Tatsächlicher Verbrauch: Dacia Jogger Hybrid (2026) im Test

Wie viel Sprit braucht der Dacia Jogger mit dem neuen 158-PS-Antrieb im realen Verkehr?

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Zu den neuesten Vollhybrid-Antrieben gehört ein neues System des Renault-Konzerns auf Basis eines 1,8-Liter-Benziners. Der elektrifizierte Vierzylinder mit 158 PS soll in zahlreichen Modellen eingesetzt werden - darunter auch der Dacia Jogger, der in dieser Ausgabe unseres Verbrauchstests im Mittelpunkt steht.

Der rumänische Siebensitzer als Vollhybrid, der gerade ein kleines Facelift erhalten hat, hat mich beim Verbrauch durchaus überrascht: Er bleibt konstant sehr sparsam - angefangen bei den 4,00 Liter/100 km, die ich auf der 360-km-Referenzstrecke von Rom nach Forlì (Norditalien) erzielt habe. Die Spritkosten für die Fahrt lagen bei 24,55 Euro.

Der bisher sparsamste Siebensitzer überhaupt

Das getestete Modell erzielt im Ranking unserer Testergebnisse Platz eins bei den Vollhybriden. Außerdem sticht der neue Dacia Jogger mit Hybridantrieb auch als bislang effizientester Siebensitzer hervor. Er ist noch sparsamer als der 2023 getestete Dacia Jogger Extreme Hybrid 140 mit sieben Sitzen mit 1,6-Liter-Motor (4,40 Liter/100 km) sowie der Renault Espace E-Tech full hybrid 200 (4,60 Liter/100 km).

Um Vollhybride zu finden, die noch weniger verbrauchen, muss man sich schon die Klassenbesten ansehen, etwa den Toyota Corolla 1.8 Hybrid 122 CV (3,90 Liter), den Renault Symbioz full hybrid E-Tech 160 PS (3,80 Liter) und den Spitzenreiter Suzuki Swace Hybrid 1.8 2WD (3,70 Liter).

Viel Platz, Ausstattung und Kraft für wenig Geld 

Das getestete Fahrzeug war ein italienischer Dacia Jogger hybrid 155 Siebensitzer Journey, also das Topmodell. Neben den sieben Sitzen und dem 158-PS-Hybridsystem mit Frontantrieb bietet er das "multimodale" Automatikgetriebe, 16-Zoll-Leichtmetallräder, in Wagenfarbe lackierte Spiegel, Einpark-Sensoren vorn und hinten, Keyless Entry, automatisches Fernlicht, Klimaautomatik, elektrische Parkbremse, Multiview-Kamera sowie ausziehbare Klapptische hinter den Vordersitzen.

Der aufpreispflichtige Metallic-Lack in der Farbe Terracotta hebt den italienischen Listenpreis auf 29.450 Euro - nicht viel Geld für diesen höhergelegten Kombi mit Offroad-Elementen, der viel Kofferraum und eine ordentliche Ausstattung bietet. Die Leistung steht ebenfalls stets schnell zur Verfügung, Überholvorgänge gelingen problemlos und die Beschleunigung fühlt sich spritzig an. Nur einige Kunststoffe und Innenraumdetails sind qualitativ nicht auf Topniveau.

Stets niedriger Verbrauch

Auch in der Stadt und auf der (italienischen) Autobahn gehört der neue Dacia Jogger Hybrid zu den Sparsamsten seiner Klasse. Der 50-Liter-Tank sorgt für große Reichweiten fast auf Diesel-Niveau. Im Schnitt liegt die Reichweite mit einer Tankfüllung bei über 800 km, auf idealen Strecken sind auch mehr als 1.300 km möglich.

Verbrauch in verschiedenen Verkehrssituationen

  • Stadt-Umland-Mix: 4,5 Liter/100 km
    1.110 km theoretische Reichweite
  • (Italienische) Autobahn: 5,7 Liter/100 km
    875 km theoretische Reichweite
  • Spritspartest: 3,6 Liter/100 km
    1.385 km theoretische Reichweite

Aus dem offiziellen Datenblatt

  Dacia Jogger Hybrid 155 7-Sitzer Journey
Antrieb Hybrid (Benzin, 1.789 cm³)
Leistung 158 PS
CO₂-Emissionen (WLTP) 104 g/km
Abgasnorm Euro 6E-BIS-FCM

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Dacia Jogger hybrid 155 7-Sitzer Journey
Grundpreis in Italien: 28.700 Euro
Testdatum: 24. März 2026
Wetter (Start/Ziel): Heiter, 21 Grad / Heiter, 16 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 72 km/h
Reifen: Continental EcoContact 7 S - 205/60 R16 92H EV (EU-Label: A, B, 71 dB)

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 4,0 Liter/100 km
An der Zapfsäule bestimmter Verbrauch: 4,0 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 4,00 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,705 Euro/Liter (Benzin)
Kosten: 24,55 Euro

Wir haben ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke von Rom nach Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Auf der Route wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert.

© Motor1.com
Autor: Fabio Gemelli