Eigentlich gibt es den Kia Seltos schon seit 2019. Damals in Neu-Delhi vorgestellt, war das Kompakt-SUV das erste in Indien vermarktete Modell der Koreaner. Auch auf diversen Märkten in Asien, Lateinamerika und Südafrika ist er bereits bekannt und erfolgreich. Die zweite Generation kommt jetzt auch zu uns.
Denn erstens ist da zwischen XCeed und Sportage noch ein wenig Platz im so wichtigen C-Segment, so die Koreaner. Und zweitens soll der Kia Seltos bestimmten Kunden und Kundinnen als Verbrenner und Vollhybrid in der "Übergangsphase zur E-Mobilität" beistehen. Übersetzt: Für das wuchtige SUV sieht Kia, trotz Stromer-Forcierung, also durchaus noch Platz und Potenzial auf dem europäischen Markt.
Bei der Fahrveranstaltung zum Kia EV2 hatten wir die Gelegenheit, uns den neuen 4,43 Meter langen Vertreter mal genauer anzusehen. Mit seinem wuchtigen Grill an der Front lässt sich der Seltos von seinen größeren Verbrenner-Kollegen Sportage und Sorento nur marginal unterscheiden. Die Front des SUV baut dermaßen hoch auf, dass er größer und imposanter wirkt, als er ist.
Karosserie und Design
In der Seitenlinie zitiert der VW T-Roc-Konkurrent dann auch eher seinen elektrischen Bruder EV3. Auffällig sind hier die schwarz abgesetzten, ähnlich ausgestalteten Radläufe, die Schwellerzeichnung und die breite C-Säule, die ebenfalls mit schwarzen Applikationen die Fenstergrafik schlank auslaufen lässt - beim Verbrenner jedoch mit diagonaler Linie.
Am Heck zieht sich Kias "Star-Map-Design" dann per Leuchtband weit in die Mitte des Wagens und verweist mit kleinen Ausläufern auf das Marken-Logo. Mit dieser Lichtsignatur erinnert der Seltos eher an den EV5, während die Heckschürze komplett eigenständig und markant daherkommt. Gegenüber dem Wolfsburger, einem Opel Frontera oder dem Renault Symbioz wirkt der neue Kia-Vertreter schon deutlich markanter.
Innenraum
Im Innern fügt sich der Seltos klar dem Hyundai-Konzern-Bild. Der Fokus liegt auf dem bekannten Doppeldisplay mit integriertem Klimamenü zwischen den beiden großen 12,3-Zoll-Bildschirmen. Der Gangwahlhebel des Kia sitzt an der Lenksäule, um Platz auf der Mittelkonsole zu schaffen. Dort befindet sich ein großes Ablagefach. Per Knopfdruck können hier zwei Flaschenhalterringe ausgefahren werden, was die individuelle Nutzung steigert.
Weiterhin setzt Kia auf etliche physische Knöpfe, um den Fahrenden die Wahl der Bedienung zu überlassen. Räumlich wirkt das alles bei einem Radstand von 2,69 Metern angemessen. Sitzkomfort, Raum- und Beinfreiheit sind sowohl vorne mit etlichen Verstellmöglichkeiten gegeben, als auch im Fond. Vier Erwachsene können hier problemlos auch längere Strecken wegstecken.
Zumal auch im Fond die Rückenlehne neigungsverstellbar ist. Das Kofferraumvolumen gibt Kia mit 536 Litern an. Wie viel der Seltos letztendlich bei umgelegter Rückbank schluckt, wurde derweil noch nicht kommuniziert. Materialmix, Verarbeitung und Qualität wirken auf den ersten flüchtigen Blick ordentlich.
Bilder von: Kia
Antrieb
Wie bereits im Dezember erwähnt, umfasst die Motorenpalette einen 1,6-Liter-T-GDI-Turbobenziner mit 180 PS und 265 Nm, kombiniert mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe oder einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Letztere Kombination ist auch mit Allrad erhältlich.
Hinzu gesellt sich für Europa eine HEV-Version mit 1,6-Liter-GDI und 113 kW (154 PS) als Fronttriebler und 131 kW (178 PS) als e-AWD. Beide Versionen kommen mit 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Erstmals ist bei Kia eine elektronisch angetriebene Hinterachse im Einsatz, die für weitere Traktion sorgt. Zur Größe der Batterie beim Vollhybrid schweigt Kia derzeit noch.
Sicher ist jedoch, dass beide Versionen mit Vehicle-to-Load (V2L) ausgeliefert werden. Beim Campen kann also beispielsweise ein Kühlschrank oder eine Kaffeemaschine über den Seltos betrieben werden. Abzuwarten bleibt, wo sich das Kompakt-SUV preislich einsortieren wird. Wir werfen mal grob 30.000 Euro in den Raum, denn der XCeed startet bei 26.990 Euro und der Sportage bei 33.990 Euro. Die Markteinführung in Korea, Nordamerika, Europa und China soll im Laufe des Jahres 2026 erfolgen.








