Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Fast 7.700 Kilometer bis nach Nordfinnland zeigen, was der Campervan kann und wo es eng wird

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Irgendwo in Nordfinnland sitzen mein Hund und ich am Ufer des Inarisees. Vor uns liegt spiegelglattes Wasser, dahinter verschwindet langsam die Sonne. Kein Campingplatz, keine Nachbarn, kein Verkehr. Nur Wald, Wasser und ziemlich viel Ruhe. Genau für solche Momente fährt man mehrere tausend Kilometer in den Norden. Und genau hier passt ein kompakter Campervan plötzlich ziemlich perfekt ins Bild.

Drei Wochen zuvor war ich mir da noch nicht ganz so sicher. Normalerweise sind wir auf längeren Touren eher mit teilintegrierten Wohnmobilen unterwegs. Mehr Platz, größere Betten, größere Bäder und deutlich mehr Stauraum. Diesmal sollte uns ein Carado CV600 Pro begleiten. 5,99 Meter lang, nur 2,05 Meter breit und dank optionalem Aufstelldach mit vier Schlafplätzen. Für uns hieß das: drei Personen plus Hund.

Carado CV600 Pro (2026): Roadtrip durch Finnland

Am Ende standen 7.687 Kilometer auf dem Zähler. Von Bayern ging es über Rostock nach Schweden, weiter Richtung Norden und schließlich nach Finnland. Über das Baltikum und Polen führte die Route zurück nach Deutschland. Der eigentliche Höhepunkt lag allerdings eindeutig in Finnland. Und genau dort musste der Carado zeigen, ob sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub wirklich reichen.

Ein Ducato, der fast wie ein Pkw fährt

Die erste Überraschung lieferte nicht Carado, sondern Fiat Ducato. Unser CV600 Pro war mit einem 2,2-Liter-Diesel mit 140 PS, Achtgang-Automatik und zahlreichen Assistenzsystemen ausgestattet. Dazu kamen digitales Cockpit, 10-Zoll-Infotainment und Rückfahrkamera. Gerade wenn an einem Tag mehrere hundert Kilometer zusammenkommen, macht das einen gewaltigen Unterschied.

Spurführung, Abstandsregelung und Tempomat funktionierten angenehm unauffällig. Navigationshinweise ließen sich zusätzlich im digitalen Cockpit darstellen. Natürlich bleibt der Ducato trotzdem ein Transporter. Die Federung ist eher straff und auf schlechten Straßen bekommt man durchaus mit, was unter den Rädern passiert. Davon gab es auf unserer Route mehr als genug.

Trotzdem hatte ich selten eine Wohnmobilbasis, mit der ich mich so schnell wohlgefühlt habe. Knapp sechs Meter Länge sind nach wenigen Tagen kaum noch ein Thema. Die 2,05 Meter Breite machen auf schmalen Straßen einen gewaltigen Unterschied zum Teilintegrierten. Irgendwann fährt man den Carado tatsächlich fast wie einen ziemlich großen Pkw.

Daten und Abmessungen Carado CV600 Pro
Grundpreis inkl. MwSt. 56.299 €
Testwagenpreis inkl. MwSt. 76.258 €
Länge / Breite / Höhe 599 / 205 / 261 cm
Innenhöhe 190 cm
Radstand 404 cm
Zugelassene Sitzplätze (einschließlich Fahrer) 4
Schlafplätze 2 / 4 mit optionalem Aufstelldach
Bettgröße Heck (Querbett) 197 × 157 / 150 cm
Liegefläche Aufstelldach (optional) 206 × 143 cm
Masse in fahrbereitem Zustand (Serienausstattung) 2.856 kg (2.713 - 2.999 kg)
zulässige Gesamtmasse 3.500 kg
zulässige Anhängelast gebremst / ungebremst 2.500 / 750 kg

Und das Ganze erstaunlich sparsam. Über die komplette Reise lag der Durchschnittsverbrauch bei 8,5 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Nach 7.686,7 Kilometern zeigte der Bordcomputer außerdem eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 68 km/h und knapp 113 Stunden Fahrzeit. Angesichts der langen Etappen und des voll beladenen Campers kann ich damit ziemlich gut leben.

Und plötzlich steht man einfach am See

Warum ich einen Campervan nach dieser Reise besser verstehe, zeigt sich abseits der Autobahn. In Finnland ging es immer wieder über kleine Straßen und Wege zu Plätzen mitten im Wald oder direkt ans Wasser. Kein riesiges Reisemobil, bei dem man sich zweimal überlegt, ob der Weg dort vorne vielleicht doch zu schmal wird. Sechs Meter Ducato passen erstaunlich oft irgendwo hin.

Bilder von: Motor1.com Deutschland | F. Grass

So standen wir schließlich auch am Inarisee. Stühle raus, Hund raus, hinsetzen. Abends Lagerfeuer am Wasser - was allerdings nicht nur der Romantik diente. Ende August können die Temperaturen hier nachts bereits ziemlich nah an den Gefrierpunkt rutschen. Dann ist ein Feuer plötzlich weniger Instagram und mehr Zentralheizung.

Gerade solche Abende waren für mich die stärksten Momente dieser Reise. Man sitzt am Wasser, wärmt sich am Feuer und ein paar Meter weiter steht alles, was man für die kommenden Tage braucht. Kein Hotel, kein Termin und im besten Fall nicht einmal ein Campingplatz. Dafür eine Ruhe, die man auf einem voll belegten Stellplatz wohl eher selten findet.

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Und dann ist da diese Landschaft. Am Ukko-Koli stehen wir weit über dem Pielinen-See und blicken auf Wasser und unzählige bewaldete Inseln. Mein Hund interessiert sich erwartungsgemäß weniger für finnische Nationalromantik als dafür, was hinter dem nächsten Stein liegt. Für mich gehört die Aussicht trotzdem zu den schönsten der gesamten Reise.

Finnland kann allerdings auch ziemlich schräg

Dass Finnland nicht nur aus Seen, Wald und Sauna besteht, merkt man spätestens beim "Stillen Volk". Direkt an der Nationalstraße 5 bei Suomussalmi stehen rund tausend Gestalten mit Köpfen aus Torf auf einem Feld. Die Installation stammt vom Künstler Reijo Kela und entstand bereits 1988. Seit 1994 befindet sie sich an ihrem heutigen Platz. Was sie bedeuten soll, bleibt bewusst der Interpretation der Besucher überlassen.

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Hunderte bekleidete Figuren stehen regungslos auf einer Wiese, Haare aus Gras, dazwischen nichts. Ein bisschen Kunstinstallation, ein bisschen Vogelscheuche und je nach Wetter auch ein bisschen Horrorfilm. Genau solche Stopps sind aber der Grund, warum ich Roadtrips mag. Man fährt irgendwo entlang, sieht etwas völlig Absurdes und hält einfach an.

Noch eine ganze Ecke schräger wurde es im Skulpturenpark von Parikkala. Mehr als 500 Betonfiguren verteilen sich dort zwischen Bäumen und dem ehemaligen Wohnhaus des Künstlers Veijo Rönkkönen. Besonders bekannt sind die Figuren in unterschiedlichen Yoga-Positionen. Manche besitzen Glasaugen oder sogar echte Zähne. Zwischen den teilweise vermoosten Gestalten hindurchzulaufen, ist jedenfalls ein ziemlich eigenartiges Erlebnis.

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Rönkkönen lebte sehr zurückgezogen und arbeitete jahrzehntelang an seinem Garten. So entstand eine ganz eigene Welt, die zwischen faszinierend und leicht unheimlich schwankt. Ein passender Zwischenstopp auf einer Reise, bei der wir ohnehin immer weiter weg von großen Städten unterwegs waren.

Die Hütte, die bei mir hängen geblieben ist

Der vielleicht ungewöhnlichste Zwischenstopp unserer Finnlandreise führte uns allerdings mitten in den Wald. Dort steht eine kleine Einsiedlerhütte, in der tatsächlich einmal jemand fernab der Zivilisation gelebt hat. Den genauen Standort möchte ich bewusst nicht verraten. Die Hütte ist bis heute erhalten geblieben und auch einige persönliche Gegenstände ihres ehemaligen Bewohners liegen noch dort.

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Besonders interessant fand ich die Geschichte dahinter. Angeblich war der Mann früher als Fotograf für Zeitungen und Zeitschriften tätig und dafür sogar weltweit unterwegs. Irgendwann hatte er davon offenbar genug und zog sich in die finnische Wildnis zurück. Von einem Leben voller Reisen und Menschen zu einer kleinen Holzhütte mitten im Nirgendwo. Schon ein ziemlich krasser Gegensatz.

Viel Platz brauchte er jedenfalls nicht. Ein Ofen, ein Tisch, ein paar einfache Möbel und draußen nichts als Wald. An den Wänden beziehungsweise zwischen seinen Sachen fanden sich noch alte Fotografien aus seinem früheren Leben. Auf einem Bild war sogar sein damaliges Auto mit einem Boot auf dem Dach zu sehen. Solche Details machen einen Ort irgendwie besonders.

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Warum er sich damals für dieses Leben entschieden hat, kann ich natürlich nicht sagen. Aber wenn man dort steht und sich umschaut, versteht man zumindest ein bisschen, was an dieser Ruhe so reizvoll sein kann. Wobei unser Carado mit Heizung, Kühlschrank, Dusche und bequemem Bett natürlich schon eine ziemlich luxuriöse Variante des Lebens in der finnischen Wildnis war.

Schlafdach: genial, solange es warm bleibt

Zurück zu unserem Camper, denn spätestens nachts holte uns die moderne Zivilisation wieder ein. Das optionale Aufstelldach ist grundsätzlich eine geniale Sache. Gerade wenn man irgendwo am See steht, die Stoffbahnen öffnet und morgens auf die finnische Landschaft schaut. Dazu kommen zwei zusätzliche Schlafplätze mit einer 206 mal 143 Zentimeter großen Liegefläche, Lattenrost und bequemer Matratze.

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Meine Frau war entsprechend begeistert, zumindest solange die Temperaturen mitspielten. Denn bei Werten um null Grad zeigt sich die Schwäche eines klassischen Schlafdachs. Zwischen Bett und finnischer Nacht steckt im Wesentlichen Stoff. Unsere Dieselheizung brachte den Innenraum problemlos auf Temperatur, besitzt oben aber keine eigenen Warmluftausströmer.

Das führte zu einer leicht absurden Situation: Unser Sohn und ich lagen hinten teilweise in Unterwäsche im Bett, während meine bessere Hälfte oben trotz zweier Schlafsäcke fror. Drehten wir die Heizung weiter hoch, wurde es unten noch wärmer. Oben blieb Finnland. Die zusätzliche Schlafdachisolierung für 539 Euro wäre nach dieser Reise jedenfalls eine ziemlich sinnvolle Investition.

Ausstattung und Daten Carado CV600 Pro
Basis-Fahrgestell / Motorisierung Fiat Ducato / 2,2 Multijet (103 kW / 140 PS)
Getriebe 8-Gang-Automatik (optional)
Antrieb Frontantrieb
Kühlschrank 84 Liter (Kompressor)
Kocher 2-Flammen-Gaskocher mit elektrischer Zündung
Frischwassertank gesamt / Abwassertank 100 / 90 Liter
Abwassertank Isoliert und beheizt (optional)
Steckdosen 230 V / USB-Anschlüsse 3 / 2 (1 Doppel-USB-Steckdose)
Zusätzlicher USB-Anschluss USB-Steckdose in der Lichtschiene (optional)
Aufbaubatterie  95 Ah AGM
Heizung  Combi 4 Dieselheizung 
Stauraum für Gasflaschen mit Füllgewicht 2 × 11 kg
Stauraum unter dem Heckbett (B × H × T) 90 × 68 × 138 cm
Toilette Kassettentoilette Thetford C 223

Mit der Teleskopleiter wurden wir dagegen nicht so richtig warm. Diese wiegt knapp sieben Kilogramm und ist entsprechend schwer und unhandlich. Gerade das Einhängen ins Aufstelldach fand ich auch nach drei Wochen noch ziemlich umständlich. Das Aufstelldach selbst lässt sich dagegen nach kurzer Eingewöhnung problemlos bedienen.

Da gefallen mir leichte Klappleitern, wie ich sie aus anderen Campervans kenne, besser. Das klingt nach einer Kleinigkeit, doch wenn man das Ding jeden Abend auf- und jeden Morgen wieder abbaut, wird daraus schnell ein Thema. Zumal die Leiter tagsüber auch irgendwo verstaut werden muss.

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Zwei Tage Inarisee, und plötzlich ist der Strom weg

Noch deutlicher wurde das beim Thema Autarkie. Nach zwei Tagen Freistehen am Inarisee war unsere Aufbaubatterie leer. Komplett leer. Blöd genug, aber noch lustiger wird es, wenn man anschließend das Aufstelldach schließen möchte und feststellt, dass dessen elektrische Verriegelung ebenfalls Strom benötigt. Ohne Strom also kein Dach zu.

Also Motor starten und einige Minuten laufen lassen, bis wieder genügend Saft in der Aufbaubatterie war. Begleitet wurde das Ganze von einem permanenten Warnton, schließlich darf man mit geöffnetem Aufstelldach nicht losfahren. Wollten wir ja auch gar nicht. Immerhin ließ sich das Dach anschließend wieder verriegeln.

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Unser Testwagen hatte die serienmäßige 95-Ah-AGM-Aufbaubatterie. Für 999 Euro bietet Carado stattdessen eine 104-Ah-Lithium-Batterie an, eine zweite kostet weitere 1.299 Euro. Dazu gibt es eine 100-Watt-Solaranlage. Wer regelmäßig so frei steht wie wir in Finnland, sollte über mehr Batteriekapazität nachdenken.

Beim Wasser sieht es besser aus. 100 Liter Frisch- und 90 Liter Abwasser sind für einen Sechs-Meter-Camper völlig in Ordnung. Eher überrascht hat mich, dass kostenlose Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten in Finnland schwieriger zu finden waren als beispielsweise in Norwegen. Eine Trockentrenntoilette ab Werk würde ich mir trotzdem wünschen, auch um Frischwasser zu sparen.

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Gut gefallen hat mir dagegen die optionale Combi-4-Dieselheizung für 759 Euro. Diesel bekommt man praktisch überall und die Gasflaschen werden hauptsächlich zum Kochen benötigt. Ganz perfekt ist die Heizung allerdings nicht. Sie riecht stärker als eine Gasheizung und produzierte einmal beim Start eine beeindruckende weiße Wolke am Auspuff. Glücklicherweise blieb es bei diesem einen Schauspiel.

Drei Personen, ein Hund und erstaunlich wenig Chaos

Innen merkt man natürlich, dass 5,99 Meter keine rollende Zweizimmerwohnung sind. Trotzdem hat der Grundriss für uns gut funktioniert. Für die Sitzgruppe müssen Fahrer- und Beifahrersitz gedreht werden, wobei zu dritt manchmal schon der Beifahrersitz genügte. Das funktioniert beim Ducato erfreulich unkompliziert und schafft einen gemütlichen Platz zum Essen oder für einen Spieleabend.

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Seit unserem Nordspanien-Roadtrip im vergangenen Jahr weiß ich unkompliziert drehbare Vordersitze zu schätzen. Damals hatte ich beim Corigon TS 70 LS auf Ford-Transit-Basis versehentlich den Gurtsensor beschädigt. Panzertape musste helfen. Im Carado ging das deutlich einfacher. Auch der Tisch lässt sich erweitern und drehen, dazu gibt es zahlreiche praktische Ablagen für den üblichen Kleinkram.

Auch die Küche funktioniert besser, als ihre Größe vermuten lässt. Wir haben unterwegs wirklich gekocht und nicht drei Wochen von belegten Broten gelebt. Zweiflammkocher, Spüle und der 84-Liter-Kompressorkühlschrank reichen dafür aus. Besonders praktisch sind die Drahtauszüge in den Küchenschränken. Weniger praktisch: Die Kühlschranktür lässt sich nur zu einer Seite öffnen.

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Beim Gepäck muss man etwas mehr nachdenken als im Teilintegrierten. Es geht erstaunlich viel hinein, man muss nur sinnvoller packen. Der mittlere Bereich des hinteren Lattenrosts lässt sich herausnehmen, wodurch Platz für höheres Gepäck entsteht. Bei einem so umfangreich ausgestatteten Camper sollte man allerdings auch die tatsächliche Zuladung für eine längere Familienreise im Blick behalten.

1,93 Meter treffen auf ein Querbett

Hinten wird es für mich komplizierter. Das Querbett misst laut Carado 197 mal 157 beziehungsweise 150 Zentimeter. Auf dem Papier bleiben mir bei 1,93 Meter Körpergröße immerhin noch vier Zentimeter Luft. In der Realität fühlte es sich deutlich kürzer an. Ein Grund dafür sind die optionalen Rahmenfenster, deren Verkleidungen seitlich in den Innenraum hineinragen.

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Für kleinere Menschen dürfte das kein großes Problem sein, für mich war es einer der größten Kompromisse des CV600 Pro. Immerhin sind Matratze und Lattenrost bequem. Wer ähnlich groß ist wie ich, sollte das Querbett vor dem Kauf unbedingt ausprobieren. Oder gleich über einen 6,40 Meter langen Campervan mit Längsbetten nachdenken. Die zusätzlichen 40 Zentimeter können beim Schlafen schließlich einen gewaltigen Unterschied machen.

Das Bad bleibt mein größter Kritikpunkt

Mit 1,93 Meter bin ich auch beim Bad nicht die Idealbesetzung. Die Innenhöhe beträgt offiziell 1,90 Meter. Im Wohnraum kann ich damit leben, die Haare streifen eben gelegentlich den Himmel. Im Bad kommt noch der optionale Holzrost am Boden dazu. Das größere Problem ist allerdings die Dusche, bei der sich der Wasserhahn als Brause herausziehen lässt.

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Der Duschvorhang schafft innen nur einen sehr kleinen Bereich. Bei meiner Größe und Statur macht Duschen dort ungefähr so viel Spaß wie Umziehen in einer Telefonzelle. Deshalb würde ich persönlich eher zu einem Modell aus der Carado Pro+-Baureihe mit Schwenkbad greifen. Dort lässt sich der vorhandene Platz deutlich besser nutzen. Nach drei Wochen im CV600 Pro steht ein solches Bad jedenfalls ziemlich weit oben auf meiner Wunschliste.

Preise und Vergleich Carado CV600 Pro / Pro+
Carado CV600 Pro - Grundpreis ab 56.299 €
Carado CV600 Pro+ - Grundpreis ab 60.899 €
Achtgang-Automatik bei 140 PS 3.599 €
Aufstelldach, schwarz 5.699 €
Chassis-Paket: anklappbare Außenspiegel, Totwinkelassistent, elektrische Feststellbremse 1.825 €
Co-Driver-Paket Fiat: ACC mit Stop-and-Go, Stauassistent, Regen- und Lichtsensor 1.499 €
10-Zoll-Infotainment-Paket: Navigation, Smartphone-Einbindung, Rückfahrkamera und Klimaautomatik 1.499 €
Combi-4-Dieselheizung mit Höhendrucksensor und digitalem Bedienpanel 759 €
Rahmenfenster 659 €
Abwassertank isoliert und beheizt 599 €
LTE-/WiFi-Antenne inklusive Router 999 €
104-Ah-Lithiumbatterie statt 95-Ah-AGM-Batterie 999 €
Zusätzliche 104-Ah-Lithiumbatterie 1.299 €
Testwagenpreis Carado CV600 Pro 76.258 €

Ähnliches gilt für die Stromanschlüsse. Im Fahrerhaus gibt es genügend Möglichkeiten, im Wohnraum hätten es mehr USB-Anschlüsse sein dürfen. Besonders beim Heckbett fehlt eine praktische Möglichkeit, das Smartphone nachts zu laden. Unser Testwagen hatte eine zusätzliche USB-Steckdose in der Lichtschiene für 59 Euro. Davon würde ich beim nächsten Mal gerne noch eine einplanen.

Sehr gut funktionierten dagegen Verdunkelung und Mückenschutz. An Front- und Seitenscheiben sitzen richtige Verdunkelungselemente statt einfacher Stoffvorhänge. Auch die Fliegengitter erfüllten ihren Zweck. Wer einmal einen finnischen Sommerabend am Wasser verbracht hat, weiß, warum ich diesen Punkt nicht unter "ferner liefen" verbuche.

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Fast 7.700 Kilometer und nichts klappert

Die vielleicht größte Überraschung kommt am Ende der Reise. Nach fast 7.700 Kilometern, Waldwegen, schlechten Straßen und drei Wochen Familienbetrieb klapperte im Innenraum: nichts. Keine Schranktür hatte sich verabschiedet, keine Verriegelung war lose und aus den Möbeln kam kein permanentes Knarzen. Auch die Oberflächen sahen noch gut aus.

Nur die große Schiebetür brauchte manchmal Nachdruck. Wenn mein Sohn sie zu vorsichtig zuzog, meldete das Display gelegentlich weiterhin eine offene Tür. Dann hieß es: noch einmal auf und mit mehr Schwung zu. Nervig, aber weit entfernt von einem echten Defekt.

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Ein kurioses Eigenleben entwickelte außerdem die Gasanlage. Nach besonders heftigen Schlägen auf schlechten Straßen löste offenbar der Crashsensor der verbauten Caramatic SafeDrive Plus aus und unterbrach die Gaszufuhr. Bevor wir wieder kochen konnten, musste ich die Sicherheitsabschaltung zurücksetzen. Das passierte mehrfach und war etwas lästig, ließ sich aber schnell beheben. Ansonsten zeigte sich der Carado-Ausbau von unserer langen Reise erfreulich unbeeindruckt.

56.299 Euro werden ziemlich schnell 76.258 Euro

Der Carado CV600 Pro startet laut vorliegender Preisliste bei 56.299 Euro. Unser Testwagen brachte es mit seiner umfangreichen Sonderausstattung auf stolze 76.258 Euro. Fast 20.000 Euro Aufpreis für einen knapp sechs Meter langen Campervan sind schon eine Ansage. Dafür steckten unter anderem Achtgang-Automatik, Aufstelldach, Dieselheizung, Rahmenfenster und ein beheizter Abwassertank im Fahrzeug.

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Dazu kamen digitales Cockpit, 10-Zoll-Infotainment und verschiedene Assistenzsysteme. Nach drei Wochen würde ich viele dieser Häkchen wieder setzen. Die Automatik und die Ducato-Ausstattung haben sich auf langen Etappen bewährt. Auch auf die Dieselheizung und das zusätzliche Bett im Aufstelldach würde ich nicht verzichten wollen, wobei Letzteres im hohen Norden seine Grenzen gezeigt hat.

Ein paar Euro würde ich allerdings anders verteilen. Die 539 Euro für die Schlafdachisolierung wären nach unseren frostigen Nächten gut angelegt. Dazu käme eine Lithiumbatterie, vielleicht sogar eine zweite. Und wenn wir schon dabei sind, dürfte Carado für 59 Euro gerne noch eine USB-Steckdose spendieren. Manchmal weiß man eben erst nach knapp 7.700 Kilometern, welche Extras wirklich wichtig sind.

Ein Campervan ist eben kein kleines Wohnmobil

Genau das ist wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis dieser Reise. Vorher habe ich einen Campervan immer ein bisschen als Wohnmobil mit weniger Platz betrachtet. Nach drei Wochen sehe ich das anders. Der Carado CV600 Pro ist kein geschrumpfter Teilintegrierter, sondern funktioniert einfach anders. Man hat weniger Stauraum, ein kleineres Bad und muss beim Zusammenleben mehr Kompromisse eingehen.

Dafür fährt man ein Fahrzeug, das nur 2,05 Meter breit und knapp sechs Meter lang ist. Und genau deshalb erreicht man Orte, an denen ich mit einem größeren Reisemobil deutlich länger überlegen würde. Natürlich dürfte es bei meinen 1,93 Meter Körpergröße gerne ein geräumigeres Bad samt längerem Bett sein. Trotzdem hat mich der Carado auf dieser Reise überrascht.

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Drei Personen, ein Hund, knapp drei Wochen unterwegs und fast 7.700 Kilometer auf dem Tacho. Das funktioniert auf sechs Metern erstaunlich gut. Klar, manchmal wird es eng und gelegentlich muss man improvisieren. Dafür bekommt man einen Camper, der sich unkompliziert fährt und mit dem man auch abseits der großen Straßen entspannt unterwegs ist.

Und wenn man dann irgendwo in Nordfinnland mit dem Hund am Ufer eines spiegelglatten Sees sitzt, während hinter den Bäumen langsam die Sonne verschwindet, sind die paar fehlenden Zentimeter Wohnraum ohnehin ziemlich schnell vergessen.

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Autor: Fabian Grass