Update vom 7. August 2025: Wir konnten jetzt im Kia EV4 erstmals Platz nehmen. Das Steilheck für die Kompaktklasse heißt nur EV4, einzig der Fastback kommt mit Zusatzbezeichnung. Am 27. September 2025 erfolgt der Marktstart in Deutschland, laut Kia zunächst nur mit Frontantrieb und 150 kW Leistung.
Der EV4 ist 4,43 Meter lang, fast 20 Zentimeter mehr als ein VW ID.3. Kein Wunder also, dass er mit einem sehr guten Platzangebot vorne wie hinten punktet. Auch 435 Liter Kofferraum können sich sehen lassen. Jedoch sind die Beine im Fond etwas angewinkelt. Die Kunststoffe im Cockpit sollen noch etwas Feinschliff erhalten. Die beiden 12,3-Zoll-Displays kennt man bereits von anderen Kia-Modellen, ebenso die Touchleiste in der Mitte. Alle Bilder unserer Sitzprobe sehen sie in dieser Galerie:

Update vom 23. Juli 2025: Endlich gibt es ausführliche Informationen zu den Preisen und dem Marktstart der EV4-Familie von Kia: Der EV4 wird mit zwei Batterien angeboten (58,3 bzw. 81,4 kWh), die sich in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent schnellladen lassen, und ist in den aufeinander aufbauenden Ausführungen Air, Earth und GT-line erhältlich.
Zur Serienausstattung gehören unter anderem das neue Kia-Infotainmentsystem ccNC (Connected Car Navigation Cockpit), das ein breites Entertainmentangebot inklusive Videostreaming ermöglicht, die Online-Dienste Kia Connect, ein Panoramadisplay mit digitalem Kombiinstrument, Navigationsbildschirm (je 31,2 cm/12,3 Zoll) und Touchscreen zur Klimasteuerung (12,3 cm/5,3 Zoll), Smart-Key, LED-Scheinwerfer, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und eine breite Palette modernster Assistenzsysteme.
Die Preise starten in Deutschland bei 37.590 Euro für den EV4 Air mit Standardbatterie und bei 43.240 Euro für die Basisversion mit der Langstreckenbatterie. Der EV4 Fastback, der ausschließlich mit großem Akku und in den Versionen Earth und GT-line angeboten wird, kostet ab 47.140 Euro. Inbegriffen sind die bei der Marke übliche 7-Jahre-Kia- Herstellergarantie sowie acht Jahre Batteriegarantie (oder 160.000 km). Beide Modellvarianten sind ab sofort bestellbar. Die Auslieferungen starten zum Ende des dritten Quartals 2025.
Die Informationen zum neuen Kompakt-Stromer Kia EV4 fließen nach wie vor nur spärlich. Nach ersten Bildern im Februar und technischen Details Mitte Juni gibt es nun auch den Basispreis für das Schrägheckmodell: 37.590 Euro. Der Hatchback ist für Europa gedacht und wird als erster Elektro-Kia auch in Europa gebaut.
Vorgestellt wurde der EV4 beim Kia EV Day im Februar. Seither ist auch bekannt, dass es das Modell sowohl als Fastback-Limousine mit flach liegender Heckscheibe als auch mit Schrägheck gibt.

Maße und Exterieur
Die Front des EV4 wird gekennzeichnet durch die Star-Map-Lichtsignatur, die hier nur aus einer vertikalen Linie mit angedeuteten Pfeil-Enden besteht. Dazu kommen expressive Formen, bei denen sich schwarze Karosserieteile von Partien in Wagenfarbe abheben. Während der EV3 Bügelgriffe besitzt, sind die Griffe beim EV4 plan integriert wie beim EV6.

Das Heck der Limousine sieht aus wie beim 2023 vorgestellten Concept Car; hier gibt es vertikale Leuchten mit einem kleinen, nach unten weisenden Häkchen. Dazu kommt wie bei der Studie ein zweigeteilter Dachspoiler in Schwarz und eine Abrisskante unter der flach liegenden Heckscheibe. Bei der Schrägheckversion (dem Hatchback) fallen die Rücklichter deutlich anders aus als bei der Limousine - sie bilden annähernd einen rechten Winkel und ziehen sich bis in die Heckklappe hinein. Zudem gibt es einen großen Dachspoiler.
Was die Maße angeht, so ist die Limousine länger als der Hatchback, und zwar deutlich: Der Unterschied beträgt gleich 30 cm. Im Vergleich zum EV3 ist die Schrägheckvariante 13 cm länger, aber knapp acht Zentimeter niedriger - der EV3 ist eben ein Kleinwagen-SUV, während der EV4 Hatchback einen Kompaktwagen darstellt.
| Länge | Breite | Höhe | Radstand | Kofferraum | |
| EV3 | 4.300 mm | 1.850 mm | 1.560 mm | 2.680 mm | 460-1.251 L |
| EV4 Schrägheck | 4.430 mm | 1.860 mm | 1.485 mm | 2.820 mm | 435 Liter |
| EV4 Limousine | 4.730 mm | 1.860 mm | 1.480 mm | 2.820 mm | 490 Liter |
Antriebe und Akkus
Technische Basis des EV4 ist wie beim EV3 die Plattform E-GMP in der Version mit Frontantrieb und 400 Volt. Die Akkus werden offenbar vom EV3 übernommen: Die Batterien speichern wie beim EV3 58,3 bzw. 81,4 kWh. Das dürften die Bruttowerte sein, die Nettokapazität liegt bei etwa 55 bzw. 78 kWh. Auch der Antrieb mit dem 150-kW-Motor kommt vom Schwestermodell. Die Ladeleistungen wurden noch nicht angegeben; vermutlich stimmen sie mit den Daten des EV3 überein.
| EV4 Standard Range | EV4 Long Range | |
| Antrieb | FWD 150 kW | FWD 150 kW |
| 0-100 km/h / Spitze | 7,4 Sek. / 170 km/h | 7,7 Sek. / 170 km/h |
| Akku brutto / netto | 58,3 / ca. 55 kWh | 81,4 / ca. 78 kWh |
| WLTP-Reichweite Hatchback | bis 440 km (17 Zoll) | bis 625 km (17 Zoll) |
| Max. Ladeleistung (AC/DC) | 11 / 101 kW (EV3) | 11 / 128 kW (EV3) |
| DC-Ladedauer 10-80% | ca. 30 min | ca. 30 min |
| Basispreis Hatchback | 37.590 Euro | k.A. |
Bei der Limousine sind größere Reichweiten zu erwarten; die Standardversion wird etwa 20 km mehr als der Hatchback haben, die Long Range-Variante etwa 40 km mehr. Die Sprintwerte und die Höchstgeschwindigkeit sind jedoch die gleichen. Die Verbräuche sind noch nicht bekannt.
Die Rekuperation kann dank dem System i-Pedal 3.0 vielfältig eingestellt werden. Dabei wird sogar im Rückwärtsgang rekuperiert. Zudem bleibt die getroffene Rekuperations-Einstellung auch nach dem Neustart erhalten. Eine weitere Besonderheit ist der digitale Autoschlüssel (Digital Key 2.0) für das Entriegeln per Smartphone oder Smartwatch.
Interieur und Bedienung
Die Displaylandschaft sieht ähnlich aus wie beim EV3 und EV6. Es gibt zwei Displays mit jeweils 12,3 Zoll Diagonale für Instrumente und Infotainment. Wie beim EV3 gibt es auch noch ein 5,3 Zoll großes Display zwischen Instrumenten und Touchscreen; es dient zur Klimasteuerung. Zusätzlich scheint es noch physische Kippschalter für die Temperatur zu geben. Auch ein Head-up-Display soll (vermutlich optional) angeboten werden.

Das Lenkrad ist asymmetrisch gestaltet. Die Hands-on-Erkennung funktioniert kapazitiv, das heißt, man braucht nicht am Lenkrad zu ruckeln - berühren genügt. Videostreaming-Dienste wie YouTube oder Netflix können genutzt werden, zudem gibt es eine Sprachsteuerung mit künstlicher Intelligenz. Die Assistenzsysteme unterstützen auch den Spurwechsel.

Die Mittelkonsole sieht sehr ähnlich aus wie beim EV3. Noch keine Bilder gibt es vom Kofferraum. Beim Schrägheckmodell soll er 435 Liter, bei der Limousine 490 Liter fassen. Damit ist das Volumen beim Schrägheckmodell seltsamerweise kleiner als beim EV3, in den 460 Liter hineinpassen.
Marktstart und Preise
Hergestellt wird der EV4 als Limousine im EVO-Werk im AutoLand Gwangmyeong von Kia, dem ersten dedizierten Elektroauto-Werk des Konzerns. Das vor allem für Europa gedachte Schrägheckmodell läuft dagegen im Kia-Werk im slowakischen Zilina vom Band. Die Produktion in Korea startete schon Mitte März, die des Schrägheckmodells aber erst in der zweiten Jahreshälfte. Auch in Nordamerika ist eine Fertigung geplant. Die Ausstattungslinien in Europa werden Air, Earth and GT-Line heißen.
Der genannte Basispreis von 37.590 Euro für den EV4 Hatchback mit kleiner Batterie liegt 1.600 Euro höher als beim entsprechend motorisierten Kia EV3. Was die übrigen Versionen kosten, soll man bald einer Preisliste auf kia.de entnehmen können. Wir bleiben dran.

Unter dem Strich
Der EV4 gehört in der Schrägheckversion zur noch recht spärlich besetzten Gattung der Elektro-Kompaktwagen. Zu den Konkurrenten werden wohl Modelle wie der MG4 Electric oder das Pärchen Opel Astra Electric/Peugeot E-308 gehören. Die Reichweiten sind mit bis zu 590 km anständig, auch wenn der EV3 mit gleicher Motor-Akku-Ausstattung weiter kommt und sogar mehr Kofferraum hat.








