Allrad, Differentialsperre, bis zu 40 Zentimeter Bodenfreiheit und genug Strom für längere Touren abseits des Campingplatzes. Das klingt erst einmal nach einem schweren Offroad-Camper, doch der fahrbereite Vanyx Core bringt trotzdem nur 2,9 Tonnen auf die Waage.
Dass ausgerechnet der MAN TGE als Basis dient, passt dabei ganz gut. Schließlich hat MAN auf dem Caravan Salon selbst gezeigt, wie interessant der Transporter inzwischen für Camper-Ausbauer geworden ist. Wer Allrad, Carbon und einen exklusiven Ausbau verbindet, dem fällt möglicherweise auch der Atlantis Carbon 4x4 ein.
Der Vanyx Core schlägt in eine ähnliche Richtung, ist aber noch etwas kompakter. Als Basis dient ein MAN TGE 3.180 4x4 mit 177 PS und 410 Newtonmeter Drehmoment. Dazu gibt es eine 8-Gang-Automatik, zuschaltbaren Allradantrieb samt Differentialsperre und All-Terrain-Reifen. Bis zu 40 Zentimeter Bodenfreiheit nennt Vanyx für den Core. Bergan- und Bergabfahrhilfe, ACC, Spurhalte-, Seitenwind- und Spurwechselassistent sind ebenfalls an Bord.
Dazu passt die Optik. Schwarze Raptor-Beschichtung, verbreiterte Kotflügel, Dachgepäckträger, Heckträger mit Leiter, Sandbleche, Zusatzkanister und reichlich Arbeitslicht lassen den Core weniger nach Campingplatz und mehr nach "Mal sehen, wo dieser Feldweg hinführt" aussehen. Mit 5,99 Meter Länge und 2,71 Meter Höhe bleibt er trotzdem vergleichsweise handlich. Die Gesamtbreite beträgt 2,43 Meter.
Bilder von: Smart Adventure GmbH
Die eigentlich interessante Zahl findet sich jedoch weiter oben in der Preisliste. Vanyx gibt das Gewicht in fahrbereitem Zustand mit 2.900 Kilogramm an. Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 Kilogramm bleiben somit nominell rund 600 Kilogramm Spielraum zwischen fahrbereitem Zustand und der magischen 3,5-Tonnen-Grenze. Für einen derart ausgestatteten 4x4-Camper ist das schon eine Ansage.
Ganz ohne Sternchen geht es allerdings nicht. Zur angegebenen Masse gehören ein 75 Kilogramm schwerer Fahrer, 90 Prozent Tankfüllung und lediglich zehn Liter Frischwasser. Außerdem nennt Vanyx eine Gewichtstoleranz von plus/minus drei Prozent. Sonderausstattung erhöht das Gewicht zusätzlich. Wer den Konfigurator also großzügig anklickt, sollte vor der großen Reise trotzdem noch einmal auf die Waage fahren.
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Wer nach dem Blick auf die Außenhaut innen Riffelblech und Expeditionskisten erwartet, dürfte überrascht sein. Queenply-Holz, helle Stoffe, Filz und matt-schwarze Akzente machen aus dem martialischen TGE einen erstaunlich wohnlichen Camper. Fast ein bisschen skandinavisch, nur eben mit Sandblechen vor der Tür.
Hinten liegt quer ein 140 x 191 Zentimeter großes Bett mit zwölf Zentimeter starker Matratze. Das Bett lässt sich herausnehmen, wenn mehr Laderaum benötigt wird. Hinzu kommen eine Nasszelle mit Dusche und Waschbecken sowie eine fest installierte Toilette, wobei alternativ auch eine Clesana-Schweißtoilette angeboten wird. Die Küche bringt eine große Spüle, Wasserfilter, Zweizonen-Induktionskochfeld und einen 65-Liter-Schubladenkühlschrank samt Frosterfach mit.
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Auch beim Thema Autarkie spart Vanyx nicht allzu sehr. 100 Liter Frisch- und 95 Liter Abwasser sitzen in beheizten Unterflurtanks. Dazu kommen eine beheizte 460-Ah-LiFePO4-Batterie und zwei Solarmodule mit jeweils 160 Wp. Geheizt wird serienmäßig mit einer Truma Combi D 4E. Wer möchte, bekommt gegen Aufpreis sogar Fußbodenheizung oder eine stärkere Combi D 6E.
Ganz neu ist der Name Vanyx allerdings nicht. Wer den Core schon für ziemlich kompromisslos hält, kennt möglicherweise seinen großen Bruder noch nicht. Der reguläre Vanyx basiert ebenfalls auf dem MAN TGE, treibt die Idee des luxuriösen Offroad-Campers aber noch deutlich weiter. Sein ungewöhnlicher Innenraum verteilt Schlafen und Wohnen auf zwei Ebenen und setzt noch stärker auf Carbon und High-End-Technik.
Entsprechend gestaltet sich der Preis. Während der Core laut Preisliste bei 190.400 Euro startet, beginnt der normale Vanyx derzeit im Konfigurator bei 290.000 Euro. Fast 100.000 Euro Unterschied lassen den Core beinahe wie das Einstiegsmodell der Marke aussehen. Wobei "Einstieg" bei knapp 200.000 Euro natürlich relativ zu verstehen ist.
Denn auch beim Core kann man die 190.400 Euro noch ordentlich nach oben treiben. Die Vier-Personen-Version mit Aufstelldach startet bereits bei 225.900 Euro. Und dann wäre da noch der Part der Sonderausstattungen, bei der man besser nicht zu enthusiastisch Kreuzchen setzt.
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Ein Aluminium-Unterfahrschutz kostet beispielsweise 6.190 Euro. Wer Carbon-Kevlar bevorzugt, legt dafür 12.390 Euro auf den Tisch. Eine Motorhaube aus Sichtcarbon startet bei 5.700 Euro, die passende Carbon-Schiebetür bei 9.800 Euro. Man merkt: Wer möchte, kann beim Core auch nach dem Grundpreis noch ziemlich viel Geld in Carbon und Geländetechnik investieren.
Aber es geht auch weniger martialisch. Weil man nach einem Tag im Schlamm offenbar etwas Romantik benötigt, bietet Vanyx einen Sternenhimmel mit 1.600 Lichtpunkten für 8.720 Euro an. Weitere 2.500 Euro kostet ein Ausstattungs-Set mit Bettwäsche, Besteck, Messern und Kochgeschirr. Und weil wir hier schließlich nicht über einen gewöhnlichen Camper sprechen, gehören auch Axt und Spaten dazu.
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Alternativen für Freunde allradgetriebener Camper gibt es natürlich. Der Eura Mobil Xtura 656 HB kombiniert Allradantrieb beispielsweise mit einem optionalen Dachzelt, während der Carado CV595 X-Edition auf VW Crafter ebenfalls kompakte Abmessungen mit 4Motion verbindet. Wer das Thema Offroad deutlich extremer angehen möchte, landet dagegen beim Greenlander Sherpa, wahlweise auf Sprinter-Basis oder Iveco.
Der Vanyx Core besetzt eine ziemlich spezielle Nische dazwischen. Er ist kompakt genug, um nicht gleich wie ein Expeditions-Lkw aufzutreten, bietet trotzdem eine ernstzunehmende Autarkie-Ausstattung und bleibt vor allem unter der für viele Führerscheinbesitzer entscheidenden 3,5-Tonnen-Marke. Günstig ist das alles definitiv nicht. Bei Vanyx ist der Core zwar das Leichtgewicht, beim Preis gilt das allerdings nur relativ.








