse, das 7-Zoll-Instrument und Media Control mit USB-C.
Journey ergänzt 16-Zoll-Drava-Stahlräder, Keyless Entry, Rückfahrkamera sowie Media Nav Live mit 10,1-Zoll-Touchscreen. Hinzu kommen Connected Services, Navigation und zwei USB-C-Anschlüsse.
Offizielle deutsche Preise liegen noch nicht vor. Dacia hat bislang lediglich angekündigt, dass der Einstieg hierzulande unter 18.000 Euro bleiben soll. Eine Orientierung liefert Italien. Dort kostet der Expression 17.900 Euro, der Journey 19.500 Euro.
Gerade im Vergleich zum neuen Twingo wird die Positionierung interessant. Beide Autos teilen wesentliche technische Eckdaten, der Renault tritt jedoch verspielter und stärker lifestyleorientiert auf. Der Spring bleibt nüchterner und konzentriert sich stärker auf Platz und niedrige Kosten.
Damit verändert sich allerdings auch seine Rolle. Der Vorgänger besaß allein durch seine winzigen Abmessungen eine Sonderstellung. Der neue Spring ist mit 3,85 Metern inzwischen ein ziemlich ausgewachsener Kleinwagen. Er bietet deutlich mehr Platz, muss sich damit aber auch stärker mit anderer günstiger Elektro-Konkurrenz messen lassen.
Ausführliche technische Hintergründe, alle Fotos, mehr zur Plattform-Verwandtschaft mit dem Renault Twingo und unsere komplette Sitzprobe finden Sie in unserer großen Vorstellung des neuen Dacia Spring auf InsideEVs.de.








