Kia EV9 GT: Sportversion mit 374 kW kostet 89.990 Euro

Siebensitzer-SUV startet jedoch erst im dritten Quartal 2025

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Kia verrät die Preise für die sportliche Topversion seines elektrischen Siebensitzer-SUVs. Den Kia EV9 GT gibt es ab 89.990 Euro. Damit ist das Modell rund 7.000 Euro teurer als die bisherige Topversion, der Allradler mit 283 kW als GT Line. Im Vergleich zu diesem bietet der Neuling 90 kW mehr, nämlich 374 kW. Man kann das Modell schon konfigurieren und es gibt eine komplette Preisliste.

Die Sportversion war im November auf der Automesse in Los Angeles vorgestellt worden. Zuvor gab es den Kia EV9 wahlweise mit 150-kW-Heckantrieb oder einem 283 kW starken Allradsystem. Mit den 374 kW bleibt der GT deutlich hinter dem 430 kW starken EV6 GT zurück. Logischerweise ist der EV9 GT auch beim 4,6 Sekunden dauernden Normsprint langsamer. Die höhere Leistung verkürzt die Pflichtübung um 0,4 Sekunden gegenüber dem 283-kW-Allradler, der 5,0 Sekunden braucht. Auch die Höchstgeschwindigkeit des EV9 GT ist mit 220 statt 200 km/h höher.

An der Vorderachse der GT-Variante arbeitet ein 160-kW-Motor, hinten eine 270-kW-Maschine. Die Systemleistung ist aber geringer als die 430 kW, die sich durch Addition ergeben. Bei der Batterie handelt es sich wie vermutet um den gleichen Akku mit 100 kWh brutto (ca. 96 kWh netto), die auch im bürgerlichen Allradler eingesetzt wird. Als WLTP-Reichweite werden nun 505 km angegeben; die bisher genannten 450 km waren also untertrieben. Aufgeladen wird dank 800-Volt-Architektur in rund 24 Minuten (10-80 Prozent) - wie bei den bekannten Versionen. Auch Plug&Charge wird unterstützt.

Der EV9 GT bekommt elektronisch gesteuerte Stoßdämpfer (Electronically Controlled Suspension, ECS), die erstmals in einem dreireihigen Kia-SUV zum Einsatz kommen. Die Härte der Dämpfer wird vom gewählten Fahrmodus beeinflusst. Am härtesten sind die Dämpfer im GT-Modus, der sich mit der hellgrünen Taste am Lenkrad aktivieren lässt. Erstmals bei einem Kia wird das ECS durch ein Road Preview System unterstützt, das mithilfe einer Frontkamera und anderen Sensoren die Fahrbahnbeschaffenheit vor dem Fahrzeug analysiert und zum Beispiel Schlaglöcher erkennt, um die Stoßdämpfung zu optimieren.

Ähnlich wie der Hyundai Ioniq 5 N hat der Kia EV9 GT eine virtuelle Gangschaltung (Virtual Gear Shift, VGS) mit entsprechenden Geräuschen. Zum Gangwechsel verwendet man wie beim Ioniq 5 N die Lenkradwippen. Beim simulierten Gangwechsel erzeugt das System spürbare Kraftunterbrechungen und täuscht auch einen Drehzahlbegrenzer vor. Ähnlich wie der EV6 GT hat auch der EV9 GT serienmäßig ein elektronisches Sperrdifferenzial (e-LSD), womit das Drehmoment in der Kurve auf die Reifen mit mehr Traktion umgeleitet wird. Zudem gibt es stärkere Bremsen an den Vorderrädern in Neongrün mit GT-Schriftzug. Womit wir beim Design wären. 

Der EV9 GT rollt auf exklusiven 21-Zoll-Rädern, die mit 285/45R-21-Reifen bezogen werden. Vorne gibt es eine spezielle Lichtsignatur und spezielle GT-Muster an den aktiven Lufteinlässen. Innen bekommen Lenkrad und Sitze leuchtend grüne Akzente sowie besonders stark gepolsterte Sportsitze mit Alcantara-Wildledereinsätzen und GT-Logo. Weitere Besonderheiten sind das spezielle GT-Lenkrad und die Materialien am Armaturenbrett.

Serienmäßig ist der EV9 GT wie der normale EV9 ein Siebensitzer; gegen 990 Euro Aufpreis gibt es das "Sitz-Paket Relaxation" mit zwei Liegesitzen in der dritten Reihe. Damit wird das Auto zum Sechssitzer. Zu den weiteren Extras gehören eine Anhängerkupplung, kamerabasierte Außenspiegel und ein Glasdach. Wie für jedes Kia-Modell werden auch für den EV9 GT sieben Jahre Garantie auf Fahrzeug und Traktionsbatterie gewährt. Ebenfalls für sieben Jahre werden die Navigationskarten aktualisiert.

Gebaut wird der Kia EV9 GT in Südkorea, nicht in den USA. Vermutlich produziert Kia den Neuling in Gwangmyeong, wo auch die anderen EV9-Varianten entstehen. In Deutschland soll der Marktstart im dritten Quartal 2025 erfolgen, also irgendwann ab Juli. 

Kia EV9 GT (2025)

Unter dem Strich

Wie stark muss ein siebensitziges Familien-SUV sein? Ergibt eine Sportversion überhaupt Sinn? Das muss die Kundschaft entscheiden, aber Modelle wie der Mercedes EQS 580 SUV mit 400 kW oder der BMW iX M60 mit 455 kW zeigen, dass es wohl Nachfrage gibt. Diese Premiumfahrzeuge kosten allerdings fast 150.000 Euro. Dazu gesellt sich nun der EV9 GT als Alternative aus dem Volumensegment. Mit vermutlich deutlich niedrigeren Preisen und schnellerem Laden.

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Autor: Stefan Leichsenring