Strategie-Wende bei Skoda: Die zweite Generation des Karoq galt eigentlich als abgesagt, nun soll das beliebte Verbrenner-SUV 2027 oder 2028 doch einen Nachfolger erhalten. Erstmals könnte es den Crossover auch mit Plug-in-Hybrid geben.
Eigentlich sollte der Skoda Karoq keine direkte Neuauflage bekommen. Stattdessen war geplant, das SUV mit Verbrennungsmotor nach dem Ende seines Lebenszyklus durch den ähnlich großen Elektro-SUV Elroq zu ersetzen. Doch wie Autocar berichtet, hat Skoda-Chef Klaus Zellmer inzwischen grünes Licht für eine zweite Karoq-Generation gegeben.
Der neue Karoq soll demnach 2027 oder 2028 auf den Markt kommen und weiterhin auf der MQB-Plattform des Volkswagen-Konzerns basieren. Damit bleibt Skoda bei einer Architektur, die bereits die aktuelle Generation und deren Vorgänger trägt.
Karoq soll im gleichen Preisbereich wie der Elroq liegen
Zellmer kündigte gegenüber Autocar eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber dem bisherigen Karoq an. Gleichzeitig soll das neue Modell im gleichen Preisbereich wie der Elroq positioniert werden. Ziel sei es, den Kunden in diesem Segment mehr Wert fürs Geld zu bieten.
Technisch dürfte sich der Karoq der zweiten Generation ebenfalls deutlich verändern. Während das aktuelle Modell ausschließlich mit Benzinmotoren beziehungsweise Mildhybrid-Antrieben angeboten wird, deutete Zellmer erstmals einen Plug-in-Hybrid für den Nachfolger an.
Damit könnte sich der Karoq auch vom neuen Volkswagen T-Roc unterscheiden, mit dem er technisch eng verwandt ist.
Über 100 Kilometer elektrische Reichweite?
Bei den Antrieben will sich Skoda laut Zellmer an den Lösungen des größeren Kodiaq orientieren. Das siebensitzige SUV ist inzwischen ebenfalls mit Plug-in-Hybrid erhältlich und soll offenbar als technischer Anhaltspunkt für den kommenden Karoq dienen.
Besonders interessant ist dabei die mögliche elektrische Reichweite. Zellmer erklärte, die Plug-in-Hybride von Skoda seien stark gefragt. Eine elektrische Reichweite von mehr als 100 Kilometern sei für einen Karoq-Nachfolger perfekt.
Sollte Skoda diese Vorgabe tatsächlich umsetzen, könnte der neue Karoq im Alltag einen erheblichen Teil der typischen Kurzstrecken rein elektrisch zurücklegen - ohne auf einen Verbrennungsmotor für längere Fahrten verzichten zu müssen.
Elroq ersetzt Karoq offenbar nicht vollständig
Dass Skoda den Karoq nun doch neu auflegt, hängt offenbar direkt mit der Entwicklung des Elroq zusammen. Ursprünglich hatte die Marke große Hoffnungen darauf gesetzt, dass das elektrische SUV das Marktsegment des Karoq vollständig übernimmt.
Doch auch der Elroq war laut Zellmer ursprünglich nicht Teil der Skoda-Planung. Die Marke habe das Elektro-SUV erst ins Programm aufgenommen, als man das große Potenzial gesehen habe. Diese Entscheidung hat sich offenbar ausgezahlt: Wie Zellmer betont, ist der Elroq inzwischen das zweitmeistverkaufte Elektroauto Europas.
Trotzdem reicht der Erfolg offenbar nicht aus, um den klassischen Karoq vollständig zu ersetzen. Wir würden gerne sehen, dass der Elroq diesen Markt vollständig für uns ersetzt, aber das tut er nicht, erklärte Zellmer.
Skoda sieht deshalb weiterhin Potenzial für den Karoq - und dessen Nachfolger. Damit zeichnet sich für das kompakte SUV eine interessante Doppelstrategie ab: Der Elroq bleibt als reines Elektroauto im Programm, während der neue Karoq Kunden mit Verbrenner- und möglicherweise Plug-in-Hybrid-Antrieben anspricht.








