Mercedes CLA 250 EQ: Neue Version mit 71-kWh-Batterie

Nun sind vier Motorisierungen konfigurierbar: CLA 200, CLA 250, CLA 250+ und CLA 350 4Matic.

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Den Mercedes CLA EQ gibt es jetzt in vier Motorisierungen. Hinzu kam nun eine neue Version mit 71-kWh-Batterie, die sich zwischen das Basismodell 200 und den 250+ schiebt. Die neue Variante bietet 674 km Normreichweite und kostet etwa 3.000 Euro weniger als die reichweitenstärkste Variante 250+, die 792 km nach WLTP schafft. Der Antrieb ist offenbar der gleiche wie beim 250+. 

Die neue Version steht bereits im Konfigurator, wie dem inoffiziellen Mercedes-Portal MBPassion aufgefallen ist. Wie die beiden bekannten Akkus - die 58-kWh-Batterie mit LFP-Chemie und die 85-kWh-Batterie mit NMC-Zellen - besteht auch der neue, mittelgroße Energiespeicher angeblich aus 192 Zellen in vier Modulen. MBPassion vermutet, dass hier LFP und NMC gemischt verwendet werden.

  Mercedes CLA
200 EQ
Mercedes CLA
250 EQ
Mercedes CLA
250+ EQ
Mercedes CLA
350 4Matic EQ
Antrieb RWD 165 kW,
335 Nm
RWD 200 kW,
335 Nm
RWD 200 kW,
335 Nm
AWD 260 kW,
515 Nm
0-100 km/h  7,5 Sek. 6,7 Sek. 6,7 Sek. 4,9 Sek.
Höchstgeschw. 210 km/h 210 km/h 210 km/h 210 km/h
WLTP-Verbrauch 12,3 kWh 12,3 kWh 12,2-14,1 kWh 12,5-14,7 kWh
Akku netto 58 kWh (LFP) 71 kWh 85 kWh (NMC) 85 kWh (NMC)
WLTP-Reichweite 541 km 674 km 694-792 km 672-771 km
Listenpreis 49.421 Euro 52.872 Euro 55.859 Euro 60.381 Euro
Rabattiert 46.950 Euro 50.228 Euro 53.066 Euro 57.361 Euro

Die maximale Ladeleistung des neuen Akkus liegt mit 250 kW zwischen den bisherigen Batterien, die Ladedauer wird im Konfigurator mit 20 Minuten angegeben; das ist der gleiche Wert wie für den kleinen LFP-Akku.

Aus der Nettokapazität von 71 kWh und der Ladedauer errechnet sich eine Ladegeschwindigkeit von 71 kWh x 0,7 / 20 min = 2,5 kWh/min. Damit liegt die neue Batterie auch hier zwischen den beiden bekannten Akkus, die 2,0 bzw. 2,7 kWh/min bieten. Beim Nachladen von Reichweite ergibt sich aus der Reichweite ein Wert von 674 km x 0,7 / 20 min = 23,6 km/min. Das heißt, man kann pro Minute Wartezeit am DC-Lader Strom für knapp 24 km nachladen. Hier liegt die neue Version auch im Vergleich zu der großen Batterie gut; bei dieser kommt es auf die Konfiguration an. Hier die Ladedaten in der Übersicht: 

  Mercedes CLA
200 EQ
Mercedes CLA
250 EQ
Mercedes CLA
250+ EQ
Mercedes CLA
350 4Matic EQ
Max. Ladeleistung AC/DC 11 / 200 kW 11 / 250 kW 11 / 320 kW 11 / 320 kW
DC-Ladedauer (10-80 %) 20 min 20 min 22 min 22 min
DC-Ladegeschwind. 2,0 kWh/min 2,5 kWh/min 2,7 kWh/min 2,7 kWh/min
Reichweite-Nachladen 18,9 km/min 23,6 km/min 22,1-25,2 km/min 21,4-24,5 km/min

Das Spannungsniveau der neuen Batterie geht aus dem Konfigurator nicht hervor; bisher haben wir aber nirgends gelesen, dass in dieser Baureihe weniger als die (formalen) 800 Volt genutzt werden. Da die Zellenzahl immer die gleiche ist und LFP-Zellen nur etwa 3,2 statt 3,7 Volt abgeben, dürfte die reale Spannung aber umso niedriger sein, je mehr LFP-Zellen eingebaut werden. Gute 400-Volt-Autos wie der VW ID.7 Pro S schaffen Werte von 2,3 kWh/min.

konfigurator Der CLA 250 EQ ist da: Screenshot aus dem Konfigurator Bild von: Mercedes-Benz

Bei der detaillierten Vorstellung der CLA-Batterie im November 2024 wurden nur zwei Batterien angekündigt, die mit 58 und die mit 85 kWh. Beide bestehen aus nur vier Modulen - während die allermeisten anderen Elektroautos deutlich mehr Module haben. Der Vorteil liegt darin, dass weniger inaktives Material im Batteriepaket enthalten ist und dadurch die Energiedichte auf Paketebene steigt. Der Unterschied zwischen dem 58- und dem 85er-Akku liegt in der Zellchemie. Diese führt bei LFP zu rund einem Drittel weniger Energiedichte und entsprechend weniger Speicherkapazität.

Zu den Konkurrenten des CLA EQ zählt der Hyundai Ioniq 6 als einzige Mittelklasselimousine, die ebenfalls 800-Volt-Technik bietet. Dem neuen 250er-Modell entspricht am ehesten die Variante mit 168 kW und 680 km Reichweite, die es ab 55.300 Euro gibt.

Mit 709 km etwas mehr Reichweite bietet der VW ID.7 Pro S. Als 400-Volt-Auto lädt er nicht so schnell wie die 800-Volt-Modelle, ist aber größer und mit 210 kW etwas stärker. Dafür verlangt VW 59.095 Euro, oder mit dem derzeitigen Herstellerrabatt von 5.000 Euro 54.095 Euro. 

Ebenfalls nur 400-Volt-Technik bieten zwei weitere Rivalen. Das Tesla Model 3 in der Version Premium RWD Long Range bietet überlegene 750 km Normreichweite, 235 kW Antriebsleistung und kostet nur 44.990 Euro, also rund 10.000 Euro weniger als die bisher genannten Modelle. Deutlich mehr verlangt wird für die reichweitenstärkste Version des BMW i4: Der eDrive40 ist mit 250 kW nochmals stärker, fährt aber nur 613 km am Stück. Das Münchner Modell gibt es erst ab 61.300 Euro. 

Mercedes CLA (2025)

Übrigens: Die Website Jesmb hatte schon über die jetzt eingeführte vierte Version des CLA EQ spekuliert. Denn Mercedes hatte bei der Vorstellung des CLA geschrieben, dass nach dem Marktstart des 250+ und des 350 4Matic noch weitere Elektroversionen folgen würden, also mindestens zwei. Neben dem damals schon bekannten CLA 200 EQ könnte es sich um einen CLA 250 mit 200 kW handeln, hatte das Portal geschrieben; ein entsprechendes Bild war der inoffiziellen Mercedes-Website zugesandt worden. Der entsprechende Artikel wurde aber überschrieben.  

Jesmb hatte vermutet, der CLA 250 EQ könnte die bekannte 85-kWh-Batterie erhalten, bei der aber nur eine geringere Nettokapazität freigeschaltet wird. Die Maximalkapazität von 85 kWh könnte man vielleicht später gegen ein Aufgeld freischalten, so die Überlegung. Einen ähnlichen Ansatz hatte Tesla früher verfolgt.

Unter dem Strich

Der Mercedes CLA mit EQ-Technologie ist nun in vier Varianten bestellbar. Neu kam eine 250er-Version (ohne Plus) hinzu, die 71 kWh netto bietet. Was technisch dahintersteckt, ist unklar - in der Diskussion ist eine hälftige Bestückung mit LFP- und NMC-Zellen sowie eine nur teilweise Freischaltung der Speicherkapazität. Von einer hälftigen Bestückung haben wir noch nie gehört. Außerdem passt das rechnerisch nicht, weil sich dabei 71,5 kWh ergeben müssten, also gerundet 72 kWh. Insofern finden wir die teilweise Freischaltung plausibler, zumal Tesla das bereits einmal vorexerziert hat.

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Autor: Stefan Leichsenring